Börsenschluss

30. Januar 2019 23:17; Akt: 31.01.2019 03:38 Print

Facebook zählt insgesamt 2,32 Milliarden Nutzer

Die Datenskandale und Manipulationen belasten Fakebooks Quartalszahlen nicht. Bei Tesla sieht es weniger rosig aus.

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Allen Unkenrufen zum Trotz kann Facebook Werbekunden wie auch Nutzer in Zeiten von Datenskandalen und juristischem Ärger bei der Stange halten. Wegen sprudelnder Anzeigeneinnahmen sprang der Gewinn im vierten Quartal um 61 Prozent auf 6,88 Milliarden Dollar.

Die Zahl monatlich aktiver Nutzer wuchs binnen drei Monaten im üblichen Tempo um rund 50 Millionen auf etwa 2,32 Milliarden, wie das weltgrösste Internetnetzwerk am Mittwoch nach US-Börsenschluss bekanntgab. Insgesamt greifen jetzt schätzungsweise rund 2,7 Milliarden Menschen auf zumindest eine App des Konzerns zurück, zu dem auch WhatsApp und Instagram gehören. Dies waren neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Für Analyst Haris Anwar vom Finanzportal Investing.com steht fest: «Das Schlimmste ist für diesen Giganten vorbei.» All die Schwierigkeiten des vergangenen Jahres hätten weder dem Werbegeschäft noch der Beliebtheit bei den Nutzern etwas anhaben können. Entsprechend erfreut reagierten Anleger: Die Facebook-Aktie kletterte nachbörslich um fast neun Prozent.

Nach dem Datenskandal rund um die Analysefirma Cambridge Analytica im US-Präsidentschaftswahlkampf und den verschärften EU-Datenschutzregeln ist Facebook in die Offensive gegangen, um weiteren Reputationsschaden abzuwenden. Firmenchef Mark Zuckerberg versprach öffentlichkeitswirksam, sich stärker dem Schutz der Privatsphäre zu widmen.

Markant mehr Personal

Seither nimmt das 2004 von ihm gegründete Internetnetzwerk viel Geld in die Hand, um besser gegen Falschmeldungen und Hacker vorzugehen und Nutzer länger auf der Plattform zu halten. Im vierten Quartal stiegen die Kosten um 62 Prozent auf fast 9,1 Milliarden Dollar. Inzwischen beschäftigt der Konzern aus Menlo Park, zu dem auch der Whatsapp-Messenger und der Fotodienst Instagram gehören, fast 35'600 Mitarbeiter und damit 42 Prozent mehr als im Dezember des Vorjahres.

Bremsspuren zeigten sich beim Umsatz, der um 30 Prozent auf 16,9 Milliarden Dollar stieg. Es war das schwächste Wachstum in den mehr als sechs Jahren, die Facebook nunmehr ein börsennotiertes Unternehmen ist. Trotzdem hatten Analysten im Schnitt mit geringeren Erlösen gerechnet.

Für 2019 rechnet Facebook-Finanzchef David Wehner damit, dass sich das Wachstum weiter abschwächt. Bereits im Sommer hatte Wehner angekündigt, dass die Konzernmarge, die lange Zeit deutlich über 40 Prozent lag, wegen der Ausgaben für die nächsten zwei Jahre auf etwa 35 Prozent sinkt. Im vierten Quartal waren es trotzdem noch mal 46 Prozent nach 57 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Neue Nutzer vor allem in Asien

Neue Nutzer kamen laut dem Konzern vor allem in Indien, Indonesien und den Philippinen hinzu. Monatlich würden mehr als 2,7 Milliarden Menschen – und damit mehr als das 3,5-Fache der Bevölkerung Europas – mindestens einen der zum Unternehmen gehörenden Dienste nutzen. Daraus will Facebook einem Bericht der «New York Times» zufolge künftig noch mehr Profit ziehen. Demnach will Zuckerberg die Technik hinter den Messaging-Diensten von Facebook, Whatsapp und Instagram vereinheitlichen und eine durchgängige Verschlüsselung einführen.

