Pensionskassen

09. September 2010 21:59; Akt: 09.09.2010 20:05 Print

Feste Rente bald Vergangenheit?

von Elisabeth Rizzi - Eine feste Rente im Ruhestand: Das könnte künftig gefährdet sein. Den Pensionskassen fehlt zunehmend Geld. Deshalb fordern sie flexible Renten.

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Gehört die feste Rente bald der Vergangenheit an? (Bild: colourbox.com)

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Die Unterdeckung der Schweizer Pensionskassen hat sich seit der Finanzkrise zwar etwas entspannt. Der momentane Deckungsgrad aller Kassen beträgt laut Swisscanto 97,9 Prozent. Doch nichts ist gut. Eine gestern publizierte Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young stellt fest: Die Vermögenserträge der Pensionskassen sind zu klein, um nachhaltig auch die künftigen Rentenauszahlungen zu sichern. «Was an Rendite übrig bleibt, geht vor allem an die laufenden Renten. Zum An­sparen für die Zukunft bleibt wenig bis kein Zins übrig», so Patrik Schaller, Vorsorgeleiter bei Ernst & Young.

Oft würden die überobligatorischen Leistungen gar nicht mehr verzinst, damit wenigstens die gesetzlichen Minimalleistungen gewährt werden könnten. 85 Prozent der Insti­tutionen gehen entsprechend davon aus, dass sie in den nächsten zehn Jahren ihre ­Vorsorgeleistungen reduzieren oder ihre Finanzierungsbeiträge erhöhen müssen.

Brisant: Die 48 in der Studie befragten Kassen befürworten am stärksten eine Aufsplittung der Renten in einen garantierten und einen variablen Teil. Will heissen: Rentner bekämen nicht mehr eine fest auf ihr angespartes Kapital bezogene Rente, sondern je nach Finanzlage der Pensionskasse tiefere Beträge. Um eine solche Änderung einzuführen, wäre allerdings eine Revision der beruflichen Vorsorge nötig und damit eine Volksabstimmung.