Rekord

16. Juni 2011 11:40; Akt: 18.07.2011 15:19 Print

Euro erstmals günstiger als 1.20 Franken

Der Franken ist so stark wie nie zuvor. Am Donnerstagmorgen kostete ein Euro noch 1,1996 Franken. Der Nationalbank ist die Frankenstärke ein Dorn im Auge – doch sie ist machtlos.

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Der Euro ist erstmals unter die Marke von 1.20 Franken gefallen. (Bild: Keystone)

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Die Nationalbank fürchtet den starken Franken – und just am Tag ihrer Zinsentscheidung hat die Schweizer Währung ein neues Rekordhoch erreicht. Um 7.30 Uhr notierte die Schweizer Währung mit exakt 1,1996 Franken pro Euro auf einem historischen Höchststand. Mit dem Knacken der Marke von 1.20 Franken könnte es zu einem weiteren Kursrutsch kommen, da viele Optionsgeschäfte auf dieser psychologisch wichtigen Limite beruhen.

Auf die Ankündigung der Nationalbank, vorläufig nichts an der Geldpolitik zu ändern und den massgeblichen Dreimonats-Libor unverändert auf 0,25 Prozent zu belassen, reagierte der Franken kaum. Nach dem Entscheid kostete ein Euro 1.2028 Franken. Wenige Minuten vor dem Entscheid lag der Kurs bei 1,2030 Franken.

Aussagen zur Währungspolitik machte die Nationalbank nicht. Klar ist: Die Notenbanker dürften an der Entwicklung des Frankens keine Freude haben, denn der starke Franken bremst die Konjunktur: Exporteure verlieren an Marge und für die Touristen dürfte die Schweiz allmählich zu teuer werden. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) rechnet jedenfalls damit, dass sich das Wachstum im kommenden Jahr auf 1,5 Prozent abschwächt. Ursprünglich ging man von fast 2 Prozent aus.

Machtlose Nationalbank

Gegen den starken Franken kann die SNB fast nichts unternehmen. Als die Notenbanker im Frühjahr 2010 versucht hatten, die Frankenstärke zu bekämpfen, verpufften die Interventionen fast nutzlos. Sie brachten SNB-Chef Hildebrand massive Kritik ein. Zudem ist die Frankenstärke vor allem eine Euroschwäche. Angesichts der unsicheren Lage flüchten die Anleger in den sicheren Hafen der Schweizer Währung. Bis die Eurokrise vorbei ist, dürfte der Franken stark bleiben.

Für den neusten Schwächeanfall des Euro sorgte laut Händlern vor allem die Aussagen des holländischen EZB-Ratsmitglied Nout Wellink. Er forderte laut der niederländischen Presse, den europäischen Rettungsschirm angesichts der desolaten Finanzlage Griechenlands von 750 Milliarden auf 1,5 Billionen Euro aufzustocken.

(sas/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Doris A. am 22.06.2011 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat's erfunden und wer alles....

    ... in der Schweiz hat an diese Fehlkonstruktion geglaubt? Wirtschaftsführer, -verbände, der gesamte Bundesrat, praktisch alle Politiker, viele Professoren u. somit ein grosser Teil der Bevölkerung. Wir können - ob wir ihn mögen oder nicht - dem Blocher dankbar sein, dass er sich gegen die gesamte politische Elite inkl. aller Medien gegen den EWR u. somit auch gegen einen EU-Beitritt durchsetzte. Aus heutiger Sicht bekommt er mit seinen Prognosen recht! Dies wird von den Verliererparteien u. Medien verschwiegen. Aus heutiger Sicht ist es sehr einfach, sich gegen einen EU-Beitritt zu äussern!

  • Markus P. am 16.06.2011 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Aussage!!!

    Immer noch falsch die Aussage! Richtig ist, der Euro ist nicht mehr so viel wert!

  • Ruedi Noser am 16.06.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Möglichkeit gibt es doch!

    Eine Möglichkeit, gegen den Starken Franken etwas zu versuchen, gibt es doch. Negativzinsen auf Vermögen von "Nicht-in-der-Schweiz-wohnhaften-Personen". Dieses Mittel hat die Schweiz schon zweimal über einen längeren Zeitraum angewandt. Ich sehe das als eine der wenigen letzten Möglichkeiten. Wieso dass bis jetzt noch nicht darüber gesprochen wurde erstaunt mich sehr!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Doris A. am 22.06.2011 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat's erfunden und wer alles....

    ... in der Schweiz hat an diese Fehlkonstruktion geglaubt? Wirtschaftsführer, -verbände, der gesamte Bundesrat, praktisch alle Politiker, viele Professoren u. somit ein grosser Teil der Bevölkerung. Wir können - ob wir ihn mögen oder nicht - dem Blocher dankbar sein, dass er sich gegen die gesamte politische Elite inkl. aller Medien gegen den EWR u. somit auch gegen einen EU-Beitritt durchsetzte. Aus heutiger Sicht bekommt er mit seinen Prognosen recht! Dies wird von den Verliererparteien u. Medien verschwiegen. Aus heutiger Sicht ist es sehr einfach, sich gegen einen EU-Beitritt zu äussern!

  • Nicolas Merkel am 17.06.2011 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Euro ist nicht wirtschaftlich fundiert!

    Der Euro ist keine wirtschaftlich fundierte Währung. Der Euro ist wie die EU ein politisches Produkt, realitätsfremd und ohne Zukunft! Die Schweiz tut gut daran sich von der EU und deren Auswüchse fern zu halten.

  • marianne. B am 17.06.2011 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Versicherungsgesellschaft EURO

    Langsam habe ich das Gefühl, dass die Euro Zone nur eine grosse, unrentable Versicherungsgesellschaft ist. - Ausser spesen nix gewesen

    • Supermario am 17.06.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      Ohne grosse Worte

      Nur das private Assekuranzen wohl darauf achten, auch Gewinn zu erzielen.

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  • M. Roth am 17.06.2011 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Von Beginn

    Dies wusste man ja bereits von Beginn an dass das passieren wird.

  • Meine Meinig am 16.06.2011 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Negativzinsen = ein falscher Ansatz

    Negativzinsen sind ein falscher ANsatz. Menschen zu bestrafen, wenn sie vorsorgen um somit nicht der Fürsorge oder ähnlichem zur Last fallen, ist absolut falsch. Momentan erhält man für Anlagegelder etc. eh sehr wenig Zins.

    • Supermario am 17.06.2011 16:23 Report Diesen Beitrag melden

      Investieren nicht horten!

      Aber sicher wären Negativzinsen genau DER richtige Ansatz. Momentan liegt das Problem dort, dass keine Investments getätigt werden sondern nur Liquidität gehortet wird. Mit einem Negativzins wäre der Anreiz zu investieren viel grösser als jetzt, womit genau eine Reduktion der Geldmenge erreicht würde. Vorsorgen kann man durchaus auch mit Oblis und Aktien oder Immobilien und nicht nur mit Bargeld!

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