Marihuana-Boom

11. Januar 2015 16:32; Akt: 11.01.2015 16:34 Print

Facebook-Milliardär will ein Starbucks für Kiffer

Er wurde mit Paypal und Facebook reich. Jetzt wittert der US-Milliardär Peter Thiel in stylischem Kiffen das nächste grosse Geschäft.

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Dass der in den USA bekannte Thiel nun in Cannabis-Industrie in den USA investiert, gilt als Meilenstein. Denn der Internet-Milliardär hat in der Vergangenheit oft genug den richtigen Riecher fürs gute Geschäft bewiesen. Mit Beteiligungen in Paypal, Airbnb, Spotify, Lyft, SpaceX oder Oculus Rift wurde der 47-Jährige reich. Sein Fonds Founders Fund verwaltet aktuell rund zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro). Damit ist Thiel einer der grössten Wagniskapitalgeber der USA.

Thiel beteiligt sich über seinen Founders Fund mit mehreren Millionen Dollar an der auf Marihuana-Geschäfte spezialisierten Firma Privateer Holdings. Das Unternehmen aus Seattle hält ein Portfolio von drei Startups, die auf die voranschreitende Cannabis-Legalisierung in den USA setzen.

Im Namen von Bob Marley

Eines davon ist besonders attraktiv: Die Marke Marley Natural, für die Privateer die Erben der Reggae-Legende Bob Marley jüngst als Namensgeber gewinnen konnte. Ziel der Unternehmung ist es, das erste globale Cannabis-Label aufzubauen - mit dem Namen der Reggae-Legende Bob Marley als Aushängeschild. Obwohl sich die Marihuana-Branche dank fortschreitender Legalisierung bereits zum boomenden Milliardenmarkt entwickelt hat, kann sie prominente und finanzstarke Unterstützung gut gebrauchen.

Der vor 33 Jahren verstorbene Kultstar aus Jamaika soll zu einer Art Marlboro Man des Marihuanas gemacht werden. Marley Natural soll 2015 mit einer Cannabis-Produktpalette an den Markt gehen und dort, wo es legal ist, auch entsprechende Rauchwaren anbieten. Kritiker mögen die kommerzielle Ausschlachtung des bekannten Namens durch Nachfahren und Investoren so viele Jahre nach Marleys Tod zynisch finden, doch in Amerika scheint das Timing nahezu perfekt.

Der Fonds von Thiel ist der einzige institutionelle Investor von Privateer. Alle anderen Anteilsnehmer sind reiche Privatpersonen. Insgesamt hat Privateer Holdings 82 Millionen Dollar eingesammelt. «Privateer Holdings hat sich als Marktführer für legales Cannabis hervorgetan, das unserer Ansicht nach zu einer gigantischen Industrie im nächsten Jahrzehnt heranwachsen wird», schrieb Founders Fund in einer Mitteilung.

Ein Starbucks der Kifferszene

Die Firma hat sich zum Ziel gesetzt, eine Art Starbucks der Kifferszene zu werden. Die Branche müsse weg vom alten Schmuddelimage und stattdessen starke Marken mit ansprechenden Produktverpackungen aufbauen.

Obwohl Marihuana laut Bundesgesetz nach wie vor illegal ist, haben bereits 23 von 50 US-Staaten die Droge erlaubt - wenngleich meist nur zu medizinischen Zwecken. Der legale Handel floriert, die Branche dürfte im letzten Jahr weit über zwei Milliarden Dollar an Umsatz gemacht haben. Das Potenzial ist enorm, immer mehr Bundesstaaten legalisieren die Droge. Investoren drängen in den Markt, die Rede ist vom «nächsten Goldrausch». Auch Profi-Anleger wie Thiel haben davon längst Wind bekommen.

(cls/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • soap am 11.01.2015 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Glaubt ihr wirklich n dealer checkt die Ausweise seiner Kunden nach dem Alter? Ein legaler Betrieb allerdings schon

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  • Kuno am 11.01.2015 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Genuss-Konsum

    "...wenngleich meist nur zu medizinischen Zwecken". Stimmt nicht, einige Staaten haben auch den Genuss-Konsum legalisiert. Auch wenn's faktisch natürlich auf dasselbe rauskommt... ;)

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  • fourtwenty am 11.01.2015 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    legalize it

    kiffen wird schon bald zum mainstream also ich habe nichts dagegen aber nach jahren der verteufelung finde ich es schon recht komisch. ich rauche auch gern und hoffe das die schweiz auch bald wieder gras und hasch entkriminalisiert aber den boom in den usa verstehe ich nicht da es ja durch die usa verboten wurde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus M. am 12.01.2015 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Daumen hoch!

