Auto der Zukunft

18. September 2013 22:35; Akt: 30.09.2013 18:07 Print

Fahrzeuglenker braucht es bald nicht mehr

von D. Nodari - Nach Google und BMW kommt auch Tesla: Der US-Autobauer will ein Fahrzeug mit Autopilot produzieren. In der Schweiz dürfen diese Autos vorerst noch nicht fahren.

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In drei Jahren will Tesla ein selbstfahrendes Auto produzieren. In der Schweiz dürfen solche Fahrzeuge vorderhand jedoch nicht fahren. (Bild: Gaetan Bally)

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Google arbeitet daran, die Autobauer Audi, BMW und Volvo auch und nun gibt auch Tesla bekannt: Der Autopilot kommt. Der amerikanische Elektroautohersteller will in den kommenden drei Jahren ein selbstfahrendes Auto produzieren. Im Fall von Tesla soll ein Computersystem 90 Prozent der Kontrolle eines Fahrzeugs übernehmen. Dies gab Konzernchef Elon Musk in einem Interview mit der «Financial Times» bekannt. Die Entwicklung eines komplett autonomen Wagens würde länger dauern, betonte Musk. Es ist dies die nächste spektakuläre Idee des US-Unternehmers. Vor einem Monat präsentierte er seine Idee vom Hyperloop, einer Vakuumröhre, die Reisende mit 1000 km/h befördern soll.

Das autonome Fahren gilt unter Autobauern als Zukunftstrend. Der deutsche Daimler-Konzern will bis 2020 ein selbstfahrendes Auto anbieten. Der japanische Autobauer Nissan will bis 2020 einen Wagen entwickeln, der komplett computergesteuert fahren kann.

Selbstfahrende Autos auf den Strassen

Rund 500'000 Testkilometer soll Google mit seinem selbstfahrenden Auto schon zurückgelegt haben. Bei diesem Fahrzeug sind Kameras angebracht, Laserscanner und Radarsensoren erfassen die Umgebung und pilotieren das Auto so über die Strassen. Die Google-Autos sind schon über die Golden Gate Bridge in San Francisco gefahren und im US-Bundesstaat Nevada dürfen die selbstfahrenden Autos schon auf die Strasse.

Auch die Bundesstaaten Kalifornien, Arizona oder Florida wollen die Gesetze anpassen. Noch muss aber immer ein Mensch hinter dem Steuerrad sitzen. Im Notfall soll auf manuelle Steuerung umgeschaltet werden. Der Autopilot kann also nicht als Chauffeur herhalten, wenn mal über den Durst getrunken wurde.

«Systeme sind nicht betrunken»

Für den Schweizer Zukunftsforscher Georges T. Roos ist klar: «Wenn diese System einmal sicher sind, werden sie besser Autofahren als Menschen, weil Systeme nie müde oder betrunken sind.» Für Roos hat der automatisierte Personenverkehr gerade zu Stosszeiten und auf Hauptverkehrsachsen ganz klar Vorteile, weil so mehr Menschen die bestehende Infrastruktur nutzen könnten.

Der Zukunftsforscher gibt zu bedenken, dass schon heute viele Bereiche des Autofahrens automatisiert seien: Spurhaltesysteme, Tempomaten, Einparkhilfen und Navigationsgeräte sind Schritte hin zu einem Autopiloten.

Keine Gesuche in Schweiz

In der Schweiz sei noch kein Gesuch für den Test eines Autopiloten eingegangen, sagt Thomas Rohrbach, Pressesprecher vom Bundesamt für Strassen (Astra). Im Moment hält der Astra-Sprecher einen Autopiloten auf Schweizer Strassen für «illusorisch». Es sei zwar eine interessante Spielerei, aber deswegen würde das Astra noch nicht aktiv.

«Mittelfristig wird es keine automatisierten Fahrzeuge auf Schweizer Strassen geben, in zehn bis 20 Jahren werden wir uns aber damit auseinandersetzen müssen», sagt Rohrbach. Die zentrale Frage laute: Wer übernimmt die Verantwortung bei einem Unfall?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Payne am 19.09.2013 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Freude am Fahren?

    Das ist ja nur die logische Konsequenz des Fortschritts. Allerdings als Autofan finde ich es nicht sehr erstrebenswert. Da geht jede Freude am fahren bachab. Zum Glück gibt es ja genügend alte Autos. Mein 84-jähriger Oldtimer geht auch in 80 Jahren noch, zur Not mit selbstgebranntem Alk. Die neuen Autos werden es nie solange schaffen. Auch das Auto wird immer mehr zum Wegwerfartikel. Ob das im Sinn der Resourcenschonung ist sei dahingestellt.

  • Auto Fahrer am 18.09.2013 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Langweilig

    Autos, die alleine fahren? Ja, zwar interessant, aber sicher auch sehr langweilig. Wo bleibt denn da der Fahrspass? Hat sicher einige Vorteile wie auch ebensoviele Nachteile. Aber bedenkt man wie cool es ist, mit so einem Auto zur Arbeit zu fahren, auszusteigen u das Auto wieder nach Hause zu schicken auf seinem Privatparkplatz oder Garage. Keine Parkplatzprobleme mehr. Nun ja, vollständig allein fahrende Autos wird es sicher irgendwann mal geben, aber das wird sicher noch sehr viele jahre dauern, zum Glück für mich.

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  • robi4133 am 18.09.2013 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude am Fahren

    ich träume schon lange davon... Vor allem wenn ich Montags um 05:00 losfahren muss und 3 bis 4 Std unterwegs bin... Wo ist da der Spass? Jeder der mehr als 50000 Km in der CH im Jahr fahren muss um sein Geld zu verdienen wird bestätigen dass es überhaupt nicht mehr lustig ist. In meine Freizeit fahre ich sehr gerne ÖV... "Freude am Fahren" ??? nur in der Werbung von BMW

Die neusten Leser-Kommentare

  • Au To am 20.09.2013 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :-)

    ja super, wer übernimmt die Verantwortung bei einem Unfall? Wahrscheinlich der Autobauer!?!?

  • Adrian Habegger am 19.09.2013 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    In einer Bachelor Arbeit

    wurde mithilfe einfacher Videoaufnahmen die aktuelle Situation an einem städtischen Lichtsignal analysiert. Auch wenn die aktuelle Situation zu funktionieren scheint, ist der unterschied zu einem Autopiloten Verkehr sehr gross: Berechnet wurde eine Kapazitäterhöhung von 160% bei einem Abstand von 30 cm von Fzg. zu Fzg. und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h. Betrachtet man die Verkehrsentwicklung der Vergangenheit und die prognostizierte Entwicklung, ist die Haltung des Astra als verpennt zu betrachten. Jetzt wäre die Zeit sich um die Zukunft Gedanken zu machen und nicht in 20Jahre

  • Markus am 19.09.2013 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Untereinander kommuniziernde Fahrzeuge

    sind ein muss, nur so kann man den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit verbessern! Jedoch für die uneinsichtigen Fussgänger muss eine andere Lösung gefunden werden ;-)

  • Fahrer am 19.09.2013 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Wenn man es nur denjenigen, die es wirklich wollen und Freude daran haben Auto zu fahren, erlauben würde, dann gäbe es kaum mehr Verkehr, die Stau- und Unfallprobleme wären weitestgehend gelöst und es bräuchte gar keine so sinnlose Entwicklung wie den Autopiloten für Autos.

  • Max Payne am 19.09.2013 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Freude am Fahren?

    Das ist ja nur die logische Konsequenz des Fortschritts. Allerdings als Autofan finde ich es nicht sehr erstrebenswert. Da geht jede Freude am fahren bachab. Zum Glück gibt es ja genügend alte Autos. Mein 84-jähriger Oldtimer geht auch in 80 Jahren noch, zur Not mit selbstgebranntem Alk. Die neuen Autos werden es nie solange schaffen. Auch das Auto wird immer mehr zum Wegwerfartikel. Ob das im Sinn der Resourcenschonung ist sei dahingestellt.