Gerechte Löhne

11. Oktober 2010 17:43; Akt: 11.10.2010 17:49 Print

Erfolg für die Abzocker-Gegner

von Ronny Nicolussi - Etappensieg im Kampf gegen Abzocker: Für die 1:12-Initiative der Juso wurden über 100 000 Unterschriften gesammelt. Doch die Initiative wackelt noch.

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JUSO-Aktivisten bei der Lancierung der Unterschriftensammlung mit einem Strassentheater am 6. Oktober 2009 in Bern. (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Der Kampf der Linken gegen «Abzocker» ist um ein Kapitel reicher. Ein Jahr nach Beginn der Unterschriftensammlung am 6. Oktober 2009 dürfte die eidgenössische Volksinitiative «1:12 – Für gerechte Löhne» zustande gekommen sein. Wie Juso-Zentralsekretärin Tanja Walliser auf Anfrage von 20 Minuten Online sagt, wurden bereits mehr als die dazu nötigen 100 000 Unterschriften gesammelt: «Im Moment zählen wir rund 114 000 Unterschriften.» 77 000 davon seien bereits von den Gemeinden für gültig erklärt worden.

Weil noch unklar ist, wie viele Unterschriften schliesslich gültig sein werden, haben es sich die Jungsozialisten zum Ziel gesetzt, einen Viertel mehr Unterschriften zu sammeln als nötig. Walliser ist überzeugt, dieses Ziel bis Ende Monat zu erreichen. Dazu beitragen soll ein nationaler Sammeltag am kommenden 23. Oktober. «Sobald wir 125 000 Unterschriften erreichen, hören wir mit dem Sammeln auf», sagt die 24-jährige Studentin.

Die Initiative, die von der SP, den Grünen, dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund und der Gewerkschaft Unia unterstützt wird, fordert eine Änderung des Artikels 110a der Bundesverfassung zur Lohnpolitik. Demnach dürfte der höchste von einem Unternehmen bezahlte Lohn nicht höher sein als das Zwölffache des tiefsten vom gleichen Unternehmen bezahlten Lohnes. Die Jungsozialisten stellen sich auf den Standpunkt, dass in einem Unternehmen niemand in einem Jahr weniger verdienen sollte, als der bestbezahlte Manager in einem Monat.

Eher ein Mosaiksteinchen

Walliser geht davon aus, dass die Initiative ein zentrales Thema der Jungsozialisten im Wahljahr 2011 sein wird. Klein werde hingegen die Auswirkung der Initiative auf das Wahljahr an sich sein, zeigt sich Georg Lutz, Politologe der Universität Lausanne, überzeugt: «Zwar passt die Initiative zur Abzocker-Schiene, welche die linken Parteien im Wahlkampf fahren werden.» Für die Wahlen werde die Initiative aber eher die Bedeutung eines Mosaiksteinchens denn eines Meilensteins haben.

Anders wäre laut Lutz die Situation, wenn die 1:12-Initiative bereits im kommenden Jahr zur Abstimmung käme oder die Unterschriftensammlung noch am laufen wäre. Die SVP punktete 2007 auch deshalb, weil sie mit den umstrittenen Schäfchen-Plakaten Unterschriften für die populäre Ausschaffungsinitiative sammelte, die dem Stimmvolk am kommenden 28. November zur Abstimmung vorgelegt wird. «Vom Zeitpunkt her ist das Zustandekommen der Initiative daher nicht optimal», so Lutz. Dass die Jungsozialisten die nötigen Unterschriften erreicht haben dürften, bezeichnete der Politologe jedoch als «beachtliche Leistung».

Unterschriftensammlung zur Stärkung der Parteistrukturen

Für die Juso war die Unterschriftensammlung für die 1:12-Initiative nicht nur eine sachbezogene Aktion. Den Jungsozialistinnen und Jungsozialisten ging es auch darum, die Strukturen der Partei für das kommende Wahljahr zu stärken. «Mit dieser Initiative haben wir zahlreiche Sektionen aufgebaut», erklärt Walliser.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Räz am 11.10.2010 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin für 1:1 Initiative....

    ...damit endlich alle gleichviel verdienen. Dann darf sich auch jeder einen Trabi kaufen und alle können morgens mit dem gleichen grauen Anzug zur Arbeit fahren (9 Uhr bis 17 Uhr, ausser an Streiktagen)

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  • Thomas Müstermann am 14.10.2010 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    total unverständlich

    Die meiste die hier Schreiben, unterstütze das vorhaben der Reiche und Manager um uns einfache Mitarbeiter niedrig Lohne aus zu Zahlen, Ausländer an zu nehmen die für noch weniger Arbeiten damit diese Reiche und Manager noch mehr Verdienen können. Für mich ist das unverständlich. Zuerst müss idie persönliche Wirtschaft stimmen und seihen wir mall erhlich jedes Jahr haben wir weniger davon übrig in unsere Geldbeutel. Aber die Reiche und Manager immer mehr, da stimmt doch was nicht und Ihr unterstutzt diese Leute noch mit eure Aussagen... bis Ihr mall selber auf die Strasse steht.

