190'000 Fashion-Artikel

04. Dezember 2018 11:34; Akt: 04.12.2018 11:52 Print

Galaxus legt sich mit Zalando an

von V. Blank - Die Migros-Tochter Galaxus baut ihr Mode-Sortiment massiv aus – und will damit dem Onlineriesen Zalando Marktanteile abjagen.

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Das Schweizer Online-Warenhaus Galaxus will zum grossen Fashion-Anbieter werden – und zum «zweiten starken Online-Modehändler» neben Zalando. Bei den Preisen hält der Schweizer Anbieter mit der deutschen Konkurrenz mit: Ein Weihnachtspulli von Vero Moda kostet bei Galaxus 29 Franken. Ein anderer Weihnachtspulli von Vero Moda, diesmal bei Zalando. Preis: 26 Franken. Der Wollmantel von Vila kostet bei Galaxus 109 Franken, ... ... bei Zalando 110 Franken. Galaxus hat kürzlich den Schritt nach Deutschland gewagt. Frank Hasselmann ist Geschäftsführer des deutschen Ablegers. Er startet mit weniger als 20 Angestellten. Bis Ende Jahr rechnet die Firma mit zehn Mitarbeitern in der Zentrale in Hamburg und weiteren zehn im Logistikzentrum in Krefeld. «Damit werden wir wahrscheinlich fürs Erste klarkommen, weil wir einen Grossteil unseres Sortiments direkt ab Hersteller oder Zwischenhändler liefern lassen», sagt Hasselmann zu 20 Minuten. Die Angestellten in Hamburg bekommen Unterstützung aus der Schweiz: Die Zürcher Zentrale übernimmt vorerst etwa 90 Prozent des Marketings und der professionellen Dienstleistungen wie Buchhaltung und Human Resources. Je mehr Erfolg Galaxus in Deutschland habe, desto mehr werde die dortige Mitarbeiterzahl wachsen und das Unternehmen die Unterstützung aus der Schweiz fortlaufend reduzieren, wie Hasselmann sagt. Trotz des eher bescheidenen Anfangs verfolgt die Migros-Tochter in Deutschland hohe Ziele: Der Händler will mittelfristig zu den fünf grössten Onlinehändlern Deutschlands zählen. Auf Platz 5 ist in Deutschland momentan Mediamarkt.de mit einem Umsatz von 734 Millionen Euro. Auf Platz 2 ist Otto.de mit einem Umsatz von 2956 Millionen Euro. Auf Platz 3 ist Zalando.de mit einem Umsatz von 1281 Millionen Euro. Auf Platz 4 liegt Notebooksbilliger.de mit einem Umsatz von 752 Millionen Euro. Auf Platz 1 ist Amazon.de mit einem Umsatz von 8817 Millionen Euro. Was passiert eigentlich alles, wenn man im Onlineshop auf «Kaufen» klickt? Bei Digitec Galaxus werden in der Schweiz über 90 Prozent der Bestellungen direkt über das Lager in Wohlen abgewickelt, wo die Artikel bereitliegen. Ein Mitarbeiter holt die bestellte Ware im Lager. Wenn der Kunde mehrere Artikel bestellt hat, werden sie gemeinsam verpackt («verheiratet») ... ... und der Post übergeben. Am Folgetag erhält der Kunde dann das Päckli. Bei ausländischen Händlerpartnern kommt die Verzollung dazu. Dafür hat Digitec Galaxus in Deutschland ein eigenes Logistikzentrum. Schweizer Händlerpartner von Digitec Galaxus, etwa Ex Libris oder Ochsner Sport, übergeben ihre Ware auch direkt an die Post, sofern es sich um eine Einzelbestellung handelt und die Artikel nicht mit solchen von Digitec Galaxus verheiratet werden müssen. Zum Schluss noch eine Übersicht.

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Im Mode-Onlinehandel ist Zalando der Platzhirsch in der Schweiz: Wer Schuhe oder Kleider online bestellt, tut das meist beim Händler mit den orange-weissen Päckli.

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Das Schweizer Online-Warenhaus Galaxus will es nun mit dem Onlineriesen aus Deutschland aufnehmen: Das Mode-Sortiment wurde in den letzten Tagen um ein Drittel ausgebaut. Mittlerweile können die Kunden aus rund 190'000 Fashion-Artikeln auswählen. Das sind 45'000 Artikel mehr als zuvor.

Keine Angst vor Marktmacht

Und es sollen noch mehr werden. Zurzeit sind beim Schweizer Händler etwa 880 Modemarken im Angebot, darunter etablierte Labels wie Vero Moda, Only oder Jack & Jones. Aber auch Newcomer-Marken wie Sandqvist, RVLT, Wemoto oder Wood Wood sind bei Galaxus zu finden. «Ziel ist es, das Mode-Sortiment im kommenden Jahr auf über 250'000 Artikel auszubauen», sagt Stefan Fraude, Head of Marketplace bei Galaxus.

Zum Vergleich: Das Sortiment von Zalando umfasst gemäss Firmenangaben mehr als 300'000 Artikel und über 2000 Marken.
Die Marktmacht von Zalando und das grössere Angebot schüchtern Galaxus nicht ein. Im Gegenteil: Man ist der Meinung, dass es in der Schweiz genügend Platz habe für einen «zweiten starken Online-Modehändler». «Und der wollen wir sein», sagt Fraude.

