US-Märkte

07. Juni 2011 22:57; Akt: 07.06.2011 23:02 Print

Erholung in New York ausgebremst

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat mit seinen Aussagen zur US-Wirtschaft den Erholungsversuch in den wichtigsten US-Indizes am Dienstag ausgebremst.

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Der oberste Währungshüter der USA konstatierte eine schwächere Wachstumsdynamik als erwartet, gab jedoch keine Hinweise auf neue Massnahmen der Fed.

Der bis dahin etwas erholte Dow-Jones-Index gab daraufhin im späten Handel seine Gewinne ab und sank um 0,16 Prozent auf 12'070,81 Punkte. Er beendete damit den fünften Tag in Folge im Minus. Der marktbreite S&P-500 verlor 0,10 Prozent auf 1284,94 Punkte.

An der Technologiebörse Nasdaq büsste der Nasdaq Composite 0,04 Prozent ein auf 2701,56 Punkte, und der Auswahlindex Nasdaq 100 gab um 0,24 Prozent auf 2268,96 Punkte nach.

Bernanke hält angesichts eines trüben Arbeitsmarkts und blutarmen Aufschwungs eine lockere Geldpolitik nach wie vor für nötig. Zwar bewege sich die grösste Volkswirtschaft in die richtige Richtung, sagte er am Dienstag in Atlanta, Georgia.

Allerdings produziere sie nach wie vor weit unterhalb ihres Potenzials. «In der Folge ist eine angepasste Geldpolitik weiter notwendig», sagte er. «Solange wir nicht eine anhaltende Periode stärkeren Jobwachstums sehen, können wir nicht annehmen, dass die Erholung wirklich Fuss gefasst hat.»

Den Aufschwung in den USA nannte der Chef der Federal Reserve «unausgewogen» und, aus Sicht von Millionen Arbeitslosen, «frustrierend langsam». Die US-Arbeitslosenquote war im Mai auf 9,1 Prozent gestiegen - der höchste Wert in diesem Jahr. Im Vormonat lag sie bei 9,0 Prozent. Im vorigen Monat waren lediglich 54'000 neue Jobs geschaffen worden, der geringste Zuwachs seit acht Monaten.

In diesem Monat endet ein heftig umstrittenes geldpolitisches Manöver der Notenbank, bei dem die Federal Reserve für 600 Milliarden Dollar Staatsanleihen mit dem Ziel kauft, die Zinsen niedrig zu halten. Dadurch soll die Nachfrage angekurbelt werden. Kritiker wenden ein, dass dadurch aber zugleich der Dollar künstlich geschwächt und Rohstoffpreise nach oben getrieben werden.

Bernanke mahnte abermals eine Lösung für die immense Staatsverschuldung der USA an, warnte aber angesichts des lahmen Aufschwungs vor radikalen Massnahmen. «Eine scharfe Konsolidierung der Staatsfinanzen auf kurze Sicht ist schädlich, wenn sie die nach wie vor schwache Erholung unterläuft», sagte er. Es müsse klar sein, dass die Finanzprobleme des Landes langfristiger Natur seien.

(sda)