Unterdessen ist der juristische Ärger für Facebook noch nicht beendet. Demnächst dürfte das deutsche Kartellamt seine endgültige Entscheidung im Verfahren gegen den US-Konzern treffen. Seit mehr als zwei Jahren prüft die Behörde, ob der US-Konzern seine Marktmacht missbraucht. Es geht in erster Linie um das Sammeln von Nutzerdaten aus Drittquellen wie beispielsweise auch den eigenen Töchtern Whatsapp und Instagram. Am Ende des Verfahrens wird kein Bussgeld stehen – vielmehr könnten die Wettbewerbshüter Facebook zwingen, bestimmte Praktiken abzustellen.

Tesla macht weniger Gewinn als erwartet

Anders ergeht es dem Elektroautobauer Tesla. Zwar hat das Unternehmen ein weiteres Quartal mit schwarzen Zahlen abgeschlossen, aber weniger verdient als erwartet. In den drei Monaten bis Ende Dezember stand unterm Strich ein Gewinn von 139,5 Millionen Dollar.

Wie das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte, ist das verglichen mit dem Vorjahr, als Tesla noch Verlust machte, zwar ein grosser Fortschritt. Dennoch hatten Analysten mit einem höheren Ergebnis gerechnet.

Die Aktie geriet nachbörslich zunächst deutlich ins Minus. Dabei legten die Erlöse – angetrieben vom reissenden Absatz des Hoffnungsträgers Model 3 – um fast 120 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zu. Nachdem Tesla im dritten Quartal mit 312 Millionen Dollar seinen bislang höchsten Gewinn erzielt hatte, warnte Musk Mitte Januar bereits, dass das Ergebnis diesmal geringer ausfallen dürfte. Seit der Unternehmensgründung 2003 hat Tesla bislang überhaupt nur viermal ein Vierteljahr mit einem Überschuss abschliessen können.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Real am 30.01.2019 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2, 32 Billion

    Und die Hälfte davon ist Fake

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  • Aussteiger am 30.01.2019 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin nicht mehr dabei

    Habe mein Account letzten November gelöscht. Endlich. Und es ist gut so.

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  • ohmygosh am 30.01.2019 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnungslose Gesellschaft

    Facebook (ohne Insta und Whatsapp) hat an Usern zugenommen?! Echt jetzt?!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pofil Neurose am 01.02.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    die Zahl kann schon stimmen

    Hunde, Katzen, Wellensittiche, der Papagei von Tante Frieda, Sprücheklopfer jeglicher Coleur, selbst der Manta von Paul hat sein eigenes FB Profil, Baby Anna präsentiert sich auch schon... das läppert sich zusammen ...

  • FB Aussteiger am 01.02.2019 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt ein Leben ohne FB !

    Genauer wäre wohl gewesen, das es diese grosse Anzahl von Accounts gibt. Fast jeder in meinem Umfeld hat mehrere Accounts zur unterschiedlichen Verwendung. Ich für meinen Teil habe einen guten Vorsatz für 2019 wahr gemacht und meine 3 Accounts gelöscht.

  • Marlies2018 am 01.02.2019 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontrolle der Menschen

    Tesla wird wieder verschwinden, wie alle Firmen. Die Entourage Facebook jedoch wird als gigantisches (später staatliches) Kontrollvehikel der gesamten Menschheit viele Jahrzehnte überdauern.

  • joggelibume am 31.01.2019 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    ..standhaft bleiben..

    wauw super......und ich bin bis heute und auch weiterhin NICHT dabei....

    • Marlies2018 am 01.02.2019 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @joggelibume

      Und trotzdem bist du easy kontrollierbar. Schon allein Deine Nutzung des Handys zeigt staatistisch klar auf, wo Du Dich bewegst, aufhälst, mit wem zusammen bist etc.

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  • Wodoomaster am 31.01.2019 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin Stolz auf mich

    Ich gehöre nicht zu den Menschen welche "Freunde" im Computer habe. Das Leben mit den wahren Freunden findet im reellen Leben statt.

    • Fabio am 31.01.2019 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      Lustig

      Stimmt, hier im Forum hat man wirklich keine Freunde.

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