Autokonzerne

27. Mai 2019 07:56; Akt: 27.05.2019 08:54 Print

Fiat Chrysler und Renault prüfen Fusion

Fiat Chrysler und Renault könnten bald gemeinsame Sache machen. Die Autokonzerne prüfen eine Fusion.

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Renault ist bereits mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi eng verbunden. Nun soll es ein Bündnis mit Fiat Chrysler geben. Der riesige Verbund würde VW bei den Verkäufen überrunden.

Der Autokonzern Fiat Chrysler schlägt eine Fusion mit Renault vor. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Bei einem Zusammenschluss würde einer der grössten Autokonzerne der Welt entstehen und die Marktführer Volkswagen und Toyota herausfordern.

Fiat Chrysler schlägt eine Fusion zu gleichen Teilen der Unternehmen als einen 50/50-Zusammenschluss vor. Renault bestätigte, den Vorschlag erhalten zu haben. Der Verwaltungsrat von Renault werde am Vormittag über die Offerte beraten und sich danach schriftlich äussern, teilte das Unternehmen in Boulogne-Billancourt bei Paris mit.

Neuer globaler Gigant entstünde

«Der vorgeschlagene Zusammenschluss würde einen globalen Autohersteller schaffen, herausragend in Bezug auf Umsatz, Volumen, Rentabilität und Technologie sowie von Vorteil für die Anteilseigner der Unternehmen», teilte Fiat Chrysler weiter mit. Es habe bereits Gespräche zwischen beiden Unternehmen gegeben, um Produkte und Regionen für eine Zusammenarbeit zu identifizieren.

Der französische Hersteller Renault ist seit langem mit den japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi in einer Allianz verbunden. Zusammen verkauften sie im vergangenen Jahr 10,76 Millionen Fahrzeuge. Mit dem US-italienischen Autoriesen FCA kämen die Hersteller auf mehr als 15 Millionen. Sie würden damit deutlich Volkswagen (10,83 Millionen) überholen.

FCA führt unter anderen die Marken Alfa Romeo, Fiat, Chrysler, Dodge, Jeep oder Maserati. Der Konzern hat nach eigenen Angaben rund 199'000 Beschäftige.

Renault strebt nach früheren Informationen aus Japan eine Fusion mit Nissan an. Dessen Chef Hiroto Saikawa hatte aber unlängst deutlich gemacht, dass man einen Zusammenschluss für unnötig halte.

In Frankreich redet Politik mit

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire drang erst in der vergangenen Woche darauf, die Allianz zwischen Renault und Nissan zu festigen. «Wir brauchen solide, starke und gefestigte Industriekonzerne», hatte er gesagt.

Der französische Staat hat bei Renault ein gehöriges Wort mitzureden, denn er hält 15 Prozent der Anteile. Renault hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan. Nissan ist seinerseits zu 15 Prozent an Renault beteiligt.

Nach der Verhaftung von Automanager Carlos Ghosn in Japan war das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Auto-Bündnis in eine schwere Krise geraten. Ghosn war ein Verstoss gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden.

Seither wurde er mehrfach wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam kürzlich zum zweiten Mal auf Kaution aus der Untersuchungshaft. Ghosn hatte die Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.

(sda/afp)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Expat am 27.05.2019 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3 Verlierer 1 Gewinner

    Wage eine vorsichtige Prognose. Bei zusammen etwa 500000 Mitarbeitern werden 15%nach 3 Jahren eingespart, gehen als 75000 Arbeitsplätze verloren. Kein Auto dieses Giganten wird auch nur 1 Euro billiger. Folglich hat also der Kunde auch nichts davon. Weiter werden die Steuerzahler die Arbeitslosen finanzieren müssen. Unter dem Strich gewinnen nur einige wenige reiche Aktionäre. Wie gehabt.

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  • beni am 27.05.2019 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der verwaltungsrat prüft...

    heisst nichts anderes, sie debattiere, wieviel sie persönlich bei diesem deal absahnen können. das ist immer so. die mitarbeiter werden die quittung bekommen. wetten?

  • Mr Auto am 27.05.2019 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Renault ist eine sehr gute Automarke Nissan eben so. Die Deutschen Hersteller sind überteuert da bezahlt man für den Namen mindestens 10% viel besser sind sie nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jolle am 28.05.2019 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist eine kleine Clique

    ...welche uns ständig mit den achso tollen Vorzügen des freien Marktes beweihräuchert. Unter dem Deckmanten des freien Marktes und der unternehmerischen Freiheit (-des Grosskapitals) wird das Mäntelchen des Faschismus ausgebreitet. Bald nur noch 2-3 Automobilkonzerne welche durch Absprachen die Preise diktieren? Wir kennen das Spiel nun zu lange und zu genüge. Ich fahre nur noch alte Autos (>10 Jahre). Konsum frisst Gehirn.

  • Ing. am 28.05.2019 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungleiche Partnerschaft

    Wieso soll Renault mit einen so schlechten 50:50-Deal mit Fiat eingehen? Ersterer verkauft doppelt so viele Autos. Meiner Meinung nach ist Fiat hier klar der Junior-Partner in der angedachten Fusion und würde somit eher von Renault übernommen werden.

    • Illumination am 28.05.2019 15:32 Report Diesen Beitrag melden

      Sehe ich ähnlich..

      FCA ist "angeschlagen", schreibt im Q/1-2019 schlechte Zahlen selbst in Nordamerika, in Europa gar rote Zahlen (leider hauptsächlich durch Alfa Romeo und Maserati). Die Fiat-Gruppe ist nur in Italien stark und an erster Stelle (Marktanteil 2018/26,3 Prozent, davon Fiat allein 16,93 Prozent) - PSA mit 15,14 Prozent bereits auf Rang 2, VW/Konzern mit 14.13 Prozent auf Rang 3.. FCA und Renault versprechen sich über das jeweilige Vertriebsnetz Zugang zu neuen Märkten (auf Kosten von Nissan/Mitsubishi?) und Skaleneffekte beim Einkauf - kann ich für Renault nicht ganz nachvollziehen..

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  • grml am 28.05.2019 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie wird's wohl?

    Nissans Motoren Technik, französischer Comfort, italienisches Design und US Marketing, dann goodbye Deutschland. Fiats Motoren Technik, japanischer Comfort, US Design und französisches Marketing, das wär die schlechte Variante....

  • Realist am 27.05.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boykottiert Amischrott

    Fiat ist ja gut und recht aber Chrysler... Werft den auf "den Haufen"! Amischrott!

  • Jo Blocher am 27.05.2019 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Renault hat mit Nissan

    ..eine Allianz. Nissan hat einen Grössenanteil von 60% und wird nie auf dieses Angebot eingehen. Diese FCA Geschichte ist eine Ente.

    • grml am 28.05.2019 05:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jo Blocher

      Also mein Lancia läuft und läuft und läuft, sie argumentieren mit alten Klischees.

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