Preet Bharara

09. Juli 2014 17:25; Akt: 09.07.2014 17:25 Print

Erste Niederlage für den Bankenschreck

von Laura Frommberg - Der «Sheriff der Wall Street» brachte die Bank Wegelin zu Fall und lehrte der UBS und der CS das Fürchten. Nun hat der Staatsanwalt Preet Bharara seine erste Niederlage erlitten.

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Preet Bharara: Von den Banken gefürchtet. (Bild: Keystone/AP/Seth Wenig)

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Preet Bharara ist ein gefürchteter Mann. Er hat keine Skrupel, auch Köpfe rollen zu lassen. Dutzende Banker landeten dank Bharara wegen Insiderhandel hinter Gitter. Auch die Credit Suisse und die UBS sind nach zahlreichen Verfahren mit dem New Yorker Staatsanwalt bekannt. Einen Fall verloren hat er noch nie. 81 Verfahren lang.

Bis jetzt. Der «Sheriff der Wall Street» hat zum ersten Mal eine Niederlage erlitten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Rengan Rajaratnam, der Bruder des Betrügers Raj Rajaratnam, sollte wegen einer möglichen Beteiligung an dessen Insiderhandel auch ins Gefängnis. Doch das zuständige New Yorker Gericht sprach den jüngeren Bruder nun frei. Raj Rajaratnam sitzt bereits eine elfjährige Gefängnisstrafe ab.

«Geben nicht auf»

Er sei enttäuscht von dem Ergebnis, gibt der Staatsanwalt zu. «Aber wir werden nicht aufgeben, diejenigen hinter Gitter zu bringen, die durch Insiderhandel unsere Gesetze missachten.»

Bharara verdankt seine beeindruckenden Erfolge einer grossen Abhöraktion, die am Beginn der Dutzenden Verfahren stand. Die Kommunikation sei ein wichtiges Element im Insiderhandel. Daher sei es recht einleuchtend, dass Aufzeichnungen der Telefongespräche bei den Ermittlungen helfen könnten, erklärte er seine Strategie einst in einem Interview mit dem «Time Magazine».

Rengan nicht am Telefon

2009 begann er also, die Telefonate von mehr als 100 Bankern zu überwachen – mit Erfolg. Er deckte die grösste Insiderhandels-Verschwörung aller Zeiten auf. Im aktuellen Urteil war aber genau die Telefonüberwachung das Problem. Raj Rajaratnams Insiderhandelsring kommunizierte per Telefon. Sein Bruder war allerdings in den Aufnahmen nicht zu hören.