Edelmetall

29. August 2019 08:36; Akt: 29.08.2019 09:31 Print

Gefakte Goldbarren bringen Schweiz in Verruf

von Dominic Benz - Auf dem Markt ist Fake-Gold mit Prägungen von hiesigen Verarbeitern aufgetaucht. Das könnte erst der Anfang sein.

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Die Schweiz ist weltweit Spitzenreiter im Verarbeiten von Gold. Nun sind bei Banken gefälschte Barren aufgetaucht, die Prägungen von Schweizer Verarbeitern haben. So wurden in den letzten drei Jahren in den Tresoren der US-Bank JPMorgan 1000 gefakte 1-Kilo-Barren im Wert von umgerechnet mindestens 50 Millionen Franken identifiziert, wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt. Der Tessiner Goldverarbeiter Argor-Heraeus bestätigt, dass gefälschte Barren schon länger ein Problem sind: «Wir empfehlen daher, Gold nur bei bekannten und vertrauenswürdigen Händlern zu kaufen», sagt ein Sprecher zu 20 Minuten. Bei den neuen Fälschungen handelt es sich um echtes Gold mit einem hohen Feingehalt.Mit den Schweizer Prägung werden somit auf dem Weltmarkt als vertrauenswürdig angesehen. Genutzt werden Fake-Barren, um Gold aus illegalen Minen in den Umlauf zu bringen und zu waschen Laut Mark Pieth, Kriminologie-Professor an der Universität Basel, gebe es in der Schweiz bei der Herstellung von Goldbarren strenge Qualitätskontrollen. «Wenn Barren mit gefälschten Schweizer Prägungen auf den Markt gelangen, leidet der Ruf der Schweiz darunter», sagt Pieth zu 20 Minuten. Die hiesigen Grossbanken wollen keine gefälschten Barren in ihren Tresoren haben. Das Problem sei nicht bekannt und man sei nicht betroffen, sagt die Credit Suisse auf Anfrage. Konkurrentin UBS teilt mit, dass man physisches Gold nur von Raffinerien beziehe, die beim London Bullion Market akkreditiert seien – dem wichtigsten ausserbörslichen Handelsplatz für Gold.

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Gerade in Krisenzeiten gilt Gold als sichere Anlage. Auch in diesen Tagen ist das Edelmetall stark gefragt. Der Goldpreis ist derzeit so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Doch auch Gold ist nicht immer so sicher. Denn in den weltweiten Tresoren und Schliessfächern der Banken dürfte eine grosse Menge an Goldbarren mit gefälschten Logos von Schweizer Goldverarbeitern liegen.

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So wurden in den letzten drei Jahren in den Tresoren der US-Bank JPMorgan 1000 gefakte 1-Kilo-Barren im Wert von umgerechnet mindestens 50 Millionen Franken identifiziert, wie die Nachrichtenagentur «Reuters» schreibt. Der Tessiner Goldverarbeiter Argor-Heraeus bestätigt, dass gefälschte Barren schon länger ein Problem sind: «Wir empfehlen daher, Gold nur bei bekannten und vertrauenswürdigen Händlern zu kaufen», sagt ein Sprecher zu 20 Minuten.

Zoll entdeckt 655 Fake-Barren

Die Fakes sind auch der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) bekannt. Sie hat Kenntnisse von 655 gefälschten 1-Kilo-Barren. Da man nicht wisse, wie viele Fake-Barren insgesamt im Umlauf seien, könne man nicht sagen, wie gross das Problem sei, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit. Private Besitzer von Fälschungen könnten sich an den Verkäufer wenden und die Barren gegen einen echten eintauschen lassen. «Wie bei anderen Warenfälschungen auch, besteht die Möglichkeit Strafanzeige einzureichen», so die EZV. Die Möglichkeiten, solche Fälschungen festzustellen, hätten in erster Linie die Raffinerien selbst, da die Analyseverfahren sehr aufwändig seien.

Innerhalb der Goldindustrie ist die Zahl der gefundenen Fake-Barren zwar verhältnismässig klein: Pro Jahr werden bis zu 2,5 Millionen solcher Barren produziert. Weil die Fälschungen aber so raffiniert sind, dürften Tausende Barren bisher noch nicht entdeckt worden sein. Michael Mesaric, Chef der Tessiner Raffinerie Valcambi, sagt zu Reuters, dass von den Fake-Barren wahrscheinlich «noch viel, viel, viel mehr im Umlauf sind».

«Ruf der Schweiz leidet»

Falsche Goldbarren kommen häufig vor, sind aber meist einfach zu erkennen, weil sie aus vergoldetem Billigmetall bestehen. Bei den neuen Fälschungen handelt es sich um echtes Gold mit einem hohen Feingehalt. Sie erhalten dann eine Prägung einer Schweizer Raffinerie und werden somit auf dem Weltmarkt als vertrauenswürdig angesehen. Die Schweiz hat im internationalen Goldhandel eine führende Rolle (siehe Box).

Doch jetzt bringen die Fakes die hiesigen Raffinerien in Bedrängnis. Laut Mark Pieth, Kriminologie-Professor an der Universität Basel, gebe es in der Schweiz bei der Herstellung von Goldbarren strenge Qualitätskontrollen. «Wenn Barren mit gefälschten Schweizer Prägungen auf den Markt gelangen, leidet der Ruf der Schweiz darunter», sagt Pieth zu 20 Minuten.

Gold aus illegalen Minen

Woher die gefälschten Barren kommen, ist nicht klar. Insider aus der Branche vermuten, dass sie meistens in China produziert wurden und über Händler in Hongkong, Japan und Thailand weltweit in den Umlauf gelangen. Auf die Fakes haben die Verarbeiter in der Schweiz nun reagiert. Sie versehen ihre Barren mit Sicherheitsmerkmalen, die jenen auf den Banknoten ähnlich sind.

Genutzt werden Fake-Barren, um Gold aus illegalen Minen in den Umlauf zu bringen und zu waschen. Oft sind das Abbaugebiete in Afrika, Venezuela oder Nordkorea, die gegen Menschenrechte verstossen oder von einem verbrecherischen Regime betrieben werden. Auch bei Drogen- und Waffenschmugglern sind die Fake-Barren beliebte Einnahmequellen.

Grossbanken winken ab

Die hiesigen Grossbanken wollen keine gefälschten Barren in ihren Tresoren haben. Das Problem sei nicht bekannt und man sei nicht betroffen, sagt die Credit Suisse auf Anfrage. Konkurrentin UBS teilt mit, dass man physisches Gold nur von Raffinerien beziehe, die beim London Bullion Market akkreditiert seien – dem wichtigsten ausserbörslichen Handelsplatz für Gold.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jack am 29.08.2019 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Amis

    Habt ihr es gelesen....? In den USA sind die Barren aufgetaucht. In den USA... Wen interessiert es in der Schweiz was die Amis einlagern...

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  • MrX8600 am 29.08.2019 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz

    Lustig wenn man von einem Regime etc. schreibt, wir aber selber diese seriöse Firma in Zug haben, welche solche Minen betreibt.

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  • Thun1985 am 29.08.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt Gold

    Glück gehabt. Habe gerade bei mir im Keller mein Goldbarren kontrolliert, sind alle 53 echt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erika Sraubli am 30.08.2019 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur da

    Der Ruf der CH leidet viel mehr unter Autofahrern die Rennen auf der Autobahn veranstalten. Anschliessend die Unbeteiligten verfolgen und verprügeln.

    • Beat Meier am 30.08.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Erika Sraubli

      Dann waren sicher keine Eidgenossen? Der traut sich nicht so schnell fahren.

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  • LM AA am 30.08.2019 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Erkenntnis

    Jetzt weiss ich auch, warum mir ein Rabatt von 20 % gewährt wurde.

  • Martial2 am 30.08.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gold zuhause? Neee...

    In Liegenschaften investieren und nicht in Gold, da es immer wieder gestohlen werden kann!

    • sandro am 30.08.2019 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      deine Liegenschaften werden dir in Kürze enteignet.....zuerst wird die Bank kommen und einen Teil der Hypotheken sofort zurückbezahlt bekommen.....danach kommt der Staat und will von dir eine Sondersteuer oder gleich dein ganzes Vermögen da du ja so vermögend bist.... irgendwie müssen ja all unsere Schulden bezahlt werden die in Zukunft anfallen. der Staat und die snb zahlen sie sicher nicht. die snb wird sogar gerettet werden müssen weil ihre Milliarden an Euros wertlos werden

    • Martial2 am 30.08.2019 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sandro

      Wir haben bereits alles schon verkauft, Liegenschaftsteuern bezahlt. Das Kapital ist nicht mehr in der Schweiz parkiert. Ergo es wird nichts weggenommen. Fertig mit Schweiz!

    • sandro am 30.08.2019 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      dann hast du was perfektes gemacht....sofern alles außer eu ist. Glückwunsch

    • Martial2 am 30.08.2019 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sandro

      Ja zum Glück ist Ägäis nicht in der EU (Wir sind nicht in Griechenland)...

    • Analyst am 30.08.2019 18:18 Report Diesen Beitrag melden

      Martial2

      Da bleibt nicht mehr viel übrig,nur in einem Land mit so einem Präsidenten zu Leben,grenzt schon an Masochismus.

    • Martial2 am 30.08.2019 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Analyst

      Wir machen keine Politik hier, man weiss nur, dass das System auch bessere Zeiten erlebt hat!

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  • popi am 30.08.2019 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ansichtssache

    Geld und Wertsachen wurden schon immer gefälscht. Dass die Schweiz davon nicht verschont bleibt ist wohl auch klar. In Verruf bringen tun und die Medien mit solchen dummen Überschriften über einem mittelprächtigen Bericht. Sucht mal nach "Superblüten" dieses Falschgeld ist fast besser als das Original und in Amerika sehr aktuell. Aber hier steht nur, wenn Amerika wieder was gegen CH gefunden hat, die eigenen Probleme lösen ist nicht deren Stärkt.

  • Bill am 30.08.2019 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist das Problem?

    Wo ist denn das Problem? Wenn es Gold ist, spielt es doch keine Rolle, welche Firma drauf steht. Problematisch wird es, wenn es kein Gold ist.