Gegenschlag der EU

02. März 2018 19:24; Akt: 02.03.2018 19:33 Print

Folgen nun Strafzölle auf Whiskey, Harley und Levis?

Auf Donald Trumps Ankündigung von Strafzöllen auf Stahlimporte folgt die Gegenreaktion der EU. Auch der IWF übt Kritik.

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Nach der Ankündigung hoher Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump bereitet die EU ihrerseits Strafzölle auf bestimmte US-Produkte vor.

Darunter seien etwa Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson-Motorräder und Levi's-Jeans, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Angaben einer Sprecherin am Freitag in Hamburg. Die EU werde nicht tatenlos zusehen, wenn Unternehmen und Arbeitsplätze in Europa bedroht seien.

Kritik des IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich der weltweiten Kritik angeschlossen. Diese Zölle würden «wahrscheinlich Schaden nicht nur ausserhalb der USA, sondern auch der US-Wirtschaft selbst» zufügen, erklärte IWF-Sprecher Gerry Rice am Freitag in Washington.

Der IWF sei besorgt, dass nun auch andere Länder ebenso wie die USA Gründe der nationalen Sicherheit anführen könnten, um weitreichende Handelsbeschränkungen zu verhängen.

Mit Suppendose für Handelskrieg gerüstet

US-Handelsminister Wilbur Ross hat eine Vorführung mit Getränke- und Suppendosen veranstaltet, um sich über die Kritik an den angekündigten US-Strafzöllen zu mokieren. Während eines Interviews im US-Fernsehsender CNBC hielt Ross am Freitag eine Cola-, eine Bier- sowie eine Suppendose hoch und rechnete vor, dass diese Produkte infolge der Metallzölle nur unwesentlich teurer würden.

Die Campbell-Suppe, die er gerade in einem Laden für 1,99 Dollar gekauft habe, enthalte Stahl im Wert von 2,6 Cents, sagte der Minister. Bei einem 25-Prozent-Zoll auf Stahl, wie ihn Präsident Donald Trump am Vortag angekündigt hatte, würde die Suppe um gerade einmal etwa sechs Zehntel eines Cents teurer werden. Dies sei kein Preisanstieg, der irgendjemanden stören könnte, witzelte Ross.

Bei der Kritik, die Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte würden die Preise für die US-Verbraucher deutlich erhöhen, handele es sich um «Hysterie» und «viel Lärm um nichts», sagte der Minister.

Allerdings bezieht sich die Kritik, dass die Strafzölle die Verbraucherpreise in den USA in die Höhe treiben würden, nicht nur auf Getränke- und Suppendosen, sondern auch auf Produkte mit ungleich höheren Preisen. So verarbeiten beispielsweise auch die US-Automobilunternehmen ausländischen Stahl - 25 Prozent machen bei Autos einen deutlich grösseren Unterschied als den Bruchteil eines Cents.

(nag/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Löli47 am 02.03.2018 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Die EU

    hat doch auch Zölle auf Stahl aus China eingeführt. Was soll jetzt das Gejammer der EU, wenn Donald es auch macht?

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  • Der SeheR am 02.03.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU USA

    die USA macht nur das was die EU auch. Drohen Drohen Drohen.

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  • Andi Fire am 02.03.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kuschelzeit

    Die Kuschelzeit in der Weltpolitik sind vorbei. Das ist gut so.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • steff am 03.03.2018 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beobachtet genau

    Der dritte Weltkrieg hat schon längst begonnen und keiner merkt es!? Wir sollten uns nicht sorgen ums Geld machen,wir müssen wohl eher besorgt sein um uns Menschen.

  • Hobbit am 03.03.2018 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    I Phone vergessen

    Sie sind zwar schon zu teuer, aber ihr habt Apple vergessen

  • Baran Dun am 03.03.2018 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polit-Greise der EU...

    Gegenschlag der EU? Die hilflosen Politgreise um den Grapscher Juncker werden ganz bestimmt das Falsche tun, um sich wichtig zu machen!

  • Apollonia am 03.03.2018 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alkohol

    Auf Alkohol eher keine Strafzölle. Das würde Juncker hart treffen.

  • Fairness am 03.03.2018 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grund

    die fragt sich natürlich, was der Grund ist. Meist sind das subventionierte Dumpingpreise auf Einfuhren. Das machen wir selbst ja auch, und auch die EU.