Wall Street

07. Februar 2011 22:53; Akt: 07.02.2011 22:59 Print

Fusionen treiben US-Börsen

Gute Aussichten für die Weltwirtschaft haben die Wall Street am Montag beflügelt. Zudem trieben milliardenschwere Übernahmen die Fusionsfantasien der Anleger und damit auch die Kurse.

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Neben den Übernahmefantasien gaben weiter steigende Rohstoffpreise den Kursen an den US-Börsen halt. Das teurere Kupfer etwa deute darauf hin, dass Investoren auf eine noch stärker brummende Konjunktur wetteten, sagten Händler am Montag. Eine leichte Entspannung der Lage in Ägypten und in der Schuldenkrise in Europa trugen ihren Teil dazu bei.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 12 161 Punkten. Der breiter gefasste Index S&P500 gewann ebenfalls 0,6 Prozent auf 1319 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,5 Prozent auf 2784 Stellen zu.

Freundliche Wirtschaftsdaten haben Rohstoffe bereits zuletzt verteuert. Am Montag kletterte der Preis für Kupfer auf ein Rekordhoch von zeitweise 10 160 Dollar pro Tonne. Damit hat sich der Preis seit dem Kurssturz im Zuge der Lehman-Pleite im Herbst 2008 mehr als verdreifacht. Kupfer wird unter anderem in der Elektro-, Bau- und Autoindustrie verwendet.

70 Prozent der Firmen übertreffen Erwartungen

Auch die bisherigen Quartalsergebnisse der US-Konzerne treiben die Euphorie. Reuters-Daten zufolge sind die Zahlen von rund 70 Prozent der Firmen aus dem S&P 500, die ihre Bilanz bereits veröffentlicht haben, besser ausgefallen als erwartet.

Sorgen über eine Ausweitung der Schuldenkrise in Europa ebbten am Montag weiter ab: Das angeschlagene EU-Mitgliedsland Portugal besorgte sich wieder Geld am Kapitalmarkt. Dabei lagen die Angebote bei etwa sechs Milliarden Euro, während Portugal 3,5 Milliarden Euro über Bondverkäufe aufnahm.

Bei den Unternehmen standen Aktien von Beckman Coulter im Blick, einem Hersteller von Medizin-Diagnostik. Der Industriekonzern Danaher will Beckman für 6,8 Milliarden Dollar übernehmen und bietet pro Aktie 83,50 Dollar. Beckman-Aktien verteuerten sich darauf um 9,6 Prozent auf 82,65 Dollar.

Der US-Konzern EnsCo will den Rivalen Pride für 7,3 Milliarden Dollar kaufen und zum weltweit zweitgrössten Bohr-Unternehmen aufsteigen. EnsCo bietet 41,60 Dollar pro Aktie. Pride-Papiere legten 15,7 Prozent auf 39,8 Dollar zu.

Ebenfalls gefragt waren die Anteilsscheine von Hasbro mit einem Kursaufschlag von 1,8 Prozent. Der zweitgrösste US- Spielwarenhersteller hat mit seinem Quartalsumsatz enttäuscht, für das laufende Jahr aber einen Gewinnanstieg in Aussicht gestellt.

AOL kauft «Huffington Post»

Zu den Verlierern gehörte dagegen der US-Krankenversicherer Humana. Er wies wegen gestiegener Kosten einen Gewinnrückgang aus. Die Aktie fiel um knapp drei Prozent.

Der Internet-Konzern AOL treibt wegen wegbrechender Werbeeinnahmen im klassischen Geschäft den Umbau zu einem Medienkonzern voran. AOL kauft die US-Onlinezeitung «The Huffington Post», ein in den USA sehr beliebtes und schnell wachsendes Portal für Nachrichten, Analysen und Lifestyle, für 315 Millionen Dollar. AOL-Aktien gaben 3,4 Prozent nach.

(sda)