Unter Druck

07. Mai 2012 23:05; Akt: 08.05.2012 00:00 Print

Finanzplatz Genf droht Ungemach

von Leo Hug - Frankreichs neue Regierung dürfte den Druck auf den Finanzplatz Schweiz erhöhen. Am stärksten wird Genf darunter leiden.

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Der Wahlausgang in Frankreich hat Folgen für den Finanzplatz Schweiz: «Die Franzosen werden ihre Gangart in der Steuerfrage verschärfen», vermutet der Wirtschaftsprofessor Walter Wittmann gegenüber 20 Minuten. Am härtesten werde es den Finanzplatz Genf treffen, weil dort viel französisches Schwarzgeld liege. Das Genfer Unternehmen Helvea schätzte vor zwei Jahren, dass insgesamt 91,7 Milliarden Franken aus Frankreich versteckt auf Schweizer Banken liegen.

In Genf selbst hofft man auf schweizerisches Verhandlungsgeschick: «Unsere Diplomatie und Bankenverbände haben jetzt die Chance, unsere Finanzmarktstrategie und die Abgeltungssteuer den Franzosen zu erklären», meint Steve Bernard vom Branchen-Dachverband Genève Place Financière. Bei der Schweizerischen Bankiervereinigung setzt man wie schon vor den Wahlen in Frankreich auf bilaterale Lösungen und die Abgeltungssteuer. «Unser Angebot ist ein Steuerabkommen mit Frankreich», sagt Pressesprecher Thomas Sutter. Doch diese Strategie ist seit dem Wochenende gefährdet: «François Hollande wird sich nicht mit einer Abgeltungssteuer begnügen, er will den automatischen Informationsaustausch», sagt der Berner Wirtschaftsrechtler Peter V. Kunz. Frankreich habe schon unter Nicolas Sarkozy viel Druck auf das Bankengeheimnis gemacht und werde es nun erst recht tun.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Büezer am 08.05.2012 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    soso...

    und weiter geht's mit dem Ausverkauf...

  • herb am 08.05.2012 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hollande reden lassen

    Hollande soll wollen, was er will. Alle wollen irgendetwas. Die EU-(Staaten) hören gar nicht mehr auf mit Fordern. Es wird Zeit, dass die Schweizer Politik sieht, dass sie von Europa nur Gesetze übernehmen und Geld an Europa zahlen soll. Und die Forderungen werden immer mehr und mehr und mehr. Lieber jetzt sagen, es reicht statt später, wenn man weitere 10000 Forderungen erfüllt hat und gar nicht mehr anders kann, als zu sagen, dass es reicht, weil es ans Lebendige geht.

  • Lach Thomas am 08.05.2012 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz hat Geld, also wird abkassiert

    Frankreich braucht Geld, also ist es logisch das man es von der Schweiz bekommt. Warum wird immer Geschätzt wie viel Geld in der Schweiz liegen? Wiso hat der Bundesrat keine genauen Zahlen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • herb am 08.05.2012 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hollande reden lassen

    Hollande soll wollen, was er will. Alle wollen irgendetwas. Die EU-(Staaten) hören gar nicht mehr auf mit Fordern. Es wird Zeit, dass die Schweizer Politik sieht, dass sie von Europa nur Gesetze übernehmen und Geld an Europa zahlen soll. Und die Forderungen werden immer mehr und mehr und mehr. Lieber jetzt sagen, es reicht statt später, wenn man weitere 10000 Forderungen erfüllt hat und gar nicht mehr anders kann, als zu sagen, dass es reicht, weil es ans Lebendige geht.

  • Hans Meier am 08.05.2012 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Adieu les Français

    Ja, dann müssen halt die Franzosen, die in der Schweiz arbeiten, langsam die Koffer packen!

  • Büezer am 08.05.2012 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    soso...

    und weiter geht's mit dem Ausverkauf...

  • Jean Jaques G. am 08.05.2012 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ungemach?

    Was für Ungemach? Dann soll Herr Hollande den vielen Tausenden Grenzgängern in Genf eine gleich gut bezahlte Arbeitsstelle in Frankreich finden! Dieser unruhige Herr wird sich noch beruhigen müssen - auch in der EU!

  • Martha Keller am 08.05.2012 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Methode

    Die Banken sollten einfach 2 Lizenzen erhalten. Eine Lizenz für die EU/USA-Kunden und eine Lizenz für die Kunden anderer Länder. Somit ist es dann am besten geregelt.