Datenskandal

06. Dezember 2018 12:29; Akt: 06.12.2018 12:32 Print

Facebook gab auch Netflix Zugang zu Nutzerdaten

Der Skandal rund um das Soziale Netzwerk weitet sich aus. Daten wurden offenbar auch Firmen wie Netflix, Airbnb und der Datingplattform Badoo zugespielt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Negativschlagzeilen bei Facebook reissen nicht ab. Internen Dokumenten zufolge gab das weltgrösste Internetnetzwerk einigen Unternehmen wie Netflix und der Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb bevorzugten Zugang zu bestimmten Nutzerdaten wie etwa Kontakten zu Freunden.

Dies sei 2015 geschehen, wie aus am Mittwoch von dem britischen Abgeordneten Damian Collins veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Auch die Dating-App Badoo sowie der Fahrdienst Lyft hätten Zugriff auf Daten gehabt, der anderen Unternehmen verwehrt worden sei.

Es ist weiterhin unklar, wann die Vereinbarungen genau endeten. Der US-Konzern erklärte: «Die Fakten sind klar. Wir haben niemals die Informationen von Menschen verkauft.»

Ruf nach Regulierung

Facebook steht spätestens seit dem Datenskandal rund um die britische Analysefirma Cambridge Analytica im Visier von Behörden und Politikern. Dabei sollen Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern im US-Präsidentschaftswahlkampf missbraucht worden sein.

Weltweit sind seither Rufe laut geworden, das Netzwerk - zu dem Whatsapp und Instagram gehören - stärker zu regulieren. Die Analysten des Finanzdienstleisters Stifel stuften das Rating von Facebook mit Verweis auf mögliche Beschränkungen zurück.

Facebook: «Aus Kontext gerissen»

Der Social-Media-Experte Collins erhielt die 223 Seiten umfassenden Dokumente von dem App-Entwickler Six4Three, der nicht mehr am Markt ist und einen Gerichtsstreit mit Facebook austrägt. Der US-Konzern erklärte, die Unterlagen seien «selektiv geleakt» worden, aus dem Kontext gerissen und stünden im Lichte des Gerichtsverfahrens.

Collins betonte, er habe die Dokumente veröffentlichen müssen, da sie «wichtige Fragen aufwerfen, hinsichtlich der Frage, wie Facebook mit Nutzerinformationen umgeht, mit Appentwicklern zusammenarbeitet und seine dominierende Postion im Markt für Soziale Medien ausübt.»

Anrufprotokolle gesammelt

Aus den Unterlagen gehen weitere umstrittene Methoden hervor. So deutete Collins an, dass das Netzwerk beispielsweise Twitter ab 2013 keinen Zugriff mehr auf Facebook-Nutzer gab.

Dies soll in Zusammenhang mit der Markteinführung der Videoplattform Vine gestanden haben. Zudem zeigen die Dokumente, wie Facebook 2015 Anrufprotokolle von Nutzern von Android-Smartphones sammelte, ohne zuvor entsprechende Genehmigungen einzuholen.

(kat/sda)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vivi Hofmann am 06.12.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen verspielt

    Zeitverzögerungstaktik, Dementi, Vernebelungen. Wer glaubt Facebook noch?

    einklappen einklappen
  • Dumby am 06.12.2018 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig

    Wir geben ja schon alles über uns freiwillig preis auf Socialmedia. Wozu die Empörung?!

    einklappen einklappen
  • Mark Sugarhill am 06.12.2018 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cyberrisk

    Das nenn ich für die SNB Portfolio-Cyberrisk

Die neusten Leser-Kommentare

  • Erich am 07.12.2018 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Running-Gag

    Wie jetzt...dieses Facebook gibt es immernoch?

  • Dumby am 07.12.2018 04:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Krass! Dawerden tatsächlich Daten weiter gegeben? Unglaublich

    • markusw am 15.12.2018 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dumby

      Ja vor allem an die NSA, im Interesse der Nationalen Sicherheit

    einklappen einklappen
  • Köbi Kuhn II am 06.12.2018 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte unbedingt

    den Teppichklopfer raus holen, dass dieser Schnudderbueb endlich mal merkt wie unanständig er ist!!!

  • Rock'n'Roll am 06.12.2018 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wofür braucht's das überhaupt?

    Zum Glück brauche ich den Social-Plunder nicht:-)

    • Negan am 07.12.2018 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rock'n'Roll

      Sprachs und kommentierte in einer öffentlichen Kommentarspalte. Bravo

    einklappen einklappen
  • Thomas am 06.12.2018 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe das Geschrei nicht.

    Woher denken die Leute denn, kommen die Milliarden Summen von Facebook? Klar mit Werbung verdient sich gut, aber richtig Kohle macht man mit Daten und das ist nun mal das Kernbusiness von allen grossen IT Konzernen: So viele Daten von uns sammeln, und dann an den höchstbietenden verticken. Dagegen wehren kann man sich nicht, nur nicht noch pro-aktiv private Daten weitergeben. Daher halte ich mich so gut wie möglich von (Anti)social Media fern. Der zweite Grund, lieber eine Handvoll echte Freunde als 1000 digitale.

    • Github FOSS Coder am 06.12.2018 20:06 Report Diesen Beitrag melden

      Wer andern eine Grube gräbt...

      Das ist so nicht korrekt. Er vertickt nichts dem Höchstbietenden. Er bietet gegen Geld Firmen/einem Staat Informationen einer "Digitalen Identität" an, also bestimmte "Qualitätsmerkmale" über eine reale Person: Ist sie z.B. vertrauenswürdig? Für Airbnb ist das wie Referenzen einholen. So kann man schon im Vornherein potenziell unerwünschte "Problemfälle" raushalten. Der nächste sichere Schritt ist "The Known Traveller". Frag' mal eine Suchmaschine, was das ist. Du wirst staunen. Und die Schweizer haben dem NDG und den Sozialspionen auch noch zugestimmt. FACEPALM!

    einklappen einklappen