Verhaltenskodex ade

12. Dezember 2011 12:48; Akt: 12.12.2011 13:33 Print

Firmenausflug endete im Bordell

Was ist biederer als eine Bausparkasse? Die Mitarbeiter der Wüstenrot Bausparkasse wurden diesem Image bei einer Reise nach Rio de Janeiro alles andere als gerecht.

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Munteres Treiben auf den Hotelfluren. (Bild: Keystone)

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Eine Fahrt für Vertreter der deutschen Wüstenrot Bausparkasse nach Rio de Janeiro wurde für mehrere Teilnehmer zu einer ausschweifenden Lustreise. Rund 20 Aussendienstler besuchten einem Bericht des deutschen «Handelsblatts» zufolge im April 2010 den Nachtclub «Barbarella» in Rio de Janeiro, einen Kontakthof für käuflichen Sex.

Ein Bus habe die Handelsvertreter vor dem Bordell abgesetzt. «Die Bustüren gingen auf, und etwa die halbe Gruppe stieg aus, inklusive Bereichsleiter und Direktoren», berichtete ein Teilnehmer der Zeitung. «Ich habe nur gedacht: Das kann ja wohl nicht sein, dass uns die Wüstenrot hier zum Puff kutschiert.»

Nach Erkenntnissen der Bausparkasse besuchten 14 bis 20 der insgesamt 50 mitgereisten Handelsvertreter das «Barbarella». Mindestens drei, darunter auch Führungskräfte, hätten sich Prostituierte mit aufs Zimmer genommen.

Munteres Treiben auf den Hotelfluren

Auf den Hotelfluren habe ein munteres Treiben geherrscht. «Die brasilianische Polizei griff einen unserer Direktoren nachts im Beisein einer Prostituierten am Strand auf», zitierte das Blatt den Reiseteilnehmer.
Wüstenrot teilte am Montag mit, man unterstütze, organisiere oder finanziere keine Aktivitäten, die gegen den Verhaltenskodex der Bausparkasse verstossen. Die Vorfälle in Rio de Janeiro würden derzeit intensiv geprüft.

«Eindeutige Ausschweifungen im Rahmen einer Dienstreise verstossen selbstverständlich gegen unsere Verhaltensrichtlinien», erklärte Wüstenrot-Vorstand Bernd Hertweck. «In diesen Fällen werden wir, wenn es angemessen und rechtlich möglich ist, personelle Konsequenzen ziehen. Sollte dies nicht möglich sein, werden wir zumindest disziplinarische Massnahmen ergreifen.»

Wüstenrot will nur noch innerhalb Deutschlands verreisen

Ab 2012 komme nur noch Deutschland als Ziel für Incentive-Reisen infrage. Wie das Unternehmen mitteilte, kostete die Reise nach Brasilien rund 200 000 Euro.
Die Vorfälle bei Wüstenrot erinnern an den im Mai dieses Jahres bekanntgewordenen Skandal bei der Hamburg-Mannheimer. Die Versicherung hatte 2007 die traditionsreiche Gellert-Therme in Budapest angemietet und eine ausschweifende Betriebsfeier veranstaltet. Zahlreiche Prostituierte sollen bezahlt worden sein, um die 100 besten Vertreter zu belohnen.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beks am 12.12.2011 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Freie Stelle?

    Ich will auch dort arbeiten :D!

  • Ricardo am 12.12.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nix dabei

    Was habt ihr nur für Probleme? Das war ja freiwillig! Und wäre ich Single, wäre ich ebenfalls reingegangen! Wo ist das Problem? Bedenkt doch das dies das älteste Gewerbe der Menschheit ist! Unwürdig? Pervers? Kommt schon! Lieber lässt sich eine Frau mit mir (durchschnittlich gut aussehend und gepflegt) ein, der sie respektiert und anständig behandelt, als mit einem alten grüüsigen Sack! Denn tun wird sie es sowieso...

    einklappen einklappen
  • dan daniels am 12.12.2011 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Das ist doch der ganz Normal Wer macht das nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jens am 12.12.2011 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Naja solche Geschäft reisen hätte ich auch gerne , sein doch ehrlich Leute wer hat es nicht gerne ???????

  • Dani am 12.12.2011 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Moralisten

    So ein Geschrei wegen ein paar Minuten Spass. Das ist ja nur noch prüde. Was ist den daran unmoralisch? Seid doch nicht päpstlicher als der Papst. Man könnte ja meinen es kam jemand zu Schaden

  • R. Lamda am 12.12.2011 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Spass...

    "weist du bei den frauen ist das auch nicht betrügen, da ist es was anderes und sowieso bist du als mann am schluss selber schuld das sie fremd geht." Sorry aber wenn ich sowas lese... Der Mann braucht den Ständer, die Power, und den ganzen Rest. Die Frau muss nur daliegen, und wenns dann (komischerweise) langweilig wird, geht man auswärts. Alle die sowas sagen haben ein unerfülltes Liebesleben. Mir tun alle Fremdgeher ein Stück weit sogar leid, eine unehrliche Beziehung belastet das Gemüt und hat mindestens eine schlechte Zukunft, höchstens dann die Trennung.

  • Blindfisch am 12.12.2011 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Freier Markt

    An alle die sich hier über Prostitution Aufregen: das ist (marktwirtschaftlich gesehen) ein Paradebeispiel der freien Marktwirtschaft. Gäbe es keine Nachfrage, gäbe es auch kein Angebot. Gibts zu viel Angebot sinkt der Preis bis einige aufhören, gibts strengere Gesetze gibts weniger Angebot und höhere Preise. Auch wenn das ganze unmoralisch ist, denkt daran: auch in der Schweiz gibt es viele die dieses Angebot nutzen (ich nicht)

  • claudia burghof am 12.12.2011 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur Männer

    Vorurteile.. das machen nur Männer blah blah.. schaut mal in Bali oder Jamaica wie sich unsere Westlichen Frauen aufführen mit Ihren ToyBoys..