  • don jj rolando am 11.10.2010 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    wir alle sind banker

    komischerweise denken alle bei abzockern an banker. haben doch diese weltweit mit steuermiliarden das sinkende schiff gerettet! da sie ja selber nichts falsch gemacht haben, sind sie auch nicht der meinung, dass sie etwas ändern müssten. da pustet jeder schweizer ins dasselbe horn, ist doch jeder eidgenosse ein banker und kein steuerzahler. denn wär er steuerzahler, wüsste er, wer sein geld in den letzten zwei und den kommenden jahren den kamin hoch gehen lässt. - ich bin kein banker und werde mich nicht durch lobbysten und spinner den kopf voll blabbern lassen. ich denke einfach selber...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ventil am 15.10.2010 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    Finanzperversion regulieren !

    Nachdem Kaspar Villiger in seiner gestrigen Pressekonferenz die Verantwortungslosigkeit der UBS definitiv zementiert hat, bleibt nur noch die Regulierung durch die betroffenen Stimmbürger und Steuerzahler. Dass sich im Grundverhalten der Grossbanken, nach dem, durch Casino-Kapitalismus und Zockerei verursachten Desaster, nichts geändert hat, dürfte inzwischen allen klar sein.

  • Thomas Müstermann am 14.10.2010 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    total unverständlich

    Die meiste die hier Schreiben, unterstütze das vorhaben der Reiche und Manager um uns einfache Mitarbeiter niedrig Lohne aus zu Zahlen, Ausländer an zu nehmen die für noch weniger Arbeiten damit diese Reiche und Manager noch mehr Verdienen können. Für mich ist das unverständlich. Zuerst müss idie persönliche Wirtschaft stimmen und seihen wir mall erhlich jedes Jahr haben wir weniger davon übrig in unsere Geldbeutel. Aber die Reiche und Manager immer mehr, da stimmt doch was nicht und Ihr unterstutzt diese Leute noch mit eure Aussagen... bis Ihr mall selber auf die Strasse steht.

  • R2D2 am 14.10.2010 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Übers Ziel

    Die Initiative schiesst übers Ziel hinaus. Hohe Gehälter sollten einfach über Jahre eingefroren und an die Unternehmensentwicklung gekoppelt werden. Wenn dann 7 Jahre später die Firma immer noch floriert, kann man die Entscheidungsträger auch dafür belohnen. So sind die Manager zur Weitsichtigkeit der Entscheidungen verpflichtet, Arbeitsplätze bleiben auch erhalten. Aber mit kurzsichtiger Regulierung wird gar nichts erreicht.

  • oli am 14.10.2010 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelstand

    Erstaunlich, dass der Schweizer Mittelstand noch immer nicht merkt, dass er sich bereits auf dem Weg nach unten befindet. Unsolidarische Krankenkassen, unsolidarisch Lohnabzüge, überproportionale Budgetbelastungen für Familien usw.! Dies sind die Fakten. Erstaunen tut mich nur, dass gerade dieser sterbende Mittelstand hartnäckig bürgerlichen Parteiparolen hinterherläuft. Schweizer wacht auf und findet zu euren Grundwerten zurück!

    • Ireen am 14.10.2010 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      Mittelstand

      Natürlich hält der Mittelstand an den Bürgerlichen fest. Weil sich der Mittelstand von den Bürgerlichen erhofft dass dieser die fatalen Fehler der Linken wieder korigieren kann und den dadurch entstandenen Weg nach unten stoppen kann. Ist ja wohl klar, dass sich ein ertrinkender an einem stück Holz festhält wenn ihn das Boot in die Situation gebracht hat.

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  • El Proximo Maximo Lider am 14.10.2010 03:10 Report Diesen Beitrag melden

    Diktatur

    Der Beweis dafür das die Wirtschaft zu viel Macht besitzt! Falls Initiative angenohmen wird... hauen wir ab!!! Unsere Kapitalistische Wirtschaft ist nichts anderes als eine DIKTATUR! Die uns ihren Willen aufzwingt! Unglaublich wieviele Leute (die ihr Leben lang so hart gearbeitet haben) das auch noch gut und fair finden das der Boss mehr als das 100 fache verdient!

    • El ninjo am 14.10.2010 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      Gratulation

      sehr gute entscheidung zu gehen. Nehmen sie Ihre Politischgleichgesinnten doch auch gleich mit, denn denen gefällt es offensichtlich nicht mehr in der Schweiz. Schreiben sie uns mal wies Ihnen so ergangen ist und gute Reise. Aber Recht haben sie, dass wenn die Initiative angenommen wird die Schweiz verloren sein wird.

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