    Dieser Thiel weiss wo man investieren muss. Und zwar auf den nicht gesättigten Märkten.

  • Marc Zingg am 12.01.2015 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerisch und Gierig

    Grund: Amerika kann es endlich gesellschaftlich vertreten, das viele Geld mit dem Gras und Hasch selbst zu verdienen. Vorteil: Die Dealer werden ausgeschaltet und eine mögliche Liberalisierung ist nun auch in der Schweiz ein Thema. Nachteil: Ein paar Reiche werden sich politisch unterstützt auch dieses Geschäft unter den Nagel reissen. Punkt.

  • cara am 12.01.2015 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Konservative Politik

    Die Botschaft der Politik ist doch eindeutig. Man darf sich Tod saufen und man darf vom Internet chemische Drogen zu sich nehmen Bei den chemischen verdient die Pharma denn woher sollen Badesalze oder Spice herkommen?

    • Dr. Gabber am 12.01.2015 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cara

      Ein nicht geringer Teil dieser als Badesalz vertriebenen Substanzen wurde von einem einzigen Mann entwickelt, Alexander Shulgin. Ein weiterer Teil entstammt durchaus der Pharmaindustrie, z.B. ADS-Medikamente die aufgrund ihrer Wirkung nie auf dem Markt landeten. Bein Rest lässt sich die Herkunft, für mich zumindest, nicht zweifelsfrei eruieren.

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  • duderio am 12.01.2015 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    monsanto

    kaum hat Monsanto eine genmanipulierte Grassorte angekündigt, schreitet die Legalisierung voran. Googelt mal "uruguay", "weed" und "monsanto". Monsanto hat soviel Macht, dass sie die Politik steuern. Entwicklungshilfezahlungen der Usa an El Salvador nur bei kauf von Monsanto-Saatgut. etcetc..... Ich als langjähriger Kiffer will, das es illegal bleibt. Ist besser so.

    • Remo am 12.01.2015 11:17 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      Danke für den Hinweis, werde mich mal darüber schlau machen :)

    • Wachsam sein am 12.01.2015 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Genau, endlich immer mehr Leute wach und darauf aufmerksam, was Monsanto mit uns vorhat, ohne dass wir es wissen sollte..., hoffe immer mehr informieren sich darüber und was Gen betrifft, sollte ein absolutes Tabu sein, da es unsere Gen verändern wird. Und sollte Gen eingesetzt werden, dann ist das bald der Tod der Menschheit*

    • TwoJointDude am 12.01.2015 19:45 Report Diesen Beitrag melden

      @duderio

      Ich kenne viele Kiffer aber keinen einzigen, der für die Aufrechterhaltung der Prohibition ist. Seit alle Argumente der Verbotsbefürworter verpufften, melden sich auffällig viele sogenannte "Kiffer" zu Wort, die sich mit niedlichen Argumenten gegen eine Aufhebung der Prohibition aussprechen. Sag mal, kiffst Du wirklich?

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  • Cpt. Obvious am 12.01.2015 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solln sie doch

    Lasst das Zeug nur legalisieren, jeder muss selber wissen was er tut und kann sich da getrost selber lieb sein. Ich jedenfalls hab jetzt lange genug, genug gekifft (übermässig exzessiv) um zu merken das ich Süchtig war. Und ehrlich, bei so einem Konsum wird es zum Teufelszeug. Wer es im Mass konsumieren kann ist hier klar im Vorteil.

    • unbekannt am 12.01.2015 14:54 Report Diesen Beitrag melden

      NEIN DANKE+

      So ein mist, dann werden weitere Jugendliche dazu animiert durch den Gruppenzwang.

    • Thomas am 12.01.2015 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      Wach auf

      die jugendlichen werden bereits heut schon durch gruppenzwang animiert....

    • Tom Grassu am 12.01.2015 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Bloss dass es

      Jugendliche einiges schwieriger hätten etwas zu besorgen, wenn es legal, aber erst ab 18 Jahren zu kaufen wäre.

    • erst young am 12.01.2015 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      jungendlicher

      schwierig? in der 7. klasse kommt man schon locker an gras ran... wacht auf

    • Tom Grassu am 12.01.2015 18:57 Report Diesen Beitrag melden

      Noch ja

      aber es würden wohl einige Strassendealer verschwinden, wenn das Geschäft nicht mehr rentiert, und das tut es, nur mit Jugendlichen, definitiv nicht.

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