Grosse Depression

05. Oktober 2013 22:37; Akt: 06.10.2013 00:02 Print

Folgt auf den Shutdown der wirkliche Crash?

Der Haushaltsstreit könnte sich als verhältnismässig harmlos herausstellen verglichen mit der Tatsache, dass die USA in zwei Wochen die Schuldenobergrenze erreichen werden.

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Der Kreditmarkt könnte zum Stillstand kommen, der Dollar-Kurs abstürzen und die Zinsen könnten in die Höhe schiessen, wenn die USA zahlungsunfähig sind. (Bild: AFP)

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Gut zwei Wochen vor Erreichen der Schuldenobergrenze hat das US-Finanzministerium vor einer schwereren Rezession als einst die Grosse Depression in der 30er Jahren gewarnt. Sollte sich der Kongress bis zum 17. Oktober nicht auf eine Erhöhung der Verschuldungsgrenze einigen, werde dies ernste Konsequenzen für die Wirtschaft haben, teilte Finanzminister Jacob Lew am Donnerstag mit. Der Kreditmarkt könnte zum Stillstand kommen, der Dollar-Kurs abstürzen und die Zinsen könnten in die Höhe schiessen, hiess es in einem Bericht des Ministeriums.

Eine Verschiebung der Entscheidung über die Schuldenobergrenze sei genau das, was die US-Wirtschaft nicht brauche, sagte Lew. Er sprach von einem selbst zugefügten Schaden für Familien und Unternehmen, sollte es so weit kommen.

Bereits vergangene Woche hatte Lew dem Kongress erklärt, dass die Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen Dollar (gut 12,3 Billionen Euro) spätestens am 17. Oktober erreicht sein werde. Die Verschuldungsgrenze wäre eigentlich bereits im Mai überschritten worden. Seither nutzte die Regierung «besondere Massnahmen», um den Kreditrahmen um weitere 300 Milliarden Dollar zu erweitern. Dazu zählte zum Beispiel, Zahlungen an Sicherungsfonds für öffentlich Bedienstete auszusetzen.

Haushaltstreit geht weiter

Obwohl die Folgen des Haushaltsstreits vergleichen mit der Schuldenobergrenze verhältnismässig harmlos sind, bekommen
viele Amerikaner mittlerweile die Auswirkungen des «Shutdowns» zu spüren - stärker, als es manche gedacht hatten. Hochzeitsfeiern sind gefährdet, Ferienpläne im Eimer, und ein Bauer im Mittleren Westen kann den Scheck, den er beim Verkauf einer Kuh erhalten hat, nicht einlösen. Die Regierung in Washington, das erfahren jetzt die Amerikaner am eigenen Leib, ist mehr als ein Heer von Bürokraten ohne Gesichter.

Ungefähr 800 000 dieser öffentlichen Bediensteten - von Steuerbeamten bis hin zu Raumpflegern - sind am unmittelbarsten betroffen. Sie wurden in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Der Rest der Bevölkerung fühlt die Folgen in verschiedenen Bereichen des alltäglichen Lebens, bei Aktivitäten oder Dienstleistungen, die sonst selbstverständlich waren. Und manchmal fallen auch Vorhaben ins Wasser, die seit langem geplant waren, mit viel Liebe, Aufwand und Vorfreude.

(whr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eidgenosse am 06.10.2013 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    USA = Entwicklungsland Nr. 1 !!

    Die USA ist doch in mancher Hinsicht das Entwicklungsland Nr. 1 weltweit. Wer einfach nur Geld druckt auf Gedeih und Verderben hin der hat nichts anderes verdient als bankrot zu gehen. Die selbsternannten Weltverbesserer sollten nun endlich mal im eigenen Land Ordnung reinbringen bevor sie weltweit immer wieder Hass und Kriege schüren nur der Militärwirtschaft wegen !! Trotz weltweiter Wirtschaftsfolgen hoffe ich die USA wird endlich zahlungsunfähig !!

    einklappen einklappen
  • Martin am 06.10.2013 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenzen

    Ich hoffe dass aus dem ganzen Konsequenzen gezogen werden egal wie es aus geht. Es kann doch nicht sein dass ein Land das keinen Krieg haben müsste Kriege hat. Aber kein Geld für die Bevölkerung. Dass es inert kürzester zeit 2x knapp am Bankrott vorbei geht und die einzigen Maßnahmen die man diskutiert sind die Erhöhung der Schulden grenze. Last die Hoch gepriessene USA fallen und Sucht an anderen orten Partner und Investoren. Die Rechtslage lass ich mal wegg.

  • Who Bless America? am 06.10.2013 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Militär und Rüstung bleibt finanziert,

    falls das amerikanische Volk genug hat von seinen Politikern und auf die Idee kommen sollte die Regierung zu stürzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kariny am 07.10.2013 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wie sagte schon meine oma

    Mit schulden verkaufst du deine seele dem teufel..... Danke omi, dank dir hab ich nie welche gemacht.

  • Captain_Ahab am 07.10.2013 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Republikaner = primitive Partei

    Es ist tragisch was die Republikaner anstellen nur um Obama das Gesundheitgesetz zu torpedieren, eine primitive Partei.

  • El Torro am 06.10.2013 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ferien?

    Wenns soweit ist und der Dollarkurs erstmal im Keller angekommen ist dann ab nach LA & so weiter! :-)

  • Eurogegner am 06.10.2013 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    I. d. Fängen vom Goldmann Sachsen

    Wozu die Aufregung, ist doch eh alles nur Show. Alles läuft wie von der Finanzelite geplant. Die USA werden crashen, so oder so. Bzw. weil es so von der Elite gewollt ist, damit dann endlich die NWO installiert werden kann. Oh sorry, ich vergaß ist ja wieder eine Verschwörungstheorie. Wenn es aber eine theorie gibt, so ist nich auszuschließen, dass man diese auch in die Praxis umsetzt. Schönen Sonntag noch.

  • grünspecht am 06.10.2013 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obergrenze

    Ach woher! Da kann man doch einfach die Schuldenobergrenze rituell wieder erhöhen. Ich benutze Dollarscheine allerdings schon lange als Klopapier.