Gender-Unterschied

11. Dezember 2019 11:34; Akt: 11.12.2019 11:34 Print

Frauen haben jährlich 20'000 Fr. weniger Rente

Bei der Rente sind Frauen laut einer Studie oft im Nachteil. Der Pensionszustupf fällt klar kleiner aus als bei den Männern. Das dürfte noch eine Weile so bleiben.

Markus Leibundgut, CEO der Swiss Life Schweiz, sagt, was Frauen gegen eine Rentenlücke tun können (Video: D. Benz)
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Frauen erhalten heute klar weniger Rente als Männer. Das zeigt eine Studie von Swiss Life, die der Lebensversicherer gestern präsentierte. Was sind die Gründe? Und wie können Frauen die Lücke schliessen? Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

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Ein Drittel weniger Rente

Frauen sind bei der Altersvorsorge oft im Nachteil: Insgesamt erhalten die heutigen Altersrentnerinnen in der Schweiz über alle drei Säulen hinweg im Schnitt rund ein Drittel oder 20'000 Franken weniger Rente als Männer. Dabei stammten über 90 Prozent dieser Rentendifferenz aus der zweiten Säule der beruflichen Vorsorge.

Grosse Lücke in der Ehe

Am grössten ist der Geschlechterunterschied bei verheirateten Frauen. Laut Swiss Life spüren diese aber die eigene kleinere Rente nur begrenzt, da sie ökonomisch mit ihren Ehepartnern eine Einheit bilden un sich ihr Leben aus einem gemeinsamen Geldtopf finanzieren.

Wie schlimm die Situation für Frauen ist, sagt Markus Leibundgut, CEO der Swiss Life Schweiz, im Video-Interview oben.

Trügerische Sicherheit

Die Sicherheit der Ehe ist aber mit Blick auf die Altersvorsorge trügerisch, da heutzutage viele Ehen geschieden werden. Vom Geschlechterunterschied betroffen sind daher vor allem geschiedene Rentnerinnen. «Eine Scheidung reduziert den Gender Pension Gap, führt aber auch zu einer Vorsorgelücke», sagt Studienautor Andreas Christen. Es fahren also beide Geschlechter nach einer Scheidung vorsorgetechnisch schlechter.

Konkubinatshaushalt

«Besonders tückisch» kann laut Swiss Life der Konkubinatshaushalt sein. So nennt man Haushalte von unverheirateten Paaren. Vor allem für jene Frauen, die sich primär um die Kindererziehung kümmerten, ist die Situation im Alter oftmals schwierig. «Der Zivilstand hat somit einen grossen Einfluss auf die Höhe dieses Gender Pension Gap», so Christen.

Keine Witwenrente

Die Anzahl der Konkubinatspaare mit Kindern ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Bei dieser Form des Zusammenlebens ist die Vorsorge im Vergleich zur Ehe jedoch nicht gleich gut abgesichert. «Im Todesfall eines Partners gibt es für den überlebenden Partner etwa auch keine Witwenrente», sagt Christen.

Kluft verkleinert sich

Der Geschlechterunterschied bei den Renten nimmt laut der Studie aber langsam ab und ist laut Swiss Life eine Art «Echo aus der Vergangenheit». Denn die jungen Frauen von heute seien deutlich stärker auf dem Arbeitsmarkt präsent als noch ihre Mütter und Grossmütter. Konkret näherten sich die durchschnittlichen Arbeitspensen der Frauen in der Schweiz – wenn auch langsam – denjenigen der Männer an. Das wiederum reduziert folglich den Geschlechterunterschied. Weil das aber ein langsamer Prozess ist, wird die Kluft in absehbarer Zeit nicht verschwinden.

Kleineres Arbeitspensum gewünscht

Eine Umfrage im Rahmen der Studie hat aber ergeben, dass Frauen, die Kinder haben, tendenziell ein kleineres Arbeitspensum wünschen als die Väter. «Wir sehen aber auch, dass Frauen, die sich mit dem Thema Rente befasst haben, deutlich mehr arbeiten als Frauen, die das nicht getan haben», sagt Markus Leibundgut, CEO Swiss Life Schweiz, zu 20 Minuten.

Mehr Kinderbetreuung

Grundsätzlich hat laut Swiss Life auch die Politik Möglichkeiten, Geschlechterunterschiede weiter zu reduzieren, sagt Studienautor Andreas Christen. Beispiele seien etwa eine stärkere staatliche Unterstützung für die familienexterne Kinderbetreuung oder die Abschaffung der steuerlichen Heiratsstrafe.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arbeiterin am 11.12.2019 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    sowas

    aka Wer weniger arbeitet, hat weniger Geld. Sowas aber auch! Nur weil das mehrheitlich Frauen sind, ist nicht grundsätzlich das Geschlecht der Grund für die Differenz.

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  • Romy Stettler am 11.12.2019 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Klartext!

    Frauen wollen weniger arbeiten, aber gleichen Lohn und gleiche Renten wie voll arbeitende Männer. Dazu die Renten 1 Jahr früher und ohne Militär- oder Zivildienst zu leisten. Das tönt stark nach Kindern, die unter dem Weihnachtsbaum unbegrenzt viele Geschenke erwarten.

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  • DeepSheepShip am 11.12.2019 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    irre ich mich?

    oder arbeiten die Frauen nicht auch ein paar Jahre weniger im Durchschnitt? Das würde ca. auf die CHF 2o'ooo.-- kommen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fakt am 12.12.2019 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unkorrekter Beitrag

    betreffend Partner: Witwerrenten gibts nicht, es gibt nur Witwenrenten. Soviel zur Gleichstellung.

    • Susa am 12.12.2019 21:41 Report Diesen Beitrag melden

      Doch

      Sicher gibt es Witwerrenten. Diese werden leider nur bis zur Volljährigkeit der Kinder bezahlt. Das ist die Ungerechtigkeit.

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  • Meyer Karin am 12.12.2019 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht mehr Frauen im Bundesrat!

    Die Aufgabe Kinder gebären und erziehen bedeutet viel Arbeit über lange Zeit und wird heute immer noch überwiegend von den Müttern gemacht. Eine Politik, die diese Arbeit nicht finanziell honoriert und Frauen noch bestraft, indem Sie bis 65 arbeiten müssen, ist frauenfeindlich.

    • Realist am 12.12.2019 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Meyer Karin

      Die wenigen Frauen, welche es in den Bundesrat oder ohne Quoten oder Vitamin B in die Teppichetagen von Grosskonzernen schaffen, sind meistens karriereorientiert, kinderlos und setzten sich wohl kaum für schwächere und beruflich nicht mehr konkurrenzfähige Mütter ein.

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  • PROLLTRASH am 12.12.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lol

    alles beruht auf den entscheidungen die eine person trifft. kinder sind in der ch ein finanzielles fiasko. deshalb lasse ich es sein mit den kindern. das risiko einer beziehung ist finanziell auch gross. deshalb lasse ich es sein. ich bin rational und entscheide mich fürs geld. frauen können auch auswählen. niemand zwingt euch dazu.

  • PROLLTRASH am 12.12.2019 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach

    wer weniger arbeitet verdient weniger, wer weniger verdient bekommt weniger rente. so soll es auch sein. alles andere wäre unfair.

    • Bertb am 12.12.2019 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PROLLTRASH

      so stimmt nicht! die am meisten bekommen arbeiten am wenigsten! z.b. alle teppichetagen in jeder branche! darum ist deine aussage nicht richtig!

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  • Magdolna am 12.12.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr gebären!

    Liebe Frauen! Bitte keine Kinder mehr auf dieser Welt setzen! Baut lieber eure Karriere aus! Bin gespannt, was die Männer dazu sagen.

    • Supiii am 12.12.2019 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Magdolna

      Ich fänds gut, endlich weniger Kriege, weil sich die milliarden Menschen um die zuwenigen Ressourcen für soviele Menschen streiten müssen. Endlich müssten Männer nicht mehr in Kriegen für den Kinderwahn der Frauen das Leben lassen.

    • Heinz am 12.12.2019 20:24 Report Diesen Beitrag melden

      @ Magdolna

      Keine Angst, unsere Gäste produzieren schon genügend Kinder..

    • Armin am 12.12.2019 20:29 Report Diesen Beitrag melden

      @ Heinz

      Und Papa Sozialstaat zahlt alles äussert zuverlässig und großzügig.

    • Bertb am 12.12.2019 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Magdolna

      die männer werden sich darüber freuen! dann ist der franken des mannes wieder ein franken und nicht nur 50rappen wert! dan haben wir bei der scheidung, auch endlich mal eine chance! usw...

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