Steuervergehen

19. Februar 2011 23:07; Akt: 19.02.2011 23:47 Print

Ermittler quetschen CS-Banker aus

Ein Kundenberater der Credit Suisse, der auch jahrelang für die UBS tätig war, sitzt in US-Haft. Die Amerikaner halten ihn als «ausschlaggebenden Zeugen» für Steuerverfahren fest.

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Die US-Behörden haben laut der «SonntagsZeitung» einen Offshore-Banker der Credit Suisse bei dessen Einreise in die USA verhaftet. Der gebürtige Grieche und langjährige Vermögensverwalter mit Arbeitsort in Zürich wird derzeit von den USA einvernommen. Der Banker, der jahrelang für die UBS tätig war, darf das Land nicht verlassen. Er ist vorerst nicht angeklagt, sondern gilt als «material witness» – als «ausschlaggebender Zeuge» – für die Ermittlungen gegen Banken und Mitarbeiter.

Die USA vermuten, diese hätten Amerikanern geholfen, Steuern zu hinterziehen. Den Betroffenen drohen Gefängnisstrafen bis zu fünf Jahren. Ein CS-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Mit den Zwangsmassnahmen gegen den CS-Banker erreichen die US-Ermittlungen gegen die Schweiz wegen Mithilfe zu Steuerhinterziehung einen neuen Höhepunkt.

Sie erinnern an die Verhaftung von UBS-Generaldirektor Martin Liechti vor drei Jahren in Miami. Liechti musste den Behörden monatelang Rede und Antwort stehen. Nun erhoffen sich die USA möglicherweise auch Einblicke in die Praxis der CS mit US-Kunden. Ein Credit-Suisse-Manager, der anonym bleiben möchte, betont, dass der verhaftete Banker wegen möglicher früheren Verfehlungen bei der UBS zurückgehalten würde, nicht wegen aktueller bei der CS. Allerdings könnten sich die USA auch erhoffen, Einblicke in die Praxis der CS mit ihren US-Kunden zu gewinnen. Die Grossbank galt nach der UBS als Nummer zwei im US-Offshore-Geschäft.