Grow Up

19. Dezember 2018 20:45; Akt: 19.12.2018 22:09 Print

Muss ich ins Militär – oder doch nicht?

Militärdienst, Zivilschutz oder Zivildienst – wie unterscheiden sich diese noch mal? Und wann muss ich was absolvieren? Wir klären auf.

Zum Thema
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Mit der Aufnahme in die Militärkontrolle am Anfang ihres 18. Altersjahrs beginnt für junge Schweizer die Militärdienstpflicht. Doch der Militärdienst ist nicht die einzige Dienstpflicht hierzulande: Als Alternativen dazu gibt es noch den Zivildienst und den Zivilschutz. Letzteren können auch schutzdiensttaugliche und -willige Schweizerinnen absolvieren – neben dem Militärdienst selbstverständlich. Vollständig verliert seine Tauglichkeit erst, wer weder militärdienstwillig, -tauglich noch schutzdiensttauglich ist.

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Militärdienst

  • Was ist das?
    245 Diensttage, die man zwischen 20 und 30 absolviert. Davon verbringt man 124 Tage in der Rekrutenschule.
  • Wer muss da durch?
    Alle Schweizer Bürger sind militärdienstpflichtig. Schweizerinnen können sich freiwillig melden.
  • Wen lassen sie alles in Grün aufmarschieren?
    Ausschlaggebend ist die Militärdiensttauglichkeit. Das heisst: alle, die aus medizinischer Sicht körperlich, intellektuell und psychisch den Anforderungen des Militärdienstes genügen und keine Gefährdung für andere und sich selbst sind. Der Militärärztliche Dienst der Sanität ist für die Beurteilung der Tauglichkeit zuständig.
  • Was sind Durchdiener?
    Schweizerinnen und Schweizer können die Dienstpflicht auch an einem Stück absolvieren. Der Vorteil: Nach den zehn Monaten als sogenannter Durchdiener kann man seine Zukunft frei planen. Aber Achtung: Nur 15 Prozent eines Rekrutenjahrgangs hat die Möglichkeit des Durchdienens.
  • Mein Vater hat einmal etwas von einer Gewissensprüfung erzählt. Gibt es diese noch?
    Nein. Wer es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, Militärdienst zu leisten, muss ab 1. April 2019 keine Gewissensprüfung mehr ablegen.
  • GROW UP: «Ich muss ins Militär» – oder doch nicht?

    Zivildienst

    • Zivil... was?
      Das ist der Ersatzdienst zum Militärdienst, den man zwischen 20 und 30 absolviert. Er dauert eineinhalbmal so lang wie der Militärdienst. Zivildienstleistende erfüllen Aufgaben mit Schwergewicht in den Bereichen Gesundheitswesen, Sozialwesen, Umwelt- und Naturschutz.
    • Wer darf auf Kampfstiefel verzichten?
      Jeder, der militärdiensttauglich ist, aber aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten möchte.
    • Wen nehmen die?
      Wer Zivildienst leisten möchte, muss militärdiensttauglich sein, kann den Militärdienst nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, muss ein Zulassungsgesuch einreichen, einen Einführungstag besuchen und den Zivildienst nach Zivildienstgesetz leisten.

    Zivilschutz

    • Was ist das?
      Der Zivilschutz bietet Schutz, Betreuung und Unterstützung der Gesellschaft und ist kantonal geregelt. Er wird von 20 bis 40 an mindestens drei Tagen pro Jahr absolviert. Übrigens: Der Zivilschutz steht der ganzen Bevölkerung offen. So können sich etwa auch Frauen und in der Schweiz wohnhafte Ausländerinnen und Ausländer freiwillig melden.
    • Wer muss da hin?
      Alle Schweizer Bürger, die schutzdiensttauglich, aber untauglich für den Militär- und Zivildienst sind. Die Rekrutierung erfolgt gleichzeitig mit der Rekrutierung für den Militärdienst.
    • Wie funktioniert das mit den Abgaben?
      Pro geleisteten Diensttag müssen vier Prozent weniger Wehrpflichtersatz gezahlt werden.

    Untauglichkeit und Wehrpflichtersatzabgabe
    Wer wegen körperlicher oder psychischer Schwächen keinen Militär- oder Zivildienst leisten – sprich: untauglich ist – oder den entsprechenden Dienst nur teilweise erfüllen kann, muss eine Wehrpflichtersatzabgabe leisten. Das gilt auch für Zivilschutz-Angehörige. Die Betroffenen sind bis sie 30 Jahre alt sind verpflichtet, 3 Prozent ihres Jahreslohns, mindestens aber 400 Franken, abzugeben.

    (20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Friederich Seudberg am 19.12.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Wo ist da wieder die Gleichberechtigung? Für einmal werden die Feministinnen schweigen...

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  • PDD am 19.12.2018 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zahletrotzdem

    Mann bezahlt auch Wehrpflichtersatzabgabe wenn man Zivilschutzdienst leistet.

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  • Ex Off am 19.12.2018 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vom Vom Bübchen zum Mann

    Wenn so ein Typ mit Pelzli um den Hals vor mir stehen würde, gäbe es für diesen nur eine Möglichkeit. Infanterie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nello am 26.12.2018 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Dienstpflicht für alle wäre fair.

    Das würde meiner Meinung nach der Gleichstellung mehr Schub und akzeptanz geben als das ständige gejammer über quoten und gleicher Lohn. Es geht ja prinzipiell um gleiche leistung, pflichten und Rahmenbedingungen. Sind diese Voraussetzungen schon in der Laufbahn der Jungen gegeben, klappt es auch später bei allen, da von allen prinzipiell akzeptiert.

  • Michel am 26.12.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schön dass...

    ...Schweizer Frauen nicht zu den Schweizerbürger gehören. Wieso den ganzen Aufstand wegen Gleichstellung? Maulheldinnen und Trittbrettfahrer?

  • H. U. Gaffner am 20.12.2018 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Freude in der Winter RS

    Bald beginnt die Winter Rekrutenschule. Die Jungs werden zu Männer. Ich freue mich immer auf die Jungen Stolzen Männer und Frauen. Die Armee wird auch revolutionärer mit dem Marschbefehl Alarm per SMS. Für die Soldaten gilt dann 24 Stunden erreichbar sein. So etwas müsste in der Privat Wirtschaft auch erlaubt sein.

    • Untauglicher am 23.12.2018 12:00 Report Diesen Beitrag melden

      Viel Glück damit

      Ich werde dann 24 Stunden erreichbar sein, wenn der Staat mir ein Handyabo finanziert. Bis dann kann man mir gerne Briefe schreiben. Hat der Zivilschutz bei mir auch probiert, aber irgendwie rufen sie nie auf meiner 0900er Nummer (10 Franken/Minute) an.

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  • K-naja am 20.12.2018 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fair?

    Mein Sohn (21) ist Epileptiker, hat hohe Gesundheitskosten und hat soeben 1200.- dem Militär überwiesen. Bis er 30 ist werden es wohl so über 15'000 Franken sein. Studenten, die kaum etwas verdienen, zahlen nur 400.-. ...

    • Märcu A am 23.12.2018 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @K-naja

      Darum muss er nie Arbeit oder was lebt er vom Sozialamt oder wer bringt in durch .

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  • Herr Max Bänzli Live Knapp und Kurz am 20.12.2018 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    ein richtiger Mann gehört in das Militär, am besten gleich den Durchdiener anmelden da