Stabilität in Gefahr

22. März 2011 11:30; Akt: 22.03.2011 17:54 Print

Finma warnt Banken vor Zinsanstieg

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) warnt vor den Gefahren des Tiefzinsumfelds. Ein abrupter Anstieg der Zinsen würde die Stabilität des Finanzsystems beeinträchtigen.

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Der erste Auftritt als FINMA-Präsidentin: Anne Héritier Lachat (Bild: Keystone)

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Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat den den Banken erneut den Mahnfinger gezeigt. An ihrer Jahresmedienkonferenz wies die Aufsichtsbehörde auf die Gefahren des aktuellen Tiefzinsumfelds hin. Ein abrupter Anstieg der Zinsen würde Banken vor grosse Herausforderungen stellen und die Stabilität des Finanzsystems beeinträchtigen.

Laut Finma stiegen die Hypothekarkredite der Schweizer Banken im vergangenen Jahr um rund 6,5 Prozent. Die Banken seien fast ausnahmslos gegenüber steigenden Marktzinsen exponiert, warnte Finma- Direktor Patrick Raaflaub.

Ein bedeutendes Zinsänderungsrisiko bestehe nicht nur im Hypothekargeschäft sondern etwa auch bei Lebensversicherungen. Umso wichtiger sei es, dass die Verwaltungsräte dem Zinsrisiko eine stärkere Aufmerksamkeit entgegenbrächten. Die Finma verfolge die Lage aufmerksam und ordne punktuell Korrekturen an, hiess es.

Mahnung an Politik

Die Finma rief die Politik erneut auf, die nach der Finanzkrise entworfenen Massnahmen (Too-big-to-fail-Problem, Basel III) in ihrer Gesamtheit rasch umzusetzen. Die damit geplante Verschärfung der Vorschriften für Eigenmittel, Organisation, Liquidität und Risikoverteilung seien eine notwendige und angemessene Antwort auf die Finanzkrise.

Die heutige Jahresmedienkonferenz war der erste öffentliche Auftritt von Finma-Präsidentin Anne Héritier Lachat. Der Bundesrat hatte die 60-jährige Genfer Juristin im Dezember zur Nachfolgerin von Eugen Haltiner gewählt.


Finma-Präsidentin Anne Héritier Lachat im Video-Interview.

(sda)