370 Mio. Franken

22. Dezember 2011 10:20; Akt: 22.12.2011 12:37 Print

Forbo verkauft Klebstoffsparte in die USA

Der Klebstoffhersteller Forbo verkauft seine Sparte für Industrieklebstoffe an den US-Konzern H.B. Fuller. 1100 Mitarbeiter sind davon betroffen.

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Der Belags- und Klebstoffhersteller Forbo verkauft seine Sparte für Industrieklebstoffe an den US-Konzern H.B. Fuller. Wie Forbo am Donnerstagmorgen bekanntgab, beträgt der Verkaufspreis 370 Mio. Franken. Nicht verkauft wird das Geschäft mit Bauklebstoffen.

Der Verkauf an H.B. Fuller unterliege gewissen Bedingungen, darunter der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Vollzogen werde er ab März 2012, schreibt Forbo. Mit dem Schritt entsteht einer der weltweit grössten Industriekleber-Hersteller.

Forbo beschäftigt im abzustossenden Unternehmensteil, zu dem auch die Abteilung für synthetische Polymere gehört, 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Umsatz der Sparte belief sich 2010 auf 499,3 Mio. Franken und damit rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes von Forbo. Für 2011 wird für die Sparte ein Umsatz von 510 Mio. Fr. und ein EBITDA-Gewinn von 31 Mio. Fr. erwartet.

Forbo begründete den Verkauf damit, dass ein weiterer Ausbau der Sparte im Alleingang nicht mehr sinnvoll und auch nicht mehr erfolgversprechend wäre. Der Schritt schaffe Mehrwert für die Beschäftigten. Über mögliche Konsequenzen für die Arbeitsplätze wurde am Vormittag nichts bekannt.

Für die Bauklebstoffe mit ihren gut 300 Mitarbeitenden prüft Forbo derzeit verschiedene Optionen. Diese Sparte erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 107,3 Mio. Franken.

Analysten bewerten Verkauf positiv - Aktien legen zu

Der Verkauf erfolge nicht ganz überraschend, heisst es in einer Einschätzung der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Während Forbo in den Bereich Bodenbeläge und Antriebstechnik marktführende Positionen einnehme, sei der wenig profitable Klebstoffbereich eher ein Nischenplayer. Der Verkaufspreis erscheine attraktiv und es sei von einem Buchgewinn auszugehen, darum sei der Verkauf positiv zu bewerten.

Die Bank Vontobel bezeichnet den erzielten Verkaufspreis gar als «sehr attraktiv». Die Bekanntgabe an sich komme jedoch wenig überraschend, heisst es auch hier, der Zeitpunkt allerdings schon: Vontobel hatte mit einem solchen Schritt erst in ein bis zwei Jahren gerechnet.

Die Aktien von Forbo legten am Donnerstagvormittag jedenfalls massiv zu. Bis 12.10 Uhr kletterten Forbo-Titel an der Schweizer Börse um 13,8 Prozent auf 463 Franken, nachdem sie am Vormittag bei 468,50 Fr. ihr bisheriges Tageshoch erreicht hatten.

(sda)

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