Ärger mit Konkurrenz

11. Juni 2019 21:07; Akt: 11.06.2019 21:07 Print

Energydrink von Coca-Cola droht der Stopp

Dem neuen Wachmacher von Coca-Cola droht das Aus – noch bevor er in die Schweiz kommt. Schuld ist ein Streit mit dem Energydrink Monster.

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Coca-Cola hat Ärger mit seinem neuen Energydrink. Grund ist Konkurrent Monster. Coca-Cola hat zwar unter anderem die Vertriebsrechte am Getränk gekauft, doch eine Klausel im Vertrag untersagt es Coca-Cola, grundsätzlich im Bereich von Energydrinks tätig zu werden. Nun droht ein Verkaufsstopp. Coca-Cola hat erst kürzlich seinen eigenen Energydrink lanciert – ein Angriff auf Red Bull. Das neue Getränk ist bereits in Deutschland erhältlich. Coca-Cola Energy kostet rund 20 Prozent mehr als ein Red Bull. Im Gegensatz zu Red Bull enthält Coca-Cola Energy kein Taurin. In einer Dose Red Bull ist 1 Gramm der Säure. Der neue Energydrink ist auf den ersten Blick als Coca-Cola-Produkt zu erkennen. Der Konzern wolle Energydrink-Konsumenten mit seinem Markennamen anlocken, sagt Markenexpertin Adrienne Suvada von der ZHAW. «Trotzdem wird Coca-Cola Schwierigkeiten haben, Anteile am Energydrink-Markt zu gewinnen.» Red Bull sei als etablierter Anbieter im Vorteil. Red Bull hat vor rund zehn Jahren das Organics Simply Cola lanciert. Der Slogan «Der einzige Energydrink mit tollem Coca-Cola-Geschmack» kann als Seitenhieb des US-Herstellers auf Red Bulls Cola verstanden werden. Der Energydrink von Coca-Cola ist wie Red Bull als Variante mit und ohne Zucker erhältlich. Wann er in die Schweiz kommt, ist aber noch unbekannt. Coca-Cola Energy ist der erste Energydrink unter dem eigenen Label. Coca-Cola vertreibt bereits die Getränke der Marke Monster Beverage. Coca-Cola hatte es bereits 2001 mit einem Energydrink versucht. Damals aber unter einer eigenen Marke: Burn. Das Produkt ist in der Schweiz nicht mehr erhältlich. Kürzlich kündigte Coca-Cola auch eine neue Geschmacksrichtung an: Orange Vanilla. Nach Cherry Coke und Vanilla Coke handelt es sich um die erste neue Geschmacksrichtung seit über einem Jahrzehnt. Die Neuheit ist zwar bereits seit dem 25. Februar in den Geschäften erhältlich, allerdings bis auf Weiteres nur in den USA. In einer Mitteilung schwärmt Kate Carpenter, die Marken-Verantwortliche von Coca-Cola: «Die Verkäufe der Sorten Cherry Coke und Vanilla Coke haben in den letzten Jahren stark zugenommen – trotz begrenzter Marketing-Anstrengungen.» Das Team, das die neue Geschmacksrichtung entwickelt hat, zog auch die Sorten Himbeere, Zitrone und Ingwer in Betracht.

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Coca-Cola ist vor ein paar Tagen in den Ring mit Red Bull gestiegen: Der US-Getränkeriese hat einen Energydrink in die Gestelle der Supermärkte gebracht. In Deutschland ist das koffeinhaltige Getränk bereits erhältlich. Auch in der Schweiz soll die Brause «früher oder später» auf den Markt kommen, wie der Konzern gegenüber 20 Minuten auf Anfrage mitteilte.

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Doch ob es jemals so weit sein wird, steht in den Sternen: Coca-Cola Energy droht der Verkaufsstopp. Ärger macht aber nicht der österreichische Konkurrent Red Bull, sondern der Konzern des Energydrinks Monster.

Krux liegt im Kleingedruckten

Zwar hat Coca-Cola 2015 für über 2 Milliarden Dollar rund 17 Prozent der Anteile und die weltweiten Vertriebsrechte an Monster gekauft. Doch eine Klausel im Vertrag untersagt es Coca-Cola, grundsätzlich im Bereich von Energydrinks tätig zu werden, wie Tagesspiegel.de schreibt.

Allerdings soll im Vertrag auch von Ausnahmen die Rede sein. Eine Heerschar von Anwälten streitet nun darüber, ob es sich beim Energydrink von Coca-Cola um eine solche Ausnahme handelt oder ob der Energydrink das Abkommen verletzt. Der Streit schwelt schon seit ein paar Monaten, hat sich nun aber zugespitzt.

Millionenschwere Werbekampagne

Coca-Cola bleibt offenbar zuversichtlich. Wie der Konzern gegenüber Tagesspiegel.de sagt, treibe man die Einführung von Coca-Cola Energy weiter voran. Sowohl Monster als auch das Schiedsgericht habe man über den Schritt informiert. Unterdessen rührt Coca-Cola kräftig die Werbetrommel: Der Konzern hat offenbar eine Werbekampagne im Wert von 7 Millionen Euro am Laufen.

Sollte Monster allerdings recht bekommen, will der Konzern das Coke-Energy-Getränk von den Gestellen verbannen lassen. Einen Entscheid erwartet Monster in der kommenden Woche. Käme es tatsächlich zu einem Verkaufsstopp, dürfte der Streit vor Gericht wohl weitergehen, denn Coca-Cola würde eine Niederlage angesichts der millionenschweren Markteinführung kaum einfach auf sich sitzen lassen.

Boomender Markt

Mit dem neuen Getränk will Coca-Cola von der schnell wachsenden Energy-Sparte profitieren. Allein der Marktführer Red Bull erzielte 2018 mit seinen Produkten einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung von 3,8 Prozent. Das österreichische Unternehmen verkaufte 6,79 Milliarden Dosen Red Bull.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dumby am 11.06.2019 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denk-mal

    Dieser Streit um Millionen sollte uns Konsumenten zu denken geben. Wird es aber vermutlich nicht...

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  • Advocatus Diaboli am 11.06.2019 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg damit

    Na dann wäre das doch der perfekte Zeitpunkt, den Quatsch zu verbieten. Die ganzen Suchtis, die kaum mehr einen Tag durchs Leben schaffen, ohne dieses grässliche Zeug ist ein Armutszeugnis.

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  • Werbung am 11.06.2019 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist da kräftig

    Rührt kräftig die Werbetrommel? Mit 7 Millionen Euro? Das ist in der Branche ein lachhafter Betrag. Alleine jeder einzelne des Duopols haut jedes Jahr einen hohen 3-stellige Millionenbetrag aus dem Fenster. Für Heftli, Treuprogramme, Poster, TV-Spots etc.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Werbekampagne am 12.06.2019 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    aus

    dem Sackgeld bezahlt. 7Mio? Coca cola hatte 2018 einen GEWINN erwirtschaftet von 6.5 Milliarden. 7Mio sind grad mal 0.1%. Das entspricht wenn man wenn man ein Auto verkauft für 10000 und man 3000 Gewinn macht das 3 Franken fpr Werbung sind symbolisch betrachtet.

  • Bill am 12.06.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Food Waste

    Und verliert Coca Cola den Prozess, werden 3 Milliarden Dosen zerstört und in den Rhein geschüttet. Kapitalistischer Food Waste 2.0

    • Antonov am 12.06.2019 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bill

      Der Rhein hatte eh zuwenig Wasser.

    • U. Schulz am 12.06.2019 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Antonov

      Aber nicht der Alpenrhein...

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  • Mike am 12.06.2019 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Habt ihr keine anderen Probleme!?!

    Cola, Monsterwürden und Red Bull würden ihre Milliarden besser in Flüchtlingshilfe, Umweltschutz und Klimaschutz investieren anstatt in Werbekampagnen und Gericktskosten!

    • Soso am 12.06.2019 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike

      Demnach spenden sie ihren ganzen verdienst?

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  • MelB am 12.06.2019 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    So auch Kaffee

    Genau wie all jen die am Morgen nicht ohne Kaffee könnnen. Alles Geschmacksache. Leben und leben lassen.

  • Ceedi am 12.06.2019 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    7mio.... (lach)

    Und wie viel Prozent des Gewinns gibt RedBull für Marketing aus? 90%? 7 Mio sind ja nichts

    • A.W. am 12.06.2019 16:27 Report Diesen Beitrag melden

      Marge-Gewinn ... alles das gleiche

      Also RB gibt nicht Teile des Gewinns für Marketing aus, weil dann ist es ja kein Gewinn. Mateschitz hat mal von einem Drittel der MARGE für Mkt-Ausgaben gesprochen.

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