Start ins Jahr 2016

04. Januar 2016 09:45; Akt: 04.01.2016 14:36 Print

Europas Börsen erleiden Kurssturz

Die Börsen weltweit sind mit herben Verlusten ins neue Jahr gestartet. Auch der SMI kann sich dem Negativtrend nicht entziehen. Auslöser war ein Kurssturz in China.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nachdem am Montagmorgen Asiens Börsen einen Kurssturz erlitten, geht es nun auch an einem Teil der europäischen Börsen steil nach unten. Der Deutsche Leitindex (DAX) verlor nach dem Mittag über vier Prozent. Der Euro Stoxx 50 verlor rund drei Prozent.

Der SMI, der die grössten 20 Schweizer Firmen abbildet, stand kurz vor 14.00 Uhr 2,2 Prozent im Minus. Besonders betroffen ist der Uhrenkonzern Swatch, der sehr stark von der wirtschaftlichen Entwicklung Asiens abhängig ist.

Swatch besonders betroffen

Die Papiere der Swatch Group waren teilweise über 5 Prozent im Minus. Aber auch die restlichen 19 Schweizer Unternehmen starteten mit einem Minus in den Tag. Am wenigsten litt bisher mit einem Verlust von 1,3 Prozent der Aktienkurs von Novartis.

Dass der DAX so stark reagiert, ist nicht aussergewöhnlich: «Der Deutsche Aktienindex ist eher volatil», erklärt FXCM-Analyst Jens Klatt. «Zudem war der Kursverlauf im letzten Jahr sehr gut, obwohl der Start ins Jahr ganz ähnlich war wie dieses Jahr», fügt er an. Die überdurchschnittliche Performance der deutschen Aktien im Jahr 2015 sei ebenfalls eine Erklärung für die heutige Korrektur nach unten.

Schlechte Stimmung


Auslöser der Kurseinbrüche an Asiens Börsen waren schwache Daten zur chinesischen Industrie, die Sorgen um die Entwicklung der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft schürten. In China wurde der Aktienhandel vorzeitig beendet, nachdem das Kursminus des Leitindex CSI300 7 Prozent erreichte.

Der automatische Stoppmechanismus wurde in China damit gleich an dem Tag aktiviert, an dem er in Kraft trat. Für negative Stimmung sorgte insbesondere die chinesische Industrieproduktion. Sie schrumpfte im Dezember den zehnten Monat in Folge, wie eine Umfrage des Markit-Instituts und des Medienhauses Caixin ergab.

Eine Rolle spielte ferner der bevorstehende Ablauf eines Aktien-Verkaufsverbots für Grossaktionäre, das im Zuge von Chinas Börsencrashs im Sommer eingeführt worden war. Viele Anleger trennten sich von ihren Papieren, weil sie davon ausgingen, dass die Grossinvestoren dies nach Fristende ebenfalls tun würden.

Auch Tokio ist im Tief

Auch an anderen asiatischen Börsen ging es steil bergab. In Tokio fiel der Nikkei-Index auf ein Zweieinhalb-Monats-Tief und schloss 3,1 Prozent tiefer mit knapp 18'451 Punkten. Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien ausserhalb Japans verlor 2,5 Prozent.

An den fernöstlichen Devisenmärkten wurde der Euro fester mit 1,0895 Dollar gehandelt. Auch zur japanischen Währung gab der Dollar nach und notierte mit 119,45 Yen. Er lag damit zum ersten Mal seit Ende Oktober unter 120 Yen.

(dv/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anonymous am 04.01.2016 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    China, China, China

    Es scheint dass sie wieder in die Realität angelangt sind. Jahre wurde verrückt gespielt mit China. Alle hatten dass gefühl dass sie bis in die Ewigkeit mit 8% Wachstum wachsen, aber eben, so funktioniert es nicht.

  • Theo am 04.01.2016 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Fata Morgana

    Ewiges Wachstum ist eben nicht möglich. Wenigstens nicht so wie die gierigen dieser Welt dies gerne möchten. Raubtierkapitalismus über alles. Aber Achtung die werden alles tun um ihren Anteil am Kuchen zu bewahren. (Dann wird halt "unten" mehr gespart.)

  • Carl am 04.01.2016 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Der grosse Crash folgt

    Das ist erst der Anfang, China wird sämtlich Börsen in den Abgrund führen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • MrLaisee am 04.01.2016 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer so viele Experten hier...

    Der Hintergrund von dem was heute passiert ist in Wirklichkeit etwas ganz banales....KEIN CRASH! um es auf den Punkt zu bringen: die Verkaufssperre von Chinesischen Aktienwerten wurde ab heute aufgehoben und somit hat jeder der verkaufen wollte es heute aus Sicherheit zur Gewinnmaximierung getan.

  • Benedikt am 04.01.2016 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wir muessen alle sehr schnell aufwachen

    Eigentlich wissen wir es alle schon seit langem, unser Geld- Zinssystem ist global am Ende. Neue Loesungen sind dringend gefragt, andernfalls duerfte es sehr anstrengend werden.

  • M.G. am 04.01.2016 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ölkrieg

    in Form von Dumpingpreisen und Überproduktion. Solange der Iran und Saudi-Arabien sich auf dem Schlachtfeld der Ölpreise bekriegen geht es an der Börse auch wieder aufwärts. Sollten aber die verschiedenen Wirtschaftskonflikte zu militärischen Konflikten eskalieren dann stürzen die Börsen weltweit ab. Da könnten, sollte die Überproduktion das ganze Jahr 2016 so weiter gehen, eine Menge neuer, gefährlicher Krisen entstehen. Würden Indonesien oder Malaysia bankrott gehen würde das ganz Asien destabilisieren, noch gefährlicher wäre ein russischer Kollaps, dann wäre Europa unmittelbar bedroht.

  • Carl am 04.01.2016 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Der grosse Crash folgt

    Das ist erst der Anfang, China wird sämtlich Börsen in den Abgrund führen.

    • homosapien am 04.01.2016 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      Globalisierung positiv und negativ

      Globalisierung heisst ja auch, dass wir alle Probleme die irgend wo enstehen gemeinsam zu loesen haben, alles andere hat mit globalisierung nichts zu tun.

    einklappen einklappen
  • öKonoMist am 04.01.2016 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ist an der Zeit

    Es ist an der Zeit, dass die Spielwiese der eingebildeten, reichen und möchtegernanleger sich auch dermassen verhält. Ein Auf und Ab muss sein, sonst verdient ja niemand. Nicht mal die Bank oder der Staat

    • Supermario am 04.01.2016 14:52 Report Diesen Beitrag melden

      Nur die Bank?

      Und auch nicht Deine, persönliche PK???

    • Supermario am 04.01.2016 18:13 Report Diesen Beitrag melden

      Vorbereitung ist alles.

      @PK bereits auszahlen lassen, und Sachwerte gekauft !

    einklappen einklappen