Tennis-Champion

14. Juli 2012 10:11; Akt: 13.02.2013 09:03 Print

Federers Sponsoren machen Kasse

von Hans Peter Arnold - Roger Federer ist eine der stärksten Marken in der Sportwelt. Die Sponsoren, die auf Federer setzen, gewinnen ebenfalls massiv an Wert.

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Roger Federer übertrumpft am 16. Juli 2012 die Bestmarke von Pete Sampras mit insgesamt 287 Wochen. Er baut die Serie bis am 4. November 2012 auf aus. Federer blieb bis im August 2008 die Weltnummer 1 - zwischen dem 2. Februar 2004 und dem 17. August 2008. Der alte Rekord stand bei 160 Wochen (Connors). Roger Federer hält mit 18 Trophäen den alleinigen und wichtigsten Rekord im Tennis bei den Major-Turnieren. Als einer von sechs Spielern - mit Andre Agassi, Rafael Nadal und Novak Djokovic der einzige auf drei verschiedenen Unterlagen - hat Federer jedes der vier Majors mindestens einmal gewonnen. Federer hat von 2003 bis 2010 jedes Jahr immer mindestens einen Grand-Slam-Titel gewonnen. Auf acht in Serie kommen auch Björn Borg und Pete Sampras. Als einziger Spieler neben Richard Sears hat Roger Federer seine ersten sieben Grand-Slam-Finals allesamt gewonnen. Die Serie endete am French Open 2006. Sechsmal in Melbourne, fünfmal in Paris, zehnmal in Wimbledon, sechsmal in New York: Federer kann die meisten Endspiel-Teilnahmen vorweisen. Erster Verfolger ist Rafael Nadal mit 20 Stück. Federer ist der erste Spieler, der das Finale von zehn Grand-Slam-Turnieren in Folge (Wimbledon 2005 bis US Open 2007) erreicht. 23-mal in Serie steht Roger Federer in einem Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers (Serie geht 2010 in Paris im Viertelfinal gegen Robin Söderling zu Ende). Zwischen Wimbledon 2004 und Wimbledon 2013 (Niederlage in der 2. Runde gegen Sergej Stachowsky) erreicht Federer bei jedem Major mindestens die Viertelfinals. Das sind 36 in Folge. Roger Federer ist der einzige Spieler, welcher bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens fünfmal im Endspiel stand. Pete Sampras, und im 19. Jahrhundert William Renshaw, siegten siebenmal in Wimbledon. Federer egalisiert diese Bestmarke am 8. Juli 2012. Roger Federer schafft als Erster in der Geschichte Wimbledons sieben Final-Teilnahmen in Serie (2003-2009) und ist der Einzige, der insgesamt zehnmal (2003-2009, 2012, 2014, 2015) im Endspiel steht. Als einziger gewinnt Federer drei Grand-Slam-Turniere mindestens viermal (Australian Open, Wimbledon, US Open). Noch nie hatte ein Spieler in zwei Jahren alle Finals der höchsten Turnierkategroie erreicht. Bis Federer dies 2006 und 2007 gelingt. 2009 schafft er dieses Kunststück erneut. Als Einziger hat Federer zwei Grand-Slam-Turniere (US Open und Wimbledon) fünfmal in Serie gewonnen. Als einziger Spieler hat er in drei Jahren drei Major-Turniere gewonnen (2004, 2006, 2007). Als Erster kann Federer das Double Wimbledon/US Open viermal in Serie (2004-2007) holen. Mit seinem Triumph in der zweiten Runde der French Open 2014 stellt der Schweizer eine neue Bestmarke auf: Er ist der erste Spieler, der bei allen vier Major-Turnieren jeweils 60 oder mehr Siege feiern konnte. Mit sechs Triumphen beim Saisonfinale ist der Baselbieter Rekordhalter. Den letzten Titel holte er sich 2011. Djokovic, Sampras und Lendl sind die ersten Verfolger mit fünf Siegen. Mit zehn Endspiel-Teilnahmen beim Saisonfinale hält der Schweizer auch diesen Rekord. Dauergast Federer: Zwischen 2002 und 2015 gehörte er 14 Mal in Folge zu den besten Acht des Tennis-Jahres. 2016 musste er die Saison frühzeitig wegen einer Knieverletzung beenden. Federer verpasst Gaston Gaudio mit dem 6:0, 6:0 im Halbfinal des Masters Cups 2005 als erster Spieler bei diesem Turnier eine Brille. Federer ist mit Ivan Lendl (1987/88) zusammen der Einzige, welcher die ATP World Tour Finals (ehemals Masters) in zwei aufeinanderfolgenden Jahren (2003 und 2004) ohne Satzverlust gewinnt. 2006 und 2007 wiederholt er das Kunststück. Novak Djokovic gelingt dies in den Jahren 2012 und 2013. Die Turniere in Indian Wells, Miami, Kanada und Cincinnati konnte Federer wie Andre Agassi und Michael Chang bisher alle gewinnen. Der Schweizer holte den Titel dabei als Einziger überall mindestens zweimal. Seit August 2012 ist Federer mit fünf Turniersiegen in Cincinnati der Rekordsieger, seither sind 2014 und 2015 zwei weitere Triumphe dazu gekommen. Federer gewinnt 2005 und 2006 jeweils beide prestigeträchtigen Turniere in Indian Wells und Miami. Federer geht in den Jahren 2004, 2005 und 2006 55-mal ohne Niederlage in Nordamerika vom Platz. Dabei stellte er in den Jahren 2005 und 2006 mit 56 Siegen in Serie auf Hartplatz einen neuen Rekord auf. Von 2003 bis 2008 gewann Federer auf Rasen 65-mal in Serie. Davon alleine 40-mal in Wimbledon. 94,3 Prozent der Spiele entscheidet Federer während drei Jahren für sich (2004 - 2006). Federer kann 15 Turniersiege auf Rasen vorweisen, ein Open-Ära-Rekord. Siebenmal siegt er in Wimbledon, die anderen acht Titel holt er 2003 - 2006, 2008 und 2013 - 2015 (Bild) in Halle. Ende 2006 hat Federer mit 8370 im ATP-Ranking die höchste erreichte Punktzahl zum Saisonende (vor dem Wechsel auf das aktuelle System). Die 8370 sind gleichzeitig auch die höchste je erreichte Punktzahl im ATP-Ranking nach altem Zählsystem (bis 2008). Federer war der erste, welche die 7000er- und 8000er-Marke knackte. Federer ist der erste Spieler, der drei Jahre in Folge mindestens zehn Turniere für sich entscheidet (2004 - 2006). Der Schweizer ist der erste, der die Marke von 200 Siegen gegen Spielern aus den Top 10 erreicht. In drei Jahren hatte Federer eine Titel-Erfolgs-Quote bei seinen Turnierteilnahmen von 69,4 Prozent. Auch dies eine historische Höchstmarke. 2006 steht Federer bei 17 Turnieren im Einsatz - 16-mal steht er dabei im Endspiel. Das ist eine Quote von 94,1 Prozent. Von 2003 bis 2005 siegt er in 24 Partien in Serie gegen Spieler aus den Top Ten. Von 2003 bis 2005 siegt Federer bei 24 aufeinanderfolgenden Finals auf der ATP-Tour. Der Siegeszug endet am Masters-Cup 2005, als er gegen David Nalbandian verliert. 2007 erhält er als erster lebender Mann der Schweiz eine eigene Briefmarke.

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Mit dem Sieg in Wimbledon vor einer Woche hat Roger Federer einen weiteren Meilenstein erreicht. Federer ist erneut die Nummer 1 im Welttennis. Das freut die Sponsoren. Der Marketing-Effekt ist enorm. «Roger Federer ist für sie ein Glücksfall», weiss Thomas Ramseier von der auf Marken spezialisierte Agentur Brandpulse. Federer sei nicht nur ein sportliches Ausnahmetalent. Er sei auch neben dem Tennisplatz ein «Mann von Klasse» und «Traum-Schwiegersohn». Federer ist laut Ramseier den Sponsoren das Geld wert.

Offensichtlich reiten die langjährigen Hauptsponsoren von Federer auf einer Erfolgswelle, wie der von 4TREND und 20 Minuten Online kreierte Federer-Index zeigt. Die wichtigsten drei Sponsoren - Nike, Rolex und Gilette - haben ihren kumulierten Markenwert innerhalb von fünf Jahren um 23 Prozent auf 41 Milliarden Dollar erhöht. Vor allem der amerikanische Sportartikelanbieter Nike hat den Markenwert um satte 57 Prozent gesteigert. Gemäss dem Marktforschungsinstitut Millward Brown beträgt der immaterielle Wert der Marke Nike aktuell 16,2 Milliarden Dollar.

Da Rolex in Sachen Daten Geheimniskrämerei betreibt, wird die wohl wertvollste Uhrenmarke der Welt von den Markenspezialisten nicht mehr analysiert. Angesichts der positiven Entwicklung der Schmuck- und Uhrenindustrie in den vergangenen Jahren dürfte der aktuelle Wert von Rolex 6,2 Milliarden Dollar betragen. Die durchschnittliche Wertsteigerung von 15 Prozent seit 2007 ist äusserst konservativ gerechnet. Der Markenwert könnte noch viel höher sein.

Auf Rang 5 der bestbezahlten Sportler

Roger Federer (30) selbst ist inzwischen zu einer starken Marke und zu einem Grossverdiener avanciert. Gemäss dem Wirtschaftsmagazin «Forbes» verdient Federer rund 53 Millionen Dollar im Jahr. Nur 7,7 Millionen (17 Prozent) entfallen auf Turniersiege und Prämien. 83 Prozent respektive 45 Millionen Dollar steuern die Sponsoren bei. Er gehört damit zu den fünf bestbezahlten Sportlern überhaupt. Vor ihm platziert sind die Boxer Floyd Mayweather und Manny Pacquiao swoie der Golfer Tiger Woods und der Basketballer LeBron James, wie das am 19. Juni veröffentlichte Ranking zeigt. Das Vermögen des Baslers (geboren in Bottmingen) beziffert «Forbes» auf knapp 350 Millionen Dollar.

Alles eitel Sonnenschein? Schliesslich findet der Experte Ramseier doch einen Makel: Zumindest in der Schweiz tanze Federer auf zu vielen Hochzeiten - unter anderem mit Sponsoren wie Lindt & Sprüngli, Nationale Suisse und Jura-Kaffeemaschinen. Das macht gemäss Ramseier eine hohe physische Präsenz im Umfeld des Unternehmens unmöglich. Ramseier: «Es ist wichtig, dass der Gesponserte oft an Kunden-Events präsent sind.» Das mache solche Events einmalig, ja unbezahlbar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.H. am 15.07.2012 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Credit Suisse

    Nicht zu vergessen, er steht auch für die Credit Suisse. Gut gemacht.

  • Reto / Diebold am 15.07.2012 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Federer ist gut und toll; aber ich werde genau deshalb nie etwas kaufen wofür ee wirbt; die Firmen würden lieber ihre Billigarbeiter besser bezahlen und ebenfalls bei ihren Managerlis sparen

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  • Benno am 16.07.2012 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lache mich kaputt

    Wo sind jetzt die Personen, wo immer nach einem Rücktrittt von RF fordern? Lasst ihn einfach mal in Ruhe. Bravo Roger, weiter so...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Higis am 16.07.2012 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist zu viel

    Federer hin oder her, solche Saläre finde ich nicht mehr in Ordnung.

    • Sigi Thaler am 16.07.2012 15:28 Report Diesen Beitrag melden

      Reiche immer reicher, Arme immer ärmer

      Ja, leider wird das bei Federer nie gross kritisiert, er ist halt der "Liebling der Nation". Hingegen würde man jemanden aus der Privatwirtschaft längstens als Abzocker beschimpfen. Klar leistet Federer sportlich viel, doch in Zeiten, wo sich mittelständische Familien nicht mal mehr Miete, Krankenkassen etc. leisten können, muss sich auch ein Herr Federer Kritik für seinen Lohn gefallen lassen. Solche Saläre lassen sich wirtschafts- und sozialethisch einfach nicht rechtfertigen.

    • pedro lopez am 16.07.2012 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      @sigi

      besser könnte man es nicht sagen sigi. es wird endlich mal zeit, dass man nicht immer die banker und manager kritisiert, sondern auch federer, fussballer etc. zu lange wurde über ihn immer die schützende hand gehalten. wer fast 60 mio im jahr verdient, muss man gesellschaftskritisch beurteilen.

    • Tizi Tennis am 16.07.2012 16:24 Report Diesen Beitrag melden

      Abozocker? sicher nicht!

      @sigi und pedro: ein abzocker ist einer, der einer firma massiv geld entzieht, um nicht zu sagen ausnimmt - welches dann an anderen stellen (mitarbeiter, aktionäre, usw...) fehlt. das geld, das federer von den sponsoren erhält ist im werbe-budget der einzelnen firmen geregelt. ist dieser betrag zu teuer, wird das budget gekürzt. punkt. das selbe gilt für geld aus turniersiegen. klar kann man sich fragen, ob so viel geld überhaupt "verdient" werden kann. aber ein abzocker ist roger federer definitiv nicht!

    • SportWoman am 16.07.2012 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Tizi: Missverständnis

      Ich glaube du missverstehst die beiden. Es geht nicht darum, dass Roger Federer ein schlechter Mensch ist, sondern darum, dass egal wie lieb und nett er ist, solche Saläre einfach nicht zu rechtfertigen sind. Weiter geht es auch darum, dass Federer eine Art medialer Denkmalschutz geniesst und immer andere mit solchen Salären an den Pranger gestellt werden. Warum auch nicht mal Federers Einkommen sozialkritisch beurteilen? Das darf doch wohl erlaubt sein...

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  • Benno am 16.07.2012 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich lache mich kaputt

    Wo sind jetzt die Personen, wo immer nach einem Rücktrittt von RF fordern? Lasst ihn einfach mal in Ruhe. Bravo Roger, weiter so...

    • Albin Indergand am 17.07.2012 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      Er denkt auch an Unterprivilegierte!

      Richtig Benno. Erstens verdient er sein Geld mit harter Arbeit, zweitens lässt er auch Arme und Aermste an seinem Reichtum teilhaben. Das sollten sich mal die Abzocker, die genüsslich auf dem Stuhl sitzen und mit fragwürdigen Spekulationen ihr Vermögen äufnen hinter die Ohren schreiben.

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  • chrigi am 16.07.2012 05:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum gähnen

    das kuenstlich gespielte Tennis

  • Reto / Diebold am 15.07.2012 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Federer ist gut und toll; aber ich werde genau deshalb nie etwas kaufen wofür ee wirbt; die Firmen würden lieber ihre Billigarbeiter besser bezahlen und ebenfalls bei ihren Managerlis sparen

    • Charlie_Jukuly am 16.07.2012 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      ja stimmt. Habe nie darüber nachgedacht, aber ich stimme Ihnen 100% zu!!!

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  • M.H. am 15.07.2012 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Credit Suisse

    Nicht zu vergessen, er steht auch für die Credit Suisse. Gut gemacht.