Ein «Meilenstein»

13. Dezember 2011 17:20; Akt: 13.12.2011 17:20 Print

Erstmals GAV für Temporär-Angestellte

Mittlere und grössere Temporärbüros müssen sich künftig an einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) halten und Mindestlöhne zwischen 16.45 und 23.59 Franken pro Stunde bezahlen.

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Schätzungsweise 270 000 temporär Arbeitnehmende profitieren laut Unia vom neuen GAV. (Bild: Keystone)

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Der Bundesrat hat am Dienstag erstmals einen GAV für diese Temporär-Angestellte allgemeinverbindlich erklärt - für die Gewerkschaft Unia ein «Meilenstein». Neben dem Mindestlohn sieht der GAV Personalverleih eine Normalarbeitszeit von 42 Stunden pro Woche vor, ferner 5 Wochen Ferien für Angestellte ab 50 Jahren und eine Krankentaggeldversicherung. Dies teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Dienstag mit.

Diese Vorschriften gelten auch dann, wenn für das Unternehmen, in welches ein Arbeitnehmer vermittelt wird, ein anderer GAV gilt. Wenn es sich dabei allerdings um einen allgemeinverbindlichen Vertrag handelt, so übernimmt der GAV Personalverleih dessen Bestimmungen über Löhne, Ferien und Feiertage.

Drei Monate Übergangsfrist

Zwingend an den GAV halten müssen sich Personalverleiher, die eine Bewilligung haben, bei der SUVA versichert sind und pro Jahr Arbeitnehmende für eine Lohnsumme von mindestens 1,2 Millionen Franken vermitteln. Ausgenommen sind Arbeitnehmende mit einem Lohn von über 126 000 Franken und Personal, das bei Engpässen in landwirtschaftliche Betriebe vermittelt wird.

Die neue Regelung gilt ab dem 1. Januar 2012. Während einer Übergangsfrist von drei Monaten droht den Stellenvermittlern im Falle einer GAV-Verletzung keine Strafe.

Die Gewerkschaft Unia reagierte erfreut auf den Entscheid des Bundesrates. Der GAV bringe temporär Beschäftigten Schutz vor Prekarisierung und sei daher ein «Meilenstein der Vertragspolitik». Schätzungsweise 270 000 temporär Arbeitnehmende profitieren laut Unia vom allgemeinverbindlichen Vertrag.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 13.12.2011 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Sache und höchste Zeit.

    Ich finde das eine sehr gute Sache, dass auch mal die Temporären Arbeitnehmer/innen besser geschützt und entlöhnt werden. Wurde allmählich Zeit, dass es soweit gekommen ist.

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  • andy444 am 13.12.2011 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Profilkosmetik von Grossen und Unia

    An diese Minimal-Vorgaben haben sich seriöse Unternehmen schon immer gehalten. Da mussten einige Temporärunternehmungen sich wohl vor allem vor sich selber künftig schützen und gute Argumente freihaus geliefert bekommen um Kundentarife erhöhen zu können? Auch die Uebergangsfristen "ohne Strafe" deuten darauf hin. Lächerlicher GAV, der unter anderem vor allem dazu dient, den "grossen" Verleihern einen moralischen Anstrich zu geben. Anständige Verleiher haben zusammen mit "anständigen" Betrieben schon immer moralisch einwandfreie Zusammenarbeit betrieben! KTG etc. ist selbstverständlich!

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  • Beni am 14.12.2011 02:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Zwischen 16.45 und 24.00 franken stundenlohn? So ein Meilenstein nun auch nicht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beni am 14.12.2011 02:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Zwischen 16.45 und 24.00 franken stundenlohn? So ein Meilenstein nun auch nicht...

  • andy444 am 13.12.2011 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Profilkosmetik von Grossen und Unia

    An diese Minimal-Vorgaben haben sich seriöse Unternehmen schon immer gehalten. Da mussten einige Temporärunternehmungen sich wohl vor allem vor sich selber künftig schützen und gute Argumente freihaus geliefert bekommen um Kundentarife erhöhen zu können? Auch die Uebergangsfristen "ohne Strafe" deuten darauf hin. Lächerlicher GAV, der unter anderem vor allem dazu dient, den "grossen" Verleihern einen moralischen Anstrich zu geben. Anständige Verleiher haben zusammen mit "anständigen" Betrieben schon immer moralisch einwandfreie Zusammenarbeit betrieben! KTG etc. ist selbstverständlich!

    • Thomas am 14.12.2011 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      die es schon so handhaben..

      die halten sich ja eh schon daran, aber solche die es eben nicht als selbstverständlich sehen, die müssen dann eben mit diesem GAV dazu gezwungen werden. In jeder Branche gibt es schwarze Schafe.

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  • Thomas am 13.12.2011 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Sache und höchste Zeit.

    Ich finde das eine sehr gute Sache, dass auch mal die Temporären Arbeitnehmer/innen besser geschützt und entlöhnt werden. Wurde allmählich Zeit, dass es soweit gekommen ist.

    • Päscu am 13.12.2011 23:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bitte

      Haha das ich nicht lache mit dem Stundenlohn kann doch keiner leben... So verdienst du monatlich ca 3000.- und wie willst du so leben? Utopie

    • Xxo am 14.12.2011 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ein Witz

      Genauso sieht es aus. Unfassbar!!! Und damit stellt man sich noch auf die Sonnenseite!!!

    • Thomas am 14.12.2011 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      @ Päscu

      Mit meinem Handycap werde ich das ganze restliche Leben nie mehr 3000.-- verdienen können, weil ich schon froh bin im geschützten Arbeitsbereich meine 50% hinkriege und irgendwann auch den Haushalt wieder richtig erledigen kann. Wenn jemand zu 50% temporär arbeitet, kann er/sie nochmals 50% was suchen, für den Fall, dass es sowas überhaupt gibt. Zum Glück war ich nie in so einer Situation um temporär zu arbeiten.

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