Also und Actebis

13. August 2010 07:20; Akt: 13.08.2010 09:49 Print

Fusion in der IT-Branche

Die Schindler-Tochter Also und der deutsche IT-Händler Actebis wollen sich zusammentun. Es entstünde ein Unternehmen, das 10 Milliarden Franken umsetzt. Analysten und Investoren zeigen sich erfreut.

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Zusammenschluss in der IT-Branche: Also und Actebis wollen künftig vereint antreten. Stimmen die Wettbewerbsbehörden zu, entsteht europaweit das drittgrösste Handels- und Logistikunternehmen für Informationstechnologie, Telekommunikation und Consumer Electronics.

Die beiden Unternehmen würden einen Umsatz erreichen von rund 10 Mrd. Franken. Da die Schindler-Tochter börsenkotiert ist, würden die beiden Gesellschaften in der Also zusammengeführt, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten.

Actebis ist eine Tochtergesellschaft der Droege International Group. Droege würde Hauptaktionär. Schindler würde das Unternehmen als qualifizierter Minderheitsaktionär begleiten.

Aktien von Schindler und Also im Aufwind

Die Titel von Schindler sowie der Tochter Also profitieren im frühen Handel am Freitag vom angekündigten Zusammenschluss von Also mit der deutschen Actebis. Schindler Partizipationsscheine PS gewinnen vor halb zehn Uhr 2,5 Prozent auf 93,50, Schindler Namen legen 3 Prozent auf 92 Franken zu. Also notieren gar 6,5 Prozent höher auf 50 Franken. Der Gesamtmarkt SPI steht zur Berichtszeit 0,5 Prozent im Plus.

Die Analysten beurteilen die Zusammenführung von Also und Actebis in ihren ersten Kommentaren durchwegs als positiv - und dies sowohl für Schindler wie auch für Also. «Wir heissen den Schritt willkommen», schreibt die Bank Vontobel. Die Anleger hätten lange Zeit auf den Verkauf von Also gewartet.

Schindler werde nun ein auf Aufzüge und Rolltreppen spezialisiertes Unternehmen, so Vontobel weiter. Auch Kepler begrüsst die Fokussierung auf das Kerngeschäft von Schindler.

Schindler halte damit sein Versprechen, Also finanziell nur soweit zu unterstützen, bis es ein 5 Mrd. Franken Unternehmen geworden sei, lobt Vontobel weiter.

Die Analysten gehen davon aus, dass Schindler nach der Fusion einen Anteil in der Grössenordnung von 20 bis 40 Prozent am neuen Unternehmen halten wird. Eine vollständige Verabschiedung von der Logistiktochter scheint im Urteil der Zürcher Kantonalbank ZKB aber nicht unmittelbar anzustehen. Also dürfte aber künftig nicht mehr vollkonsolidiert werden, was die Transparenz bei Schindler erhöhe.

Auch für Also werten die Experten die neue Ausgangslage als positiv: Grösse sei im Verteilergeschäft wichtig, sodass dieser Zusammenschluss durchaus einen richtigen Schritt darstelle, so Vontobel. Ebenfalls positiv sei, dass Also ein börsennotiertes Unternehmen bleibe.

(sda)