Kürzere Lieferfrist

Die selbstbewusste Haltung von Galaxus ist gerechtfertigt, meint E-Commerce-Experte Malte Polzin. «Ich traue es Galaxus zu, im Fashion-Bereich Erfolg zu haben», sagt er zu 20 Minuten. Entscheidend für den Kunden sei eine ausreichend grosse Auswahl an Artikeln und Marken – «und das ist gegeben». Um längerfristig mithalten zu können, brauche es aber auch ein entsprechendes Fashion-Shopping-Erlebnis und nicht nur viele Produkte.

Von den rund 190'000 Fashion-Artikeln bietet Galaxus etwa 80'000 selber an – sprich, die Kleider und Schuhe liegen im eigenen Lager. Bei diesen Artikeln ist die Lieferfrist um einiges kürzer als bei Zalando: «Sie sind am nächsten Tag im Briefkasten, wenn ein Kunde die Bestellung bis 17 Uhr aufgibt», erklärt Fraude.

Konkurrenzfähige Preise

Beim Rest setzt der Onlinehändler auf das Marktplatz-Prinzip mit externen Partnern, die Galaxus als Verkaufsplattform nutzen. Bei diesen Artikeln liegt die Lieferfrist derzeit bei ein bis vier Tagen. «Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden auch Produkte von Marktplatzhändlern aus dem europäischen Raum innert 48 Stunden im Briefkasten haben», erklärt Fraude. Beim Zalando-Päckli dauert es in der Regel drei bis fünf Tage, bis es beim Schweizer Kunden ankommt.

Auch bei den Preisen kann der Schweizer Händler mit dem deutschen Konkurrenten mithalten, wie eine Stichprobe von 20 Minuten zeigt. So kostet eine Lederjacke der Marke Only bei Galaxus 300 Franken, bei Zalando 299.90 Franken. Ein grauer Wollmantel von Vila ist bei Zalando mit einem Preis von 110 Franken sogar einen Franken teurer als bei Galaxus. Dass die Preise praktisch identisch sind, muss auch so sein, sagt Fraude: «Im Onlinehandel herrscht gnadenlose Preistransparenz.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Miro am 04.12.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Werbung

    Könnt ihr vielleicht die journalistischen inhalte mit einem grünen Streifen oder so kennzeichnen? Das wäre hilfreich und ginge viel schneller als auf alles was Werbung ist Paid Content zu schreiben und es dann auch noch laufend zu vergessen, so wie hier. Also markiert einfach echte Inhalte.

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  • Zürcher am 04.12.2018 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Ich kaufe im Laden, damit die Verkäuferin morgen noch einen Job hat und mich beraten kann. Und ich kaufe dort wo ich beraten werde.

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  • Marc Huber am 04.12.2018 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    wenige Schuhgrössen

    Die Auswahl bei den Schuhgrössen ist extrem schlecht bei Galaxus.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maria am 06.12.2018 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsplätze in der Schweiz

    Nachdem ich hier die Kommentare durchgelesen habe, wundere ich mich. Warum schreiben hier einige, dass sie nicht online einkaufen, damit Jobs erhalten bleiben? Bei Galaxus arbeiten auch über 1000 Mitarbeiter. Dazu kommen noch die Angestellten der Post. Im Gegensatz zu Zalando bietet Galaxus immer Leuten aus der Schweiz einen Arbeitsplatz! Sind wir doch stolz auf dieses schweizer Unternehmen und unterstützen es!

    • Manuel deul am 08.12.2018 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maria

      Das ist eine Milchbüchleinrechnung. Ja Galaxus stellt über tausend Arbeitsplätze in der Schweiz aber das Erscheinen von Galaxus kostete ca. 600 kleinen Läden die Existenz, dort arbeiteten rund 2500 Angestellte und jeder kleine Laden hatte einen Treuhänder und brauchte einen Ladenbauer und den Elektriker und einen Grafiker und und und. Das heisst unter dem Strich sind eher ein par tausend Arbeitsplätze verschwunden. Zudem Verdienen Lieferanten und die Post weniger an Galaxus als an den kleinen und können das nicht verdiente Geld auch nicht ausgeben weder als Löhne noch als Investitionen.

    • Dumby am 08.12.2018 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maria

      Online einkaufen erhält auch Arbeitsplätze. Aber Sie haben schon recht. Ich sehe es auch so

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  • Steffen am 05.12.2018 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie

    Nie kaufe ich bei Galaxus. Der Filter für die Suche ist eine Katastrophe und die Preis sind selbst für die Schweiz völlg überzogen.

  • BÄERLI am 05.12.2018 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Galaxus

    Aber 3 mal teurer als bei Zalando.

  • Chl am 05.12.2018 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    ....super.... dann können wir endlich durchlüden schließen, wo unnötigerweise Personal rumsteht, sich langweilig, Lernende ausbildet, steuern zählt, etc.... Weiter so!

    • Yuppie am 05.12.2018 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      hääää

      Steuern Zählen macht eigentlich das Steueramt.

    • james mcavoy am 05.12.2018 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      Noch toller

      Und Lernende werden auch bei Galaxus ausgebildet...

    • Onlinebesteller am 06.12.2018 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chl

      Vielleicht gibt es dann wieder Platz für andere Läden. Hat eh schon viel zu viele Kleiderläden in der Schweiz....

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  • lightdout am 05.12.2018 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    win-win

    wir sollten (fast) alles nur noch online bestellen, sodass täglich aber millionen von päckli hin und (teilweise wieder) zurück geschoben werden -alles garantiert in 24-max. 48 stunden -das ist win-win 1-kundenzufriedenheit 2-endlich wird der CO2 abdruck massiv verkleinert, da wir zu hause bleiben statt einkaufen