Drastische Lohnunterschiede

25. Juni 2019 10:32; Akt: 25.06.2019 10:54 Print

Frauen verdienen deutlich weniger als Männer

30 Prozent der Männer in Vollzeit verdienen über 100'000 Franken pro Jahr. Damit liegen sie deutlich über den Frauen.

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Führungskräfte und Menschen mit einem Hochschulabschluss haben im vergangenen Jahr erneut am meisten verdient, wobei das angestellte Verhältnis gegenüber der Selbständigkeit lukrativer war. Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen bleibt drastisch.

Die angestellten Führungskräfte verdienten 2018 am besten. Der Median liegt in dieser Berufsgruppe über alle Voll- und Teilzeitstellen gesehen bei 106'000 Franken, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Statistik zu den Erwerbseinkommen des Bundesamt für Statistik (BFS) hervorgeht. Das heisst, für die eine Hälfte der Erwerbstätigen liegt das Einkommen über diesem Wert, für die andere Hälfte dagegen unterhalb.

Auf Platz zwei und drei folgen «Akademische Berufe» sowie «Techniker und gleichranginge Berufe» mit einem Median-Einkommen von 83'000 Franken beziehungsweise 73'500 Franken.

Fast 30'000 Franken weniger

Am wenigsten im Geldbeutel hatten hingegen angestellte Hilfsarbeitskräfte mit 32'700 Franken. Auf zweitletztem Platz rangieren Anlagen- und Maschinenbediener, diese hatten mit 68'000 Franken aber bereits mehr als doppelt so viel.

Unter den Selbständigen ist die Rangfolge der Berufsgruppen dieselbe. Allerdings verdienten Führungskräfte und Menschen mit akademischen Berufen lediglich 78'000 beziehungsweise 72'000 Franken. Die selbständigen Hilfsarbeiter bekamen mit 43'100 im Median hingegen mehr Lohn als die angestellten.

Dabei verdienten Männer insgesamt deutlich mehr als Frauen. So erhielten angestellte männliche Führungskräfte bei einer Vollzeitstelle 125'900 Franken, Frauen mit gleicher Position hingegen lediglich 96'000 Franken. Dieses Bild zeigt sich durch alle Berufsgruppen hinweg: Insgesamt stehen 85'200 Franken bei den angestellten Männern 71'500 Franken bei den Frauen gegenüber. In der Selbständigkeit ist der Lohn-Unterschied zwischen den Geschlechtern im Mittel sogar noch prekärer.

30 Prozent der Männer in Vollzeit mit über 100'000 Franken

Es gibt wenige Ausnahmen: Wird lediglich die Teilzeitarbeit betrachtet, sind Frauen im vergangenen Jahr als angestellte Bürokraft, Verkäuferin, Maschinenbedienerin oder Hilfsarbeiterin auf ein höheres Median-Einkommen gekommen. Die Unterschiede sind aber vergleichsweise gering: Zum Beispiel verdiente eine in Teilzeit angestellte Bürokraft oder kaufmännische Angestellte im Mittel 40'300 Franken, während das männliche Pendant auf 38'800 Franken kam.

Insgesamt über alle Berufsgruppen hinweg kommen aber auch angestellte Frauen in Teilzeit auf ein geringeres mittleres Einkommen von 38'500 Franken gegenüber 45'500 Franken.

In Prozent macht bei Männern in Vollzeit «ein Einkommen von 104'000 Franken pro Jahr oder mehr» fast 30 Prozent aus, bei den Frauen macht diese die höchste Einkommenskategorie lediglich gut 15 Prozent aus. Auf die tiefste Einkommensstufe – 0 bis 26'000 Franken – kommen unter den Männern hingegen nur knapp 2 Prozent. Bei Frauen macht diese Kategorie 5,4 Prozent aus.

Das jährliche Einkommen ermittelt das BFS auf der Basis des von der befragten Person angegebenen Betrags. Der Stundenlohn wird auf einen Jahresbetrag umgerechnet. Berücksichtigt werden sowohl Schweizer als auch Ausländer, deren Wohnsitz ganzjährig in der Schweiz ist.

(doz/sda)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Diablo am 25.06.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zahlen aus dem Kontext reissen

    Dem Verfasser dieses Artikels würde ich schwer empfehlen, mal eine paar Vorlesungen in Statistik zu besuchen.

    einklappen einklappen
  • Tilly am 25.06.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann, wenn man will

    Ich, w. 53, habe drei Kinder allein grossgezogen, einen kleinen Alimentenbetrag mtl. erhalten und nebst meiner Grundausbildung KV noch Weiterbildungen gemacht. Verdiene heute etwas über Fr. 100'000.00 auf 100 % und bin Teilzeit tätig. Nicht jammern, sondern machen.

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  • Miett93 am 25.06.2019 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komentare

    lasst die Spiele beginnen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau Fuzzinello am 03.07.2019 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    hahahahahaaa

    Es hat nichts mit dem Geschlecht primär zu tun, sondern mit der Leistung. Das sieht man beim Sport, wo eine Weltmeisterin sich bei den Männern nicht mal qualifizieren könnte.

  • Unternehmer am 03.07.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Alleinerziehend.

    Ich will nicht alle Frauen im gleichen Topf, aber als Unternehmer schaue ich wen ich einstelle. Im Monat 3 Tage Mens, und immer wieder Fehlzeit, hat mich dazu bewogen, Büroabbau und keine schönen Frauen einstellen.

  • Beobachter am 29.06.2019 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau dort endet eine Gesellschaft...

    in der Kinderkriegen zu einer Form von Wellness wurde!!

  • Externer Beobachter am 29.06.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hört mit dieser tendenziösen

    Berichterstattung auf! Die Erfassung ist rudimentär, da werden sehr viele für die Firmen relevanten Faktoren nicht erfasst. Die können sich positiv aber auch negativ auf die Differenz auswirken. Informiert euch mal selbst woher die Zahlen kommen, wie sie erfasst werden usw. Dann werdet ihr sehen, dass diese Diskussion weitgehendst politisch indoktriniert geführt wird. Und, jeder, der eine "gleichgute" Frau billiger anstellen kann, würde dies wohl sicher aus wirtschaftlichen Gründen machen. Money rules the world.

  • jürg am 28.06.2019 01:29 Report Diesen Beitrag melden

    Pflichten?

    Ich bin für die Gleichberechtigung. Dann aber bitte nicht die Pflichten nicht vergessen, wie Militärdienst, Militärersatzleistung von 5% des Jahreseinkommen, Rentenalter Mann 65 und der Frau auf 69 da die Lebenserwartung höher ist. Bei Scheidungen sind beide Elternteile unterhaltspflichtig uvm.