Schwarzes Gold

14. März 2011 17:30; Akt: 14.03.2011 17:54 Print

Erdbeben lässt Ölpreis einbrechen

Wegen der Katastrophe in Japan sind die Kosten für Rohöl gesunken. Längerfristig dürfte der Ölpreis aber wieder steigen, weil Japan fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung einsetzten dürfte.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Ölpreis ist angesichts des Erdbebens in Japan gefallen. In New York kostete ein Barrel (159 Liter) Öl 1,05 Dollar weniger als am Freitag und lag am Montag bei 100,10 Dollar. In London wurden für das in Europa wichtige Öl der Sorte Brent mit 113,65 Dollar 19 Cent weniger gezahlt.

Zunächst war der Preis deutlich stärker eingebrochen, weil Analysten erwarten, dass Japan wegen der Erdbebenfolgen weniger Öl verbraucht. Japan ist mit 4,5 Millionen Barrel Öl am Tag der weltweit drittgrösste Ölverbraucher und der grösste Importeur von Flüssiggas und Kohle.

Im Lauf des Tage zeichnete sich jedoch ab, das Japan bei der Stromerzeugung nach dem Ausfall zahlreicher Atomkraftwerke möglicherweise auf Öl und Gas zur Stromerzeugung ausweichen wird. Kurzfristig wird der Ölbedarf Japans wegen vieler stillstehender Fabriken voraussichtlich fallen. Längerfristig aber könnte die Nachfrage nach Öl und Gas deutlich steigen, wenn es die Kernenergie ersetzen müsste.

(dapd)