Krisentreffen

30. Juli 2014 12:27; Akt: 30.07.2014 13:38 Print

Geht Argentinien heute Abend pleite?

Ohne Einigung mit mehreren US-Hedgefonds ist Argentinien am Mittwoch um Mitternacht bankrott. Es geht um 1,3 Milliarden Dollar, die Buenos Aires den US-Gläubigern zahlen sollte.

Ein Land vor dem Abgrund.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Womöglich ist Argentinien am Mittwoch um Mitternacht pleite. Es wäre der zweite Staatsbankrott Argentiniens innert 12 Jahren. Bereits 2002 war der südamerikanische Staat in die Zahlungsunfähigkeit geraten. Diesmal ist die Lage aber ganz anders: Argentinien streitet mit US-Hedgefonds um die Summe von 1,33 Milliarden Dollar. Diesen Betrag hat ein US-Gericht in New York den Hedgefonds zugesprochen. Sie hatten einen Schuldenschnitt für die in Dollar ausgegebenen Anleihen des Landes nicht mitgemacht.

Zuletzt verliefen Verhandlungen zwischen den beiden Streitparteien laut Medienberichten ergebnislos. Ob es am Mittwoch ein weiteres Treffen gibt, ist unklar. Das Problem: Ohne einen Kompromiss in letzter Sekunde werden die Ratingagenturen die Bonität Argentiniens senken– auf Stufe Zahlungsausfall. In der Folge würde das eine Forderungslawine auslösen, der die angeschlagene Volkswirtschaft nicht gewachsen wäre. Prozesse könnten Nachzahlungen von 400 Milliarden Dollar nach sich ziehen.

«Erpresserische Geierfonds»

Mehrere Hedefonds hatten einen Verzicht auf einen Teil ihrer Forderungen von Anfang an abgelehnt. In der Folge sprach die Regierung in Buenos Aires von «erpresserischen Geierfonds». Die US-Richter hatten daraufhin einen Mediator eingeschaltet und Argentinien eine Frist bis zum 30. Juli gesetzt, um sich mit den Klägern zu einigen.

Eine neuerliche Staatspleite würden die Bürger der Regierung ankreiden. Die Wiederherstellung des Stolzes und der Souveränität des Landes nach dem Kollaps 2001/2002 stand im Mittelpunkt des politischen Programms von Staatspräsidentin Cristina Fernández und ihrem Vorgänger und mittlerweile verstorbenen Ehemann Néstor Kirchner. Die beiden handelten Deals mit den Gläubigern aus, stotterten die Verbindlichkeiten ab und hielten die Energiepreise – dank Subventionen – niedrig.

(sas)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René Brechbühl am 30.07.2014 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Alle sind verschuldet !

    Wir vergessen eines dabei: alles ist heute Ramsch, Dollar, Euro, wenn es eine Währung gibt die noch etwas wirtschaftliche Leistung als Backgound hat dann die chinesische, alle anderen Länder sind total verschuldet, langfristig wird Gold als Sieger hervorgehen obwohl die Finanzplutokraten alles versuchen uns vom Gegenteil zu überzeugen, auch mit Manipulationen am Goldmarkt !

    einklappen einklappen
  • Diego am 30.07.2014 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde die

    Hedgefonds, die sicher im Hintergrund noch auf einen Staatsbankrott gewettet haben und sich damit inzwischen eine Goldene Nase verdient haben, aus dem Land schmeissen und jegliche Zahlung an diese Kriminellen sofort einstellen. Wie ein nordischer Staat das gemacht hat.

    einklappen einklappen
  • Insider am 30.07.2014 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    China wird einspringen.

    Die Chinesen werden es richten.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Burger king am 31.07.2014 07:19 Report Diesen Beitrag melden

    Amis = Krieg

    Überall haben die Amis ihre Finger im Spiel, die treiben die ganze Welt in den Abgrund (Krieg) sie arbeiten sehr fleißig an allen Fronten daran siehe Ukraine Konflikt um ihre unbezahlbaren Schulden los zu werden. Wenn wir nicht aufpassen zetteln sie hier in Europa noch den 3.weltkrieg an. Das alles geschieht nicht zufällig sondern hat System. Also Augen auf und nicht alles glauben was in der Boulevard Presse steht

  • ENU am 30.07.2014 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Das wäre mal etwas Neues und man könnte dann sehen was wirklich passieren würde. Sehr interessant....oder??

    • Leo am 30.07.2014 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gar nicht lustig wars

      Ich war in Brasilien im 1998 - 2002. Da ging Argentinien bereits pleite und das war gar nicht lustig. Es ging so weit, das selbst Brasilien den Strom für UBahn nicht mehr zahlen konnte. Riesen Verkehrschaos und Raub war die Folge. Warenhäuser haben viele geschlossen, weil alles auf Pump einkaufte, die Kaufkraft aber in den Keller viel. Meine Doller wurden über Nacht 8x teurer. Mir gings gut, aber es war sehr gefährlich als Gringo. Ich wurde oft mit USA verwchselt und konnte gottlob portugiesisch. Lebensgefahr! Wies in Argentienen aussah hab ich nur im TV gesehen, wenn wir Strom hatten.

    • 2002 am 30.07.2014 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wieso?

      Gab es doch schon 2002. wenn man nicht fähig ist die schulden zu zahlen gibt es einen Schuldenschnitt. Ganz einfach.

    • Willi am 31.07.2014 06:48 Report Diesen Beitrag melden

      Nichts Neues

      Argent. war ja schon mal bankrott. Was soll daran neu sein? Ist gar nicht so lange her. Schon vergessen? Das dramatische an der Situation ist, dass die Leute da unten einfach nie dazulernen.

    • Andreas am 31.07.2014 07:46 Report Diesen Beitrag melden

      Nein...

      ...das wäre nichts Neues!

    einklappen einklappen
  • Patrick am 30.07.2014 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Überall hats zuwenig Geld!

    Überall hats zuwenig Geld! Ist euch das nicht aufgefallen? Könnte die URSACHE dafür eventuell in unserem Geldsystem liegen, die immer mehr Schulden produziert als Geld vorhanden ist?

    • T. Berger am 30.07.2014 20:09 Report Diesen Beitrag melden

      Zuwenig Sachwerte

      Ist nicht ganz vollständig - es hat mehr Schulden als Geld und viel mehr Geld als Sachwerte. Mich hat dies solange gefuchst, bis ich konsequent wurde und mein Vermögen nun zu 80% in Beton ohne Hypotheken und Edelmetallen halte. Letzteres wird einem momentan noch fast nachgeschmissen. Wenn dann global eine Bank nach der andern fällt, ist mir das relativ egal. Okay, nur wenn ich jetzt noch Notvorräte hätte, könnte es mir wirklich egal sein. Wird vielleicht auch noch.

    • Urs am 30.07.2014 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Logik wo?

      Es hat genau so viele Guthaben wie Schulden. Sonst wären es keine Schulden.-) Herzlich Willkommem im Reich der Wirtschaft.

    • ursus am 30.07.2014 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ Urs

      Komplett falsch eine Bank muss z.B. nicht das Guthaben beditzen welches sie verleiht. Sie muss nur eine kleinen Teil( glaub 7%) von dem was sie als kredit gibt besitzen.

    • Samy am 31.07.2014 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geldsystem

      Zinzeszins und Geldschöfung aus privater Hand. Kein wunder sind alle verschuldet. Deswegen ja zur Vollgeld - Initiative. Die lösung ist da.

    • toni am 31.07.2014 01:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nene

      Nein es hat mehr Schulden durch den Schuldzins. Drum gehen Automatisch Grosskonzerne Pleite durch zuviele Schulden.

    • Jack am 31.07.2014 06:54 Report Diesen Beitrag melden

      Pubertäre Staaten

      @Patrick: Es hat nicht zu wenig Geld. Es hat zuviele Leute in Führungspositionen, die damit nicht umgehen können. Aus Machtgier versprechen sie ihren potentiellen Wählern zu viel, das sie dann nicht einhalten können. Es gibt auch nicht zu viele Schulden, sondern zu viele dumme Wähler! Argentinien wäre wie auch Brasilien eigentlich ein reiches Land. Aber es produziert immer wieder schöne Menschen ohne Hirn. Trifft irgendwie ganz besonders auch auf Venezuela zu. Jammerschade.

    • Andreas Hirt am 31.07.2014 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Urs

      Hat es eben nicht! Die Zinsen die auf die Schulden bezahlt werden müssen wurden bei der Kreditaufnahme nicht mitgeschöpft. Diese Zinsschulden bleiben im System erhalten, auch wenn der Kredit getilgt wurde.

    einklappen einklappen
  • Bryan am 30.07.2014 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich mal kluge Kommentare hier!

    ich habe auf 20min noch nie soviele interessante/kluge Kommentare gelesen wie hier,leute die was von der welt verstehen,alles ist korrupt,politiker,reiche banker/firmen,werden nur angeklagt wenn die grossen fische es so wollen andersrum kann man machen was man will und wird nie dafür belangt.finanzkrise 2008 UBS hat 14Mia schulden,der Bund rettet sie mit unseren Steuergeldern,theoretisch gehört die UBS jedem CH Bürger,und wir sollten unser Geld zurückkriegen,wird aber nie passieren,nur das einige Politiker sehr viel Geld in ihre privaten taschen bekommen haben.alles geht den Bach ab..

    • tamalito am 30.07.2014 17:34 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch!

      "Kluge" Kommentare - dass ich nicht lache! Hinz und Kunz pragern Systeme an, die sie nicht im Geringsten verstehen und bieten Lösungen, die in keinster Weise praktikabel sind! Btw. die UBS hat die entsprechenden "Schrottpapiere" längstens zurückgekauft - der Staat hat an der UBS-Rettung sogar verdient! Aber das scheint an Ihnen vorbeigegangen zu sein!

    • And1 am 31.07.2014 06:05 Report Diesen Beitrag melden

      Einfach falsch

      Wer noch Anleger bei der CS oder UBS ist, ist einfach selber schuld...

    einklappen einklappen
  • Kamchatka am 30.07.2014 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    USA mal wieder

    Ach was für eine Überraschung, die USA geben der Gegenpartei einer USA-kritischen Regierung Recht und treiben den Staat auch noch in den Ruin. Das war ja mal unerwartet!

    • Markus am 30.07.2014 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schuldner

      Ihr Kommentar beweist, dass Sie überhaupt nichts begriffen haben! Argentinien hat sich Geld bei US-Investment- Fonds geliehen und will dieses Geld nur teilweise zurückzahlen. Wo gibt' s denn so was? Der Schuldner will seine Schulden nicht zurückzahlen und stänkert nun rum. Der argentinische Staatsapparat ist übrigens durch und durch korrupt , da geht nix ohne Schmiergeld.

    • Alaska am 31.07.2014 07:07 Report Diesen Beitrag melden

      Hallo Wadenbeisser

      Mir kommen gleich die Tränen. Bin zwar kein Freund der USA, aber den hahnebüchernen Quatsch, den du da von dir gibst, kann ich nicht unkommentiert lassen. Argentinien, resp. seine Regierungen sind vollkommen selber Schuld, wenn sie immer wieder in die Bredouille geraten. Sei es fianzpolitisch, sei es militärisch (Falkland). Wer sich so verhält wie manche Staaten, braucht keine Feinde um sich zu schaden. Die meisten Lateinamerika- nischen Staaten haben sich seit der Unabhängigkeit weder wirtschaftlich noch moralisch gross weiterentwickelt.

    einklappen einklappen