Konjunktur

10. Januar 2016 07:45; Akt: 10.01.2016 08:08 Print

Frankenschock kostet viele Arbeitsplätze

Am Freitag jährt sich die Aufhebung des Mindestkurses. Doch Schweizer Firmen und der Arbeitsmarkt leiden noch einige Quartale unter dem Entscheid der Nationalbank.

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Fällte vor einem Jahr einen umstrittenen Entscheid: Die Schweizerische Nationalbank auf dem Bundesplatz in Bern. (9. September 2015) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Die Industrie leidet weiterhin am Entscheid der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015, den Mindestkurs von Fr. 1.20 pro Euro aufzuheben. «Exportorientierte Firmen haben die Frankenaufwertung noch nicht bewältigt», sagt Daniel Küng, Chef von Switzerland Global Enterprise, im Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Die schwierige Lage wird sich noch einige Quartale weiter hinziehen.»

In einer Umfrage beklagten 74 Prozent der Firmen einen Margenrückgang, 33 Prozent davon sogar einen starken Einbruch der Margen, sagt Küng. Switzerland Global Enterprise ist für die Aussenwirtschaftsförderung zuständig. Der umstrittene Entscheid der Nationalbank, der sich am kommenden Freitag zum ersten Mal jährt, hat die zuvor gut laufende Konjunktur deutlich gebremst. Das Wirtschaftswachstum betrug 2015 nur noch 0,7 Prozent, nachdem die Schweiz im Vorjahr mit 1,9 Prozent mehr als doppelt so stark gewachsen war.

Die Lähmung der Wirtschaft kostet Stellen: Im Dezember 2015 zählten die Arbeitsämter 11'000 Arbeitslose mehr als Ende 2014. Immerhin rechnet Küng von Switzerland Global Enterprise damit, dass es bei der Ansiedlung ausländischer Firmen in der Schweiz zu einer Trendwende kommen könnte. «Wir schätzen auf Basis unserer Kontakte, dass das Niveau 2015 gehalten werden könnte, womöglich haben wir die Talsohle erreicht», sagt Küng der «NZZ am Sonntag».

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raphael Schefer am 10.01.2016 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitze des Eisberges

    Bin der Meinung, dass noch viele Arbeitslose folgen werden. Die Spitze des Berges ist noch lange nicht erreicht. leider

    einklappen einklappen
  • DieBlume am 10.01.2016 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Warum wird nicht einfach in solchen Zeiten bei den Managerlöhnen gespart? Sind sich die Manager etwa zu wichtig als, dass bei ihnen gespart werden könnte. Das würde einige Entlassungen ersparen und auch der wirtschaft gut tun, wenn mehr Menschen eine Arbeit haben und Geld in Umlauf bringen.

  • Hans im Glück am 10.01.2016 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kälte zieht ein

    Die Politiker machen eine Rechnung es kostet uns etwa grob geschätzt 660000000-. Arbeitslosenversicherung im Jahr, Irgendwann weniger wenn die Leute ausgesteuert sind. Ein paar weniger im Arbeitsmarkt. Was aber menschlich, familiär passiert das hat in den Köpfen kein Platz. Ein bisschen mehr die Mitgefühl währe angesagt. Dabei gäbe es bei jeder grossen Entscheidung, vieles zu bedenken, ausser technokratisches.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Radagast am 10.01.2016 23:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Volkswillen

    Ich bin es satt, immer dieses Zeug zu lesen. Es ist doch ganz einfach: Arbeitsplätze abbauen und weniger qualifizierte in die Sozialhilfe schicken. Ist doch das, wofür sich so viele Wähler entschieden haben bei den letzten Wahlen und gehört übrigens zum Programm von SVP/FDP. Wo liegt das Problem?

  • DieBlume am 10.01.2016 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Warum wird nicht einfach in solchen Zeiten bei den Managerlöhnen gespart? Sind sich die Manager etwa zu wichtig als, dass bei ihnen gespart werden könnte. Das würde einige Entlassungen ersparen und auch der wirtschaft gut tun, wenn mehr Menschen eine Arbeit haben und Geld in Umlauf bringen.

  • Hans im Glück am 10.01.2016 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kälte zieht ein

    Die Politiker machen eine Rechnung es kostet uns etwa grob geschätzt 660000000-. Arbeitslosenversicherung im Jahr, Irgendwann weniger wenn die Leute ausgesteuert sind. Ein paar weniger im Arbeitsmarkt. Was aber menschlich, familiär passiert das hat in den Köpfen kein Platz. Ein bisschen mehr die Mitgefühl währe angesagt. Dabei gäbe es bei jeder grossen Entscheidung, vieles zu bedenken, ausser technokratisches.

  • Raphael Schefer am 10.01.2016 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitze des Eisberges

    Bin der Meinung, dass noch viele Arbeitslose folgen werden. Die Spitze des Berges ist noch lange nicht erreicht. leider

    • roke01 am 10.01.2016 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Raphael Schefer

      es liegt aber nicht am starken franken. denn sehr viele firmen kaufen materiallien und rohstoffen im EU raum das heisst sie profitieren davon. was die stellen gefährdet ist die gier der chefs und der manager

    • Raphael Schefer am 10.01.2016 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @roke01

      Aber Löhne sind immer noch in CHF...

    • Hans im Glück am 10.01.2016 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @roke01

      Ok, aber die meisten Rohstoffe haben wir nicht im Land. Und der Frankenschock hat bedeutende Auswirkungen zB. im Einzelhandel.

    • Cartman1993 am 10.01.2016 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @roke01

      Bei den meisten Produkten die in Schweiz hergestellt werden, ist der Fertigungsaufwand grösser als der Materialaufwand.

    • JackMac am 10.01.2016 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @roke01

      Wer absolut keine Ahnung von Wirtschaftsabläufen hat und wieder mal Manager-Bashing betreibt, sollte einfach ruhig sein oder zum Stammtisch zurückkehren! Die "Manager" von KMU's sind mitnichten die Grossverdiener und versuchen oft verzweifelt, noch eine Lösung für ihre Angestellten zu finden

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  • Sue am 10.01.2016 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Missbrauch

    Die Aufhebung des Mindestkurs wurde und wird immer noch als Grund für die Entlassungen missbraucht. Einfach nur eine Frechheit.