Stellenabbau

22. März 2011 07:20; Akt: 22.03.2011 09:30 Print

Frankenstärke fordert 100 Jobs

Mit Dätwyler streicht erstmals ein Industriebetrieb mit Verweis auf die Frankenstärke im grossen Stil Stellen. In Altdorf baut der Konzern rund 100 Arbeitsplätze ab.

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Dätwyler streicht die Stellen trotz eines im letzten Jahr deutlich verbesserten Ergebnisses: Der Umsatz nahm um 17,6 Prozent auf 1,319 Mrd. Fr. zu, wie Dätwyler am Dienstag mitteilte. 13,3 Prozentpunkte des Wachstums stammen allerdings von der übernommenen Reichelt Elektronik. Die Frankenstärke kostete andererseits 5,5 Umsatzprozente.

Der Gewinn stieg sich durch die erhöhte Kapazitätsauslastung und tiefer Kosten um 54,2 Prozent auf 98,2 Mio. Franken. Davon sollen die Aktionäre profitieren mit einer kräftig von 1.20 auf 2.20 Fr. pro Aktie erhöhten Dividende.

Nachdem sich die operativen Verbesserungen in schwierigen Zeiten bewährt hätten, wolle Dätwyler die globale Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken. Mit Blick auf die Frankenstärke respektive die Euroschwäche sollen unter anderem Arbeitsplätze von Altdorf ins Ausland verlagert werden.

Denn im Konzernbereich Verkabelungs-Lösungen hätten Wechselkurseinbussen ebenso wie in der Dichtungs-Technik vor allem im vierten Quartal 2010 empfindlich auf die Margen gedrückt. Da Dätwyler auch 2011 mit einem tiefen Euro rechnet, bleibe die wirtschaftliche Situation am Standort Altdorf äusserst kritisch.

Nach China und Osteuropa

Die Liftkabelproduktion soll deshalb in das bestehende Werk in China verlagert werden. Für die Kabelkonfektionierung werde zusätzlich eine Verlagerung nach Osteuropa geprüft. Insgesamt fallen damit am Standort Altdorf bis Mitte 2012 rund 100 Arbeitsplätze weg.

Das dafür gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren mit den Sozialpartnern ist eingeleitet, wie die Gewerkschaft Syna bereits am Montagabend mitgeteilt hatte. Sie will dazu beitragen, die Zahl der geplanten Entlassungen zu reduzieren.

Dätwyler rechnet mit einmaligen Abbaukosten von rund 10 Mio. Franken. Am Standort Altdorf will das Unternehmen aber in den nächsten vier Jahren auch rund 30 Mio. Fr. in Maschinen und Gebäude investieren.

In der Industrie klagen viele Unternehmen wegen der Frankenstärke über erhebliche Margeneinbussen. In einer Umfrage von Swissmem, dem Verband der besonders exportlastigen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, hatten bereits Anfang Jahr 28 Prozent der Unternehmen berichtet, sie seien deswegen in die Verlustzone gefallen.

(sda)