Sanitärtechnik

10. März 2011 10:50; Akt: 10.03.2011 16:02 Print

Franken zieht Geberit-Zahlen in die Tiefe

In Landeswährung ist der Umsatz von Geberit um 5 Prozent gewachsen. In Schweizer Währung resultiert aber ein schrumpfendes Volumen. Anleger trennen sich von den Papieren des Sanitärtechnik-Herstellers.

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Trotz den Nachwehen der Wirtschaftskrise in der Baubranche vielerorts ist Geberit im vergangenen Jahr nur vom starken Franken gebremst worden. Dieser schlug auf die Ergebnisse von Europas grösstem Sanitärtechnikkonzern durch. Dennoch machte Geberit dank geringerer Steuerlast leicht mehr Reingewinn.

Geberit habe im vergangenen Jahr eines der der besten Ergebnisse seiner Geschichte erzielt, sagte Konzernchef Albert Baehny am Donnerstag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Der Umsatzrückgang von 1,6 Prozent auf 2,147 Mrd. Fr. sei ausschliesslich auf den starken Franken zurückzuführen. Die Franken- Aufwertung habe 143 Mio. Fr. Umsatz gekostet.

Boom in Asien

In Lokalwährungen sei der Umsatz dagegen um 5 Prozent gestiegen, sagte Baehny. Geberit sei rund um den Globus gewachsen. Am stärksten legte der Konzern in Asien zu, wo der Umsatz um über ein Fünftel nach oben schoss.

In Nordamerika stieg trotz der anhaltenden Krise in der Bauwirtschaft der Umsatz in Dollar um 6,8 Prozent. Wachstumstreiber seien die Unterputzspülkästen und elektronischen Armaturen gewesen, sagte Baehny. Und im Nahen Osten und Afrika nahm der Umsatz in Lokalwährungen um 1,7 Prozent zu.

In der wichtigsten Region Europa, wo Geberit über 90 Prozent seines Geschäfts macht, hinterliess vor allem die Euro-Schwäche Spuren. Während der Umsatz in Lokalwährungen auf dem Alten Kontinent um 4,6 Prozent stieg, sank er in Franken um 2,4 Prozent auf 1,958 Mrd. Franken.

Alle Länder hätten zulegen können mit Ausnahme der Benelux- Staaten sowie Spaniens und Portugals, sagte Baehny. Den stärksten Zuwachs zeigten ausgerechnet die von der Finanz- und Wirtschaftskrise arg gebeutelten Irland und Grossbritannien ( 10,3 Prozent). Aber auch in Skandinavien ( 7,2 Prozent) und Deutschland ( 7 Prozent) florierten die Verkäufe. Im Heimmarkt Schweiz nahm der Umsatz um 3,2 Prozent zu.

Dennoch mehr Reingewinn

Im Gegensatz zu anderen Jahren habe die Franken-Stärke 2010 erheblich auf den Gewinn durchgeschlagen, sagte Finanzchef Roland Iff. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) schrumpfte wegen höheren Ausgaben für zukünftiges Wachstum um 7,7 Prozent auf 486,2 Mio. Franken.

Dennoch sei die Profitabilität von Geberit mit einer EBIT-Marge von 22,6 Prozent immer noch auf dem zweithöchsten Niveau der Firmengeschichte. Den Rekord hatte Geberit im Vorjahr mit 24,1 Prozent erreicht.

Unter dem Strich konnte das Unternehmen den Gewinn dennoch leicht um 2,3 Prozent auf 406,8 Mio. Fr. verbessern. Man habe vom Wegfall einer einmaligen Steuerbelastung profitiert, die auf das Vorjahresergebnis gedrückt habe, sagte Iff.

Aktie bricht ein

Dennoch hat Geberit die hohen Erwartungen der Finanzgemeinde nicht erfüllt. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit mehr Gewinn gerechnet. An der Börse sackte die Aktie bis 15.15 Uhr um 4,4 Prozent auf 197,50 Fr. ab. Nach mehreren Jahren solider Ergebnisausweise seien die erfolgsverwöhnten Aktionäre Enttäuschungen nicht gewohnt, sagten Händler.

Für das laufende Jahr sei der Ausblick weiterhin positiv, erklärte Baehny. Der Neubau in den europäischen Kernmärkten werde zum Wachstum zurückfinden. Zudem nähmen die Renovationen in Europa zu, die fürs Geberit-Geschäft wichtig seien. In Nordamerika werde 2011 ein schwieriges Jahr, während Asien weiter wachse. Was das für Geberit unter dem Strich heisse, wollte Baehny wie gewohnt nicht sagen.

(sda)