Tiefe Zinsen

06. März 2015 08:57; Akt: 06.03.2015 12:10 Print

Geld verdienen mit dem Konto der Kinder

von C. Landolt - Kinder- und Jugendkonti haben attraktivere Zinsen als normale Sparkonti. Kreative Sparer könnten Geld auf dem Konto ihrer Kinder parkieren.

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Sparen und Zinsen scheffeln mit einem Kinderkonto? Diese gewähren einen deutlich höheren Zins als herkömmliche Sparkonti für Erwachsene.

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Sparkonti sind wegen der tiefen Zinsen kaum attraktiv. Die Ausnahme: Die Konti für Jugendliche, wie ein Blick auf die verschiedenen Angebote zeigt. Ein Geschenksparkonto bei Raiffeisen beispielsweise bringt 1 Prozent Zins, das Jugendsparkonto bei Crédit Agricole sogar 1,5 Prozent. Zum Vergleich: Auf vielen normalen Sparkonti gibt es hingegen nur 0,1 Prozent.

Diese Unterschiede könnten die Eltern auf die Idee bringen, ihre Geld alternativ anzulegen – auf einem Kinderkonto zum Beispiel. Zwar sind die Maximalbeiträge dort auf 25‘000 bis 50‘000 Franken limitiert. Doch bei mehreren Kindern und mehreren Konti könnte sich das dennoch lohnen, wie ein einfaches Rechenbeispiel deutlich macht: Bei zwei Kindern vier Kinderkonti zu eröffnen und den Maximalbetrag auszureizen ergibt 200‘000 Franken zu einem statt null Prozent Zins – das macht einen Unterschied von beinahe 2000 Franken.

Maximalbetrag einhalten

Eine kreative Idee, bemerkt der Comparis-Experte Marc Parmentier. Er gibt jedoch zu bedenken, dass «die Einlagenhöhe auf einen bestimmten Betrag limitiert ist». Wenn der Betrag über dieser Limite liege, werde der darüberliegende Teil nur noch mit den marktüblichen Zinssätzen für normale Sparkonti verzinst.

Eine signifikante Zunahme wie etwa im Jahr 2008, als die Postfinance einen Run auf ihr E-Depositokonto verzeichnete, weil es dort bis zu dreimal mehr Zins gab, konstatieren die Banken derzeit noch nicht. PostFinance verzeichnet nicht mehr Neueröffnungen von Jugendkonti verzeichnen als im Vorjahr, erklärt Medeinsprecher Richard Pfister. Das Wachstum entspreche etwa demjenigen vom letzten Jahr.

Auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) stellt bei den Neueröffnungen von Kinder- und Jugendkonten «keine signifikante Zunahme fest», teilt Evelyne Brönniman von der Pressestelle der ZKB mit.

Strenge Prüfung von der Bank

Laut Lorenz Heim vom VZ Vermögenszentrum sei die Verschiebung von Geldern auf Kinderkonti erstens mit einem grossen Aufwand verbunden und zweitens ebenfalls unsicher. «Bei grösseren Beträgen wird die Bank misstrauisch, schliesslich handelt es sich um ein Kinderkonto, das explizit nicht für die Eltern gedacht ist, sondern beispielsweise für eine spätere Anschