Krebsgefahr durch Acrylamid

11. April 2018 09:14; Akt: 11.04.2018 09:45 Print

Für Pommes frites gelten nun schärfere Regeln

Imbissbetriebe sollen übermässiges Frittieren von Pommes frites vermeiden, Lebensmittelhersteller Brot möglichst hell backen. Ab sofort gilt eine neue EU-Verordnung.

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Acrylamid bildet sich unter hohen Temperaturen beim Rösten, Backen, Braten oder Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln aus der Aminosäure Asparagin und aus Zuckern. (Archiv) (Bild: Keystone/Ina Fassbender)

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Lebensmittelhersteller und Imbissbetriebe müssen ab dem (heutigen) Mittwoch neue EU-Regeln zur Eindämmung des als krebserregend geltenden Stoffes Acrylamid einhalten. Die Vorgaben sehen unter anderem vor, ein übermässiges Frittieren von Pommes frites zu vermeiden.

Auch Brot soll möglichst hell gebacken werden. Zudem müssen Produkte künftig bereits so hergestellt werden, dass bei ihrer Zubereitung so wenig Acrylamid wie möglich entstehen kann.

Nachweislich krebserregend

Acrylamid bildet sich unter hohen Temperaturen beim Rösten, Backen, Braten oder Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln aus der Aminosäure Asparagin und aus Zuckern. Betroffen sind vor allem Produkte auf Kartoffel- oder Getreidebasis sowie Kaffee.

Die neuen Regeln wurden im vergangenen Jahr beschlossen, weil angemahnte freiwillige Massnahmen zur Reduzierung des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln nicht den erhofften Erfolg gebracht hatten. Ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor bestätigt, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Krebsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen potenziell erhöht.

Bei Inkraftreten in der EU hat die Verordnung (EU) 2017/2158 keine direkte Auswirkungen in der Schweiz. Es ist jedoch vorgesehen die Bestimmungen auch ins Schweizer Recht zu übernehmen. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018 wird dazu eine Vernehmlassung durchgeführt werden.

Auswirkungen in der Schweiz

Der Bund hat bereits vor über 15 Jahren zusammen mit betroffenen Lebensmittelunternehmen Massnahmen zur Reduktion der Acrylamidbildung ergriffen. Diese zielen auf die spezifische Anpassung der Verfahren in der industriellen Herstellung von Lebensmitteln ab, teilt Nathalie Rochat, Mediensprecherin des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, auf Anfrage mit.

Die Erfolgskontrollen zeigten, dass die Konzentrationen von Acrylamid in industriell gefertigten Produkten stabil auf tiefem Niveau gehalten werden konnten. Weiter hat der Bund auf der Website des BLV für die Konsumentinnen und Konsumenten Empfehlungen zur Lagerung und Zubereitung von Kartoffeln abgegeben.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G.Armando am 11.04.2018 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber...

    ...Glyphosate sind weiterhin erlaubt, bravo.

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  • Franz Minderlein am 11.04.2018 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Ich Frage mich warum die Menschheit dann noch nicht schon längst ausgestorben ist. Traditionelle Steinofenbrote aus dem Dorfbackhaus, Rösti, Basler Mehlsuppe usw. sind also hochgiftig. Wahrscheinlich haben die Chemiekonzerne wieder mal neue Produkte am Start für unsere "Gesundheit"

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  • Ruedi am 11.04.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Und zum Ausgleich...

    ziehe ich mir dann noch ein bisschen Glyphosat rein. Damit es auch nicht all zu gesund wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 25.04.2018 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unlogische Vorschriften...

    Bekanntlich haben Pommes Frites ihren Ursprung in Belgien... Der EU Sitz ist in Brüssel, wie siehts aus? Isst Herr Claude Juncker ab sofort keine Pommes mehr? Das glaubt kein Mensch!!

  • Georg Galumpo am 16.04.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    EU rettet Leben

    Das zeigt wieder einmal wie wichtig die EU ist. Pommes Frites Krebs ist unterdessen eine der häufigsten Todesursachen und trifft vor allem unterprivilegierte Schnell-Imbiss-Besucher. Bereits denkt Herr Juncker laut über eine Pommes Frites Steuer nach und das Bundesamt für Gesundheit startet eine millionenschwere Kampagne "Pommes statt Frites, gesund und fit!"

  • Thunder83 am 12.04.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ironie

    Ich denke der Konsument kann sowas selbstständig entscheiden. Müssen wir für alles bevormundet werden. ... nebenbei Glyphosat wird weiterhin im grossen Stil verwendet.

    • Konsument am 12.04.2018 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thunder83

      Ja genau und ich will keine Pommies mit Acrylamid konsumieren. Punkt.

    • marko 33 am 14.04.2018 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thunder83

      Genau

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  • Bertb am 12.04.2018 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krebsgefahr!

    wo hat es denn heute noch irgend was; wo keine krebsgefahr besteht?

    • Martial2 am 24.04.2018 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bertb

      Das kann man in der Tat tagtäglich fragen... Selbst wenn man nichts mehr isst/trinkt bekommt man Krebs, halt auf eine andere Art!!

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  • hello am 12.04.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Dann werde

    ich das Brot selber backen. Liebe dunkle Rinden. am liebsten fast verbrannt