Quartalszahlen

31. Oktober 2018 01:55; Akt: 31.10.2018 18:50 Print

Facebook verliert weitere Million Nutzer in Europa

Die Datenskandale und die EU-Datenschutzverordnung machen Facebook auch im vergangenen Quartal zu schaffen. Die Werbeeinnahmen wachsen trotzdem.

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Kündigte für 2019 «bedeutende Investitionen» an: Facebook-CEO Mark Zuckerberg. (Archivbild) (Bild: Keystone/Andrew Harnik)

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Nach Datenskandalen und der EU-Datenschutzverordnung verliert Facebook weiter Nutzer in Europa. Im letzten Quartal sank die Zahl monatlich aktiver Mitglieder von 376 auf 375 Millionen. Konzernchef Zuckerberg kündigte «bedeutende Investitionen» für 2019 an.

Schon im Vierteljahr davor hatte Facebook eine Million Nutzer in Europa eingebüsst. Weltweit gesehen geht das Wachstum des Online-Netzwerks aber weiter. Die Zahl der aktiven Nutzer stieg bis Ende September um zehn Prozent auf 2,27 Milliarden.

Und auch die Werbeeinnahmen wachsen weiterhin: Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um rund ein Drittel auf 13,7 Milliarden Dollar. Das ist allerdings das kleinste Plus seit rund sechs Jahren. Der Gewinn kletterte um neun Prozent auf knapp 1,34 Milliarden Dollar, wie Facebook am Dienstag mitteilte.

In den USA und Kanada kommt Facebook nun auf 242 Millionen monatlich aktive Nutzer – eine Million mehr als vor drei Monaten. Es ist der mit Abstand lukrativste Markt für das Online-Netzwerk: Hier machte Facebook im vergangenen Quartal einen Umsatz von 27,61 Dollar pro Nutzer. In Europa sind es 8,82 Dollar pro Nutzer und weltweit 6,09 Dollar.

Zufriedene Analysten

«Es war ein ziemlich gutes Quartal, obwohl alle mit einem Desaster gerechnet hatten», sagte Analyst Ivan Feinseth von Finanzdienstleister Tigress Financial Partners. Für den Markt sei die Bilanz eine «Erleichterung», sagte sein Kollege James Cordwell von Atlantic Equities. Die Facebook-Aktie legte nachbörslich zwei Prozent zu.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten an, dass 2019 «ein weiteres Jahr bedeutender Investitionen» sein werde.

Facebook steht derzeit wegen diverser Skandale unter Druck. Im Frühjahr war ans Licht gekommen, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet und von ihr unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump benutzt worden waren.

Falschnachrichten im Fokus

Der Ruf des Konzerns litt auch infolge des Missbrauchs seiner Plattform durch mutmassliche russische Akteure im US-Wahlkampf 2016. Ende September teilte Facebook dann auch noch mit, dass das Onlinenetzwerk zur Zielscheibe einer grossangelegten Hackerattacke geworden sei. Die Täter erlangten dabei Zugriff auf die Daten von 29 Millionen Nutzern.

Fürs laufende Quartal dürfte es besonders wichtig sein, wie gut Facebook Falschnachrichten oder falsche Konten – auch im Zusammenhang mit den US-Kongresswahlen – aufspürt. Zuckerberg versprach, Facebook werde beim Thema Sicherheit Ende 2019 da sein, wo es sein müsse.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.S am 31.10.2018 02:43 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook ist Out

    Tut mir Leid Zuckerberg habe es vor zwei Monaten gelöscht.

  • E.K. am 31.10.2018 05:50 Report Diesen Beitrag melden

    Adé

    Yep, bin auch raus. Extrem befremdend der Konzern!

    einklappen einklappen
  • Heidi am 31.10.2018 05:26 Report Diesen Beitrag melden

    Dünne Luft

    Die Luft bei Facebook ist raus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr Besserwisser am 16.11.2018 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Ist bei Wikipedia Programm, wieso sollte das bei FB anders sein?

  • Heiri am 01.11.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Das die angeblich russischen

    Hacker verantwortlich sind, ist doch eine Verschwörungstheorie. Was für Fakenews! Das Datensammelmoster hat seinen Zenit erreicht.

  • Geri Grasso am 31.10.2018 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook löschen und beruhigt schlafen

    Wer sich um seine Privatsphäre Sorgen macht sollte Facebook wirklich löschen. Was die da im Hintergrund machen weiss niemand, aber vorstellen können wir uns das alle. Stimmts?! Es gibt bessere Möglichkeiten sozialen Kontakt zu pflegen.

  • Leser 2 am 31.10.2018 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook- Was ist das?

    Völlig unnötige Zeitverschwendung.

  • Ober motzer am 31.10.2018 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde Zeit

    Endlich, gut so!