Wechselkurs

05. August 2019 14:20; Akt: 05.08.2019 14:20 Print

Ein Euro kostet nicht mal mehr 1.09 Franken

Der Franken wird stärker und stärker, und dies in Windeseile. Was macht die SNB?

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Letzte Woche fiel der Euro erstmals seit zwei Jahren deutlich unter die Marke von 1,10 Franken. Und am Montag unterschritt der Kurs gar die 1,09-Franken-Marke. Der tiefste Kurs, zu dem ein Euro am Montagmorgen gehandelt wurde, betrug 1,0863 Franken.

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Hintergrund der starken Kursbewegung sind die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank. Aber auch die steigenden Verunsicherung wegen des weiter eskalierenden Handelsstreits zwischen der USA und China sowie das Säbelrasseln im Nahen Osten und die abschwächende Weltkonjunktur trugen das ihre zu einem stärkeren Franken bei.

Sorgen bei SNB

Der starke Franken bereitet auch der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zunehmend Sorgen. Devisenexperten und -händler vermuten, dass die Währungshüter jüngst wieder am Devisenmarkt interveniert haben. Der Anstieg der Sichtguthaben von Banken bei der SNB deutet laut Marktteilnehmern jedenfalls darauf hin.

Die Franken-Sichtguthaben bei der SNB für die vergangene Woche (Mittwoch bis Mittwoch) sind um 1,5 Milliarden auf 582,7 Milliarden Franken gestiegen, wie die Nationalbank am Montag mitteilte.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als guter Indikator für mögliche Interventionen der SNB zur Frankenschwächung. Sie kauft dann zum Beispiel Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

Maxime Botteron, Währungsökonom bei der Credit Suisse, spricht von einem deutlichen Anstieg. «Angesichts der Aufwertung des Franken in den letzten Tagen erscheint es wahrscheinlich, dass die SNB am Devisenmarkt aktiv geblieben ist, möglicherweise mit höheren Volumina als in den letzten zwei Wochen», so der Ökonom der Grossbank.

SNB interveniert, aber nicht im grossen Stil

«Es sind höchstwahrscheinlich Interventionen im Gange», sagt auch Daniel Trum, Devisenexperte bei der Grossbank UBS. Die Sichteinlagen hätten nun die dritte Woche in Folge zugenommen. Doch er schränkt ein: «Die Volumina sind verhältnismässig geringer, als dies 2017 vor den französischen Wahlen der Fall war.»

Auch nach Ansicht des Anlagestrategen der St. Galler Kantonalbank, Thomas Stucki, lässt der Anstieg der Sichtguthaben auf Interventionen der SNB schliessen. 1,5 Milliarden Plus seien zwar mehr als üblich, aber nicht aussergewöhnlich viel. «Wenn sie interveniert hat, dann nur sehr punktuell und nicht in grossen Stil.»

Stucki rechnet damit, dass die SNB in Zukunft stärker invernieren dürfte. Die Situation sei schwieriger geworden. Der Handelsstreit und mögliche Strafzölle der USA auch für die europäische Autoindustrie würden den Euro tendenziell weiter schwächen. «Die Bewegung von 1,10 auf 1,0860 war sehr schnell. Die Wahrscheinlichkeit, dass die SNB versucht, Gegensteuer zu geben, ist sehr gross», sagt Stucki.

Starke Interventionen zuletzt 2017

Im grossen Stil intervenieren musste die SNB vor allem in den Jahren 2015 bis 2017. Nach Aufhebung des Euromindestkurses durch die Nationalbank am 15. Januar 2015 war der Franken bekanntlich massiv in die Höhe geschossen und hatte die Schweizer Exportwirtschaft dadurch vor massive Probleme gestellt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EinLeser am 05.08.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Starker Franken oder schwacher Euro?

    Wenn der Franken stärker geworden ist, dann müssten doch alle anderen Währungen einen tieferen Kurs gegenüber dem Franken haben. Wenn aber nur der Euro weniger Wert hat, dann ist dieser schwächer geworden, nicht der Franken stärker!

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  • Ex-Banker HC am 05.08.2019 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SNB ohne Chance

    Längerfristig kämpft die SNB da auf verlorenem Posten. Der Euro ist und bleibt eine Bastelwährung, der Franken ein Hort der Stabilität.

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  • Fliegerchen am 05.08.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die SNB und ihre Euros

    Die Euro-Bestände wird die SNB nicht so schnell wieder los. Damit könnte die Nationalbank z.B. im Ausland Immobilien kaufen, und sie im Interesse der Schweizer Bevölkerung bewirtschaften. Zum Beispiel zu Gunsten der AHV.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Guenther Bellhof am 06.08.2019 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Money for the people

    Euro Franken USD alles die gleiche Sosse nur in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Bitcoin macht mehr Spass als die Unterwerfung durch das gelddruckende Zentralbankendiktat.

  • Rolli am 06.08.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    wird gesteuert

    Der Euro wird ganz bewusst schwach gehalten. So einfach ist das. Das hat nichts mit starkem Franken zu tun, es ist die gezielte Massnahme der EZB. So einfach ist das.

  • Riichä Richi am 06.08.2019 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alte Leier

    Es ist kein starker Franken sondern ein schwacher Euro.

  • Rob de Bob am 06.08.2019 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schadet nicht

    Schadet nicht wenn unsere Wirtschaft gebremst wird. Hoffentlich bremst es wenigsten ein bisschen das Bevölkerungs Wachstum.

  • paragrapheriiter am 06.08.2019 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zwischen den Zeilen

    Die EU weiss genau, wie sie der Schweiz das Geld aus der Tasche ziehen kann...

    • Moment am 06.08.2019 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @paragrapheriiter

      Wir bringen es doch freiwillig hin.

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