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14. November 2019 08:18; Akt: 14.11.2019 08:36 Print

Federer erneut wegen Schleichwerbung in Kritik

Hat Roger Federer Schleichwerbung betrieben? Mit diesem Fall muss sich die Lauterkeitskommission erneut befassen. Grund dafür sind Rekurse.

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Die Schweizerische Lauterkeitskommission entschied diesen Herbst über einen Instagram-Post von Roger Federer. Sie kam zum Schluss, dass Feder keine Schleichwerbung gemacht habe. Diesen Entscheid will Konsumentenschützerin Sara Stalder nicht akzeptieren. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat Rekurs eingelegt. Die Lauterkeitskommission begründete: Für die Follower sei es klar, dass es sich um kommerzielle Kommunikation beziehungsweise um Werbung handelt. Bei Sportlern wie Roger Federer sei es üblich und damit gut erkennbar, dass Markenlogos aus rein kommerziellen Hintergründen präsentiert werden. Der beanstandete Post vom 6. Mai 2019 beinhaltet ein Video, in dem Federer ein Bandana der Marke Uniqlo anzieht. Der Konsumentenschutz schreibt in seiner Beschwerde: «Ein Hinweis auf bezahlte Werbung fehlt jedoch». Auch gegen Xenia Tchoumitcheva wurde Beschwerde eingereicht. Auch diese Beschwerde wurde abgelehnt. Tchoumitcheva hat über 1,5 Millionen Follower auf Instagram. Im beanstandeten Foto-Post vom 12. Mai 2019 zeigt sie Schmuck, getaggt sind die Marken «Cartier» und «Eden Presley Jewelry». Laut Konsumentenschutz fehlt ein Hinweis auf bezahlte Werbung. Dasselbe wird an einem Post von Mountainbike-Profi Jolanda Neff, die auf Instagram 263'000 Abonnenten hat, kritisiert. Auf dem Post vom 8. März 2019 sind unter anderem Bilder von zwei Kreditkarten zu sehen. Dafür gab es allerdings eine Rüge der Lauterkeitskommission. Es hiess, Neff hätte Schleichwerbung betrieben. Die Begründungen der verschiedenen Urteile zu Influencern seien widersprüchlich, begründete SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder: «Die Entscheide bringen weder den Influencern noch den Konsumenten Klarheit. «Es herrscht nun ein Chaos, wann Werbung in den sozialen Medien gekennzeichnet werden muss.»

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So schnell geben sich die Konsumentenschützer nicht geschlagen. Mitte Oktober hatte die Lauterkeitskommission befunden, Roger Federer habe mit einem Post auf Social Media keine verbotene Schleichwerbung betrieben. Gegen diesen Entscheid hat die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) nun Rekurs erhoben. Gleiches gilt für den Fall Xenia Tchoumitcheva.

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Die SKS hatte einen Film von Federer und einen Beitrag von Tchoumitcheva auf Instagram bei der Lauterkeitskommission beanstandet, weil diese nicht als Werbung gekennzeichnet waren. Die Kommission begründete im Herbst: Für die Follower sei es klar, dass es sich um kommerzielle Kommunikation beziehungsweise um Werbung handelt. Bei Sportlern wie Roger Federer sei es üblich und damit gut erkennbar, dass Markenlogos aus rein kommerziellen Hintergründen präsentiert werden.

Widersprüchlich Begründungen

Mit den Beschwerden muss sich im Frühling 2020 das Plenum der Lauterkeitskommission befassen, das auch den drei Beschwerdekammern besteht. In ersten Urteilen zu Influencer-Werbung vom Juli 2019 hatte die Lauterkeitskommission zwei Beschwerden gutgeheissen und Snowboarder Iouri Podladtchikov und Mountainbikerin Jolanda Neff gerügt. Sie hätten auf der Plattform Instagram Schleichwerbung betrieben.

Die Begründungen der verschiedenen Urteile zu Influencern seien widersprüchlich: «Die Entscheide bringen weder den Influencern noch den Konsumenten Klarheit. Es herrscht nun ein Chaos, wann Werbung in den sozialen Medien gekennzeichnet werden muss», sagte Geschäftsleiterin Sara Stalder schon im Oktober zu 20 Minuten.

Richtlinien für Influencer

Die SKS hat auch noch in sechs weiteren Influencer-Fällen Beschwerden bei der Lauterkeitskommission eingereicht. Sie will eine verlässliche Entscheidungspraxis erreichen, woraus im besten Fall Richtlinien für Influencer entwickeln werden können.

Die Lauterkeitskommission hat bei ihren Beratungen festgestellt, dass der Titel des Grundsatzes «Trennung zwischen redaktioneller Information und kommerzieller Kommunikation» zu eng gefasst und missverständlich ist, wie sie schreibt. Sie will ihn so anpassen, dass klar wird, dass Zeitungen, Radio, Fernsehen sowie alle Medien, die Inhalte produzieren, gemeint sind.

Kommission spricht nur Empfehlungen aus

Bei der Lauterkeitskommission kann jede Person eine Beschwerde einreichen. Allerdings spricht die Kommission keine rechtskräftigen Urteile, sondern Empfehlungen aus, die von den Werbetreibenden berücksichtigt werden sollen. Damit sollen Klagen oder Strafverfahren von staatlichen Behörden vermieden werden.

(sas/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • huschmie am 14.11.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlose Bürokratie

    Zum Glück haben wir diese Beschwerdekammern in gefühlten 20 Instanzen. Da wird schliesslich die Welt gerettet.

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  • mani am 14.11.2019 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler im System

    Diese Behörden sind wie Krebszellen in unserem Staat. Wenn ein Sportler auf jedem Foto das er von sich postet drauf schreiben muss, dass es sich um Werbung handeln könnte, dann gibt es mir ein Gefühl als dass die Schweiz immer unfreier wird.

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  • Simmi am 14.11.2019 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld Ihr Hater

    Ahah, bestes Gebiet, dass die Roger Hater wieder aus dem Busch gekrochen kommen. Hört mal, nur weil Ihr nicht das erreicht, was ei.n King Roger erreicht hat, müsst Ihr Euer Unvermögen nicht an ihm rauslassen. Wie wäre es, wenn Ihr Euch selber mal um Euer eigenes Glück kümmern würdet, als ständig anderen dafür die Schuld in die Schuhe zu führen? Mal gucken ob das zensiert wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Robert Sieger am 26.11.2019 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören

    Hätte RF nicht so viele Millionen, mit ein bisschen hin und herspringen abkassiert, würde niemand über ihn schreiben.

  • Samuel K. am 20.11.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bei allem Respekt

    für ihre bisherige Arbeit geht mir Sara Stalder langsam aber sicher auf die Nerven. Warum hat sie noch nie interveniert bei den Skirennfahrern? Diese zeigen ja systematisch nach jedem Sieg die Marken ihrer Skis am Fernsehen...

  • Röby am 20.11.2019 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik und nichts

    Alles nicht der Rede wert. Aber ein Leben ohne Werbungen ist Klimafreundlich , Umwelt freundlicher. Und spart enorm viel Abfall

  • Beckerfän am 18.11.2019 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    sammel für Federer

    Ich denke man sollte für ihn sammeln. Er hat nie genug.

  • Martin G am 15.11.2019 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Keine anderen Probleme?

    Wenn dies das Hauptproblem vom SKS ist, so kann man ihn abschaffen. Nach deren Logik müsste ja jede Sportübertragung im TV als Dauerwerbesendung deklariert werden...