«Barometer Gute Arbeit»

12. Oktober 2018 19:10; Akt: 12.10.2018 19:10 Print

Fast jeder zweite Arbeitnehmer ist gestresst

Termindruck, Überstunden, dauernde Erreichbarkeit – 40 Prozent der Schweizer klagt über zuviel Druck am Arbeitsplatz. Viele gehen auch krank ins Büro.

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Arbeitnehmende stellen den Arbeitsbedingungen in der Schweiz erneut ein gutes Zeugnis aus. Beim genauerem Betrachten gibt es jedoch negative Trends, beispielsweise bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben oder beim Stress.

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Gemäss der am Freitag veröffentlichten Studie «Barometer Gute Arbeit» des Arbeitnehmerverbands Travail.Suisse ist die Motivation der Arbeitnehmenden seit mindestens vier Jahren auf hohem Niveau stabil. Gemessen wird dies etwa mit Fragen darüber, wie die Wertschätzung und Unterstützung durch Arbeitgeber wahrgenommen werden, welchen Sinn die Arbeit für die Gesellschaft hat oder wie stark sich die Beschäftigten mit dem Arbeitgeber identifizieren.

Eine negative Tendenz zeigt sich jedoch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben – wenngleich auf hohem Niveau, wie der Arbeitgeberverband einräumt. Der Anteil derjenigen, welche Probleme mit der Vereinbarkeit haben, hat demnach um drei Prozentpunkte zugenommen auf 21,6 Prozent in vier Jahren, wie Gabriel Fischer von Travail.Suisse vor den Medien in Bern ausführte.

Rund 40 Prozent fühlen sich gestresst

Als grösste Belastung wird weiterhin der Stress empfunden. 40 Prozent der Befragten fühlen sich gemäss der Studie oft oder sehr oft gestresst. Der Stress wird beispielsweise wegen des grösseren Termindrucks als erhöht wahrgenommen.

Ebenfalls negativ entwickelt sich die Wahrnehmung der zeitlichen Belastung. So sind aus Sicht der Befragten die Faktoren Überstunden, Erreichbarkeit, überlange Arbeitstage und verkürzte Pausen gegenüber 2015 gestiegen. Einige arbeiten zudem beispielsweise häufiger, wenn sie krank sind, als noch vor vier Jahren.

Schlechter beurteilt wird zudem das Einkommen. Von 2015 bis 2018 nahm der Anteil der Arbeitnehmenden, die gar nicht zufrieden sind, von 9,4 auf 11,6 Prozent zu. «Das verwundert nicht, wenn man die Lohnentwicklung in den letzten Jahren beobachtet», sagte Travail.Suisse-Präsident Adrian Wüthrich gemäss Redetext.

Mehr Investitionen in Mitarbeitende nötig

Gut die Hälfte der Arbeitnehmenden glaubt indes nicht oder kaum daran, dass sie eine vergleichbare Stelle mit vergleichbarem Einkommen fänden, wenn sie ihren Job verlieren würden. Gleichviele erleben zudem keine oder nur eine unzureichende Förderung durch ihren Arbeitgeber. Travail.Suisse fordert daher mehr Investitionen in die Arbeitnehmenden in Form von Aus- und Weiterbildungen.

Die Arbeitnehmenden schätzen zudem ihren Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitsmengen und der Arbeitszeiten geringer ein als noch vor vier Jahren. Damit setzt sich der Trend aus dem Vorjahr fort. Der Anteil derjenigen ohne Einfluss auf ihre Arbeitszeiten ist in den vergangenen vier Jahren von 13,1 auf 17,8 Prozent gestiegen. Umgekehrt hat sich der Anteil der Personen mit grosser Gestaltungsmöglichkeit von 29 auf 24,5 Prozent reduziert.

So findest du wieder einen Job

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Felix Bühler / Basel am 12.10.2018 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theoretiker...

    Und warum sind die Mitarbeiter gestresst? Weil Theoretiker die Praxis bestimmen wollen. Sie gehen Jahrelang in Weiterbildungen und haben keine Ahnung von der Praxis, wollen aber alles bestimmen und keine Verantwortung übernehmen. Sie machen innert kürzerster Zeit alles kaputt und wechseln anschliessend den Arbeitgeber. Am schlimmstensind ehemalige Polizisten...

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  • Rudu Ratlos am 12.10.2018 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Zombies

    Eben genau diese ständige Ereichbarkeit ist das Problem.Ich habe dieses Problem gelöst in dem ich privat kein Handy mehr habe! Und liebe Leute,meine Lebensqualität ist massiv gestiegen seit mich diese Zombiemaschine nicht mehr foltert.Geiles bewusstes Leben,eben.

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  • manda Coray am 12.10.2018 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeit

    Überall Stress wie soll das so weitergehen?????

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hauhigh am 02.11.2018 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Je ne parle pas francais, aber bitte red weiter

    Kann ich gut verstehen. Bei meiner Arbeit als Kundengärtner ists auch nicht immer einfach!?

  • Toni K: am 18.10.2018 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Gewöhnt euch an die Sklaverei

    Ich habe heute ein Inserat von der FDP gelesen " Nein zur Selbstbestimmung " , ich würde den Schweizer als dümmstes Volk der Welt bezeichnen.

  • Marco Schmid am 17.10.2018 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wer kriecht, kann nicht stolpern

    Vielen fehlt die Leidenschaft, ein Ausgleich und die Einsicht, dass man am Arbeitspkatz keine Liebe und kein Glück findet. Es ist eine Leistung die man erbringt gegen Entlöhnung. Dazu kommt, dass man eine Rolle übernimmt, die im privaten Leben wegfällt. Das grosse Problem scheint mir, dass es keine soliden Vorgesetzte mehr gibt, die wirklich gut führen und motivieren können.

  • Toni D. am 16.10.2018 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur kurz

    Sorry. Keine Zeit hier alles durchzulesen. Bin im Stress.

  • O. Stress am 16.10.2018 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Stress ...

    Ich arbeite gerne.