Urkundenfälschung

06. Februar 2014 19:10; Akt: 06.02.2014 19:11 Print

Ex-Kapitän betrieb UBS – jetzt sitzt er in U-Haft

Ein Österreicher forderte von der UBS 170 Milliarden Franken. Es geht um Gelder eines Ex-Diktators, die er bei der Bank vermutete. Jetzt sitzt er wegen Urkundenfälschung in U-Haft.

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Die Posse um Gustav Jobstmann geht in die nächste Runde. Der selbst ernannte «Wirtschaftmediator» sitzt laut der «Basler Zeitung» wegen Verdachts auf Urkundenfälschung in Untersuchungshaft. Der österreichische Ex-Kapitän wurde durch seine Behauptung bekannt, auf UBS-Konten lägen die Erbgelder des indonesichen Ex-Diktators Sukarno. Gegenüber 20 Minuten sagte er im letzten Frühling, der Sukarno-Erbe Seno Edy Soekanto habe ihn beauftragt, die Gelder zurückzuholen.

Nachdem ihn die UBS mit seinem Begehren abblitzen liess, reichte er im letzten März ein Betreibungsbegehren über 170 Milliarden Franken und eine Anzeige wegen Vermögensdelikten gegen die UBS ein. Als Beweis für seine Behauptungen legte Jobstmann 40'000 Seiten belastendes Material vor – wie die forensische Abteilung der UBS fetstellte, handelt es sich dabei um Fälschungen.

Haftstrafe von bis zu fünf Jahren droht

Vor sechs Tagen klickten nun die Handschellen. Unter dem Vorwand, Dokumente studieren zu können, wurde Jobstmann zur Staatsanwaltschaft nach Zürich bestellt und dort in U-Haft genommen, wo er laut der Staatsanwaltschaft noch immer sitzt. Die Anzeige und die Betreibung gegen die UBS sind mittlerweile vom Tisch. Auch die Verfahren wegen Verleumdung, die Jobstmann gegen UBS-Mitarbeiter eingereicht hatte, sind nicht mehr hängig.

Bei der Grossbank zeigt man sich erleichtert über den Verlauf des Verfahrens. «Für uns ist die Sache jetzt abgeschlossen», sagt UBS-Sprecher Yves Kaufmann zu 20 Minuten. Ob man den Österreicher anzeigen werde, wollte die Bank nicht verraten. Für Jobstmann wird die Angelegenheit so oder so ungemütlich, denn bei Urkundenfälschung handelt es sich um ein Offizialdelikt. Sollte er deswegen verurteilt werden, droht ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

Dubiose Mandate

In den Medien taucht Jobstmann immer wieder auf. Unter anderem sollen der Milliardenbetrüger und Steuerflüchtling Werner Rydl sowie der kongolesische Ex-Präsident Laurent Kabila zu seinen Mandanten gehört haben.

Dem zuletzt staatenlosen Rydl, der in Österreich als «Staatsfeind Nr. 1» bezeichnet wird, soll Jobstmann zur Ausreise nach Brasilien verholfen haben. Im Namen von Kabila habe er Mobutu-Konten schliessen und dessen Immobilien beschlagnahmen lassen, behauptete Jobstmann einst.

(ame)

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