Revolution in der Finanzindustrie

01. November 2016 09:55; Akt: 01.11.2016 13:11 Print

Erste Schweizer Bank schafft Bankgeheimnis ab

Wer ein Konto bei der genossenschaftlichen WIR Bank eröffnen will, muss aufs Bankgeheimnis verzichten. Auch bestehende Kunden sind bald nicht mehr geschützt.

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Betreibt ein Komplementärwährungssystem: WIR Bank in Basel. (Archivbild Keystone/Georgios Kefalas)

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Die WIR Bank Genossenschaft schafft das Bankkundengeheimnis ab. Neukunden sollen ab sofort darauf verzichten, bestehende Kunden sollen bis Ende 2017 eine Verzichtserklärung abgeben, wie die Nachrichtenagentur AWP unter Berufung auf die WIR Bank schreibt.

«Ein grosser Teil unserer KMU-Kunden hat diesen Schritt ohnehin bereits getan», erklärt WIR-Bank-Sprecher Volker Strohm auf Anfrage von 20 Minuten. Auch die von der Bank angebotenen Produkte seien auf steuerehrliche Kunden ausgelegt. Diese seien ausschliesslich in der Schweiz domiziliert.

Grösstes «Komplementärwährungssystem»

Das Bankkundengeheimnis richte sich gegen ausländische Steuerbehörden, argumentiert die WIR Bank. Sie selber sei aber auf den Schweizer Markt konzentriert. Folglich ergebe es keinen Sinn, am Bankgeheimnis festzuhalten. Das Geheimnis sei auch «unzeitgemäss». Die Genossenschaft weist aber ausdrücklich darauf hin, dass der Persönlichkeits- und der Datenschutz weiterhin gelten.

Die WIR Bank unterhält laut eigenen Angaben das grösste «Komplementärwährungssystem» der Welt. Im Unterschied zu einer Alternativ- oder Parallelwährung wie Bitcoin, ist die WIR-Währung als Ergänzung zum Franken gedacht. «Man wechselt nicht einen Franken gegen ein WIR ein. Ein WIR entspricht einem Franken. Es gibt keinen Handel», erklärt Strohm. Die Währung entsteht durch Geldschöpfung, wenn die Bank eine Finanzierung organisiert.

Die WIR Bank gibt sich auch einen neuen Auftritt und bietet zudem verschiedene neue digitale Produkte an.

(rub)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 01.11.2016 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    absolute Frechheit

    Wir haben uns das Bankgeheimnis erkaempft! Soll die WIR Bank doch machen was Sie will - aber ohne mich.

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  • marko 31 am 01.11.2016 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bankgeheimnis

    Es ist für mich immer noch nicht begreiflich wie man das Bankgeheimnis abschaffen konnte

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  • Supermario am 01.11.2016 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Titel

    Die Anthroposophen-Bank hat einen diesbezüglichen Ausschluss bereits, seit sie besteht (irgendwo Anfang 80-er Jahre). Damit betreibt die WIR-Bank wohl schlicht und einfach ein klein wenig Gratiswerbung?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter am 02.11.2016 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch toll

    dass es eine Bank gibt, die mein und das Interesse von vielen anderen vertritt. Ist ja niemand gezwungen, sein Geld dieser Bank anzuvertrauen.

  • Sabrina am 02.11.2016 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber bitte auf der WIR-Homepage die Konten publizi

    Wenn das Geheimnis aufgehoben werden soll, bedeutet dies, dass die Daten öffentlich sind. Also müssen die Namen der Kunden und ihre Konten inkl. Transaktionen offen gelegt werden. Mal schauen, wer dann noch dafür ist.

    • W.Mäder am 02.11.2016 20:38 Report Diesen Beitrag melden

      WIR-Homepage

      Willst du Artikel in einem E-Shop oder einer Zeitung verkaufen, dann publizierst du in der Regel mit Name deiner Firma usw. Ich habe noch nie gesehen, dass im Inserat oder Anzeige gleich der Kontoauszug oder Transaktionen aufgelistet werden. WIR-Teilnehmer wollen untereinander Geschäfte tätigen, dafür lassen sie sich im Verzeichnis eintragen und im elektronischen Netzwerk, auch mit Inseraten. Der geneigte Leser weiss jetzt vermutlich, weshalb das Bankgeheimnis hier entfallen muss, damit das grosse KMU-Netzwerk richtig funktioniert.

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  • Heinrich Zihlmann am 02.11.2016 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    22,5 Milliarden Schwarzgeld in 6 Jahren

    Seit 2010 haben in der Schweiz rund 40000 Personen ihr verstecktes Vermögen offengelegt ("Südostschweiz" 26.32016). Und wie konnten sie die Milliarden verstecken? Dank Bankgeheimnis. Sicher ist das nur die Spitze des Eisbergs. Noch Fragen?

    • Fragender am 02.11.2016 12:09 Report Diesen Beitrag melden

      22,5 Mia schwarzgeld in 6 Jahren

      Das ist ein toller Erfolg. Mich würde aber interessieren, wieviel mehr Steuereinnahmen und wieviel weniger Verrechnungssteuern; Auswirkungen auf Jobs, Tourismus und Wirtschaft!

    • Supermario am 02.11.2016 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Ha ha...

      0.5% der Bevölkerung hatten also im Durchschnitt ca. 0.5 Mio. irgendwo "vergessen" zu deklarieren. Das sieht schon nach einer gewaltigen Systematik aus. Wenn ich da so mit Italien und einer geschätzten Schattenquote von irgendwo 40% vergleiche, ist das weder eine Schlagzeile noch eine Randnotiz wert!

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  • Paul Trend am 02.11.2016 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    service horribile

    Tolle Bank, die die Schweizer Gesetze für nicht anwendbar, unnütz und veraltet hält. Das ist mal "perfekter" Service am Kunden. Nein Danke!

  • Omega am 02.11.2016 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geheimniss mehr! Bravo!

    Sehr gut!!! Endlich!!