Kostenreduktion

02. Januar 2011 22:45; Akt: 02.01.2011 23:52 Print

Exportfirmen steigen auf den Euro um

Schweizer Exporteure drängen hiesige Zulieferer, in Euro abzurechnen. So wollen sie sich gegen den starken Franken absichern.

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Der Schweizer Franken macht den hiesigen Exportfirmen zu schaffen: Die relative Abwertung des Euro bedeutet schrumpfende Gewinne – schliesslich bleiben die Kosten in Schweizer Franken bestehen. Seit Ende 2007 ist der Euro gegenüber dem Franken um mehr als ein Viertel abgesackt. Damals zahlte man 1.70 Franken pro Euro, heute kostet er weniger als 1.25 Franken.

Aus diesem Grund verlangen nun immer mehr Exporteure von ihren Zulieferern, dass diese in Euro abrechnen. So etwa der Industriekonzern Georg Fischer: «Wir haben das Gespräch mit unseren Lieferanten gesucht, die im Euro-Raum einkaufen», bestätigt das Unternehmen gegenüber dem «Sonntag». «Wir fragen sie an, ob man diesen Vorteil nicht teilen könnte, indem man in Euro fakturiert oder indem sie uns einen Rabatt gewähren.» Dadurch wolle man den Währungsverlust lindern.

Neben Georg Fischer zahlen viele weitere Unternehmen ihre Schweizer Zulieferer in Euro. So etwa der Seilbahnbauer Garaventa, das Guss-Unternehmen Precicast oder der Bau-Ausrüster Ammann.

Laut dem Branchenverband Swissmem ist der «Euro als Parallelwährung» im Schweizer Geschäftsverkehr eine neue Erscheinung – erst dieses Jahr sei diese Praxis aktuell geworden. Die Leidtragenden sind die kleinen Zulieferer. «Sie sind die letzten in der Kette und verlieren ihre Marge», heisst es beim Verband Swiss Export. Der Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, Hans-Ulrich Bigler, warnt im «Sonntag» vor dem Druck der Exporteure: Die Zulieferer müssten aufpassen, dass ihnen die Grossen nicht unvorteilhafte Konditionen aufdrängten.

(AHI)