BP-Ölkatastrophe

03. März 2011 17:18; Akt: 03.03.2011 17:18 Print

Fette Rente für den Manager des Grauens

Satte 1,1 Millionen Dollar erhält der Ex-BP-Boss Tony Hayward jährlich als Altersrente. Das Gesicht der schwarzen Pest, wie er auch genannt wird, bekommt zumdem noch 1,6 Millionen Dollar Abfindung.

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Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und Fischen sind verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer geflossen. 20. April 2010: Die Ölplattform Deepwater im Golf von Mexiko explodiert. Elf von 126 Arbeitern sterben, die andern werden evakuiert, drei von ihnen schwer verletzt. 21. April 2010: Die Bohrinsel steht in Flammen. Löschversuche verlaufen erfolglos. 22. April 2010: Deepwater sinkt. Die Ölplattform gehört der Schweizer Transocean mit Sitz im schweizerischen Zug, der britische Konzern BP hat sie von Transocean geleast. 28. April 2010: Ölarbeiter versuchen, eine Sperre um das auslaufende Öl zu errichten. Erfolglos. 30. April 2010: Das Öl erreicht die Küste. Die Pelikane «verölen». 3. Mai 2010: US-Präsident Barack Obama erklärt die Katastrophe zum Ereignis von nationaler Bedeutung. 3. Mai 2010: BP kündigt an, alle Kosten der Katastrophe zu übernehmen. 7. Mai 2010: Eine Stahlbetonglocke wird über das Leck gestülpt. Ohne Erfolg. Mai 2010: Das Sterben geht weiter. Mai 2010: Ölschwaden auf dem Wasser. Mai 2010: Die US-Navy versucht, das Öl kontrolliert abzubrennen. Erfolglos. Mai 2010: Pelikan im mexikanischen Golf. 11. Mai 2010: Protest im US-Senat während eines BP-Hearings. 12. Mai 2010: BP versucht, eine kleinere Glocke über das Loch zu stülpen. Ohne Erfolg. 15. Mai 2010: Protest am Firmensitz der Plattformbesitzerin Transocean in Zug. 26. Mai 2010: Die Aktion «Top Kill» soll das Leck mit Schlamm versiegeln. Erfolglos. 2. Juni 2010: Die US-Behörden leiten strafrechtliche Schritte gegen BP ein. 3. Juni 2010: Das Öl erreicht die Traumstrände Floridas. 17. Juni 2010: BP-Chef Tony Hayward redet von einer «beispiellosen Serie von Fehlern». 29. Juni 2010: BP gibt zu, dass die Schäden eventuell unbezahlbar sind. 2. Juli 2010: Serie von Fehlern geht weiter: Augenzeugen berichten, BP schütte an gewissen Stränden einfach Sand über das Öl. 3. Juli 2010: Der Supertanker «A Whale» wird als Öl-Sauger eingesetzt. Erfolglos. 10. Juli 2010: Ein am 4. Juni installierter Trichter wird entfernt. Das Öl fliesst wieder völlig ungehindert ins Meer. 12. Juli 2010: Eine neue Glocke wird über das Leck gestülpt. 18. Juli 2010: Serie von Fehlern geht weiter: BP veröffentlicht auf ihrer Website ein manipuliertes Foto, das Geschäftigkeit im BP-Katastrophenzentrum vortäuscht. Im Original war der Bildschirm im unteren Bild weiss. Ab 15. Juli 2010: Die neu installierte Absaugglocke schliesst das Leck. Erstmals seit Beginn der Katastrophe fliesst kein Öl mehr ins Meer. Die Verseuchung ist aber nach wie vor omnipräsent. 19.9.2010: Die defekte Ölquelle im Golf von Mexiko ist endgültig versiegelt. Fünf Monate nach Beginn der Ölpest gelang es BP-Experten, die Quelle mehrere Tausend Meter unter dem Meeresboden mit Zement zu verschliessen.

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Der ehemalige Chef des britischen Ölkonzerns BP, Tony Hayward, bekommt wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko für das vergangene Jahr zwar keinen Bonus. Aber seine einmalige Abfindung und seine jährliche Rente werden ihm das Leben versüssen.

Hayward ist weiterhin Mitglied im Verwaltungsrat des britisch-russischen Gemeinschaftsunternehmens TNK-BP und bekommt dafür 150 000 Dollar im Jahr. Als Abfindung erhielt er 1,6 Millionen Dollar. Ab dem Alter von 65 wird er mehr als 1,1 Millionen Dollar Rente pro Jahr bekommen. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Konzerns an die Aktionäre hervor.

41 Milliarden Rückstellungen

BP hatte das Jahr 2010 mit einem Verlust von 4,9 Milliarden Dollar beendet. 2009 hatte das Unternehmen noch 14 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Für die Folgen der Ölkatastrophe stellte der Konzern 40,9 Milliarden Dollar zurück.

Im April 2010 war die Plattform «Deepwater Horizon» explodiert und gesunken. Bei der Explosion kamen elf Arbeiter ums Leben, Millionen Liter Erdöl flossen ins Meer. BP-Chef Hayward verliess das Unternehmen.

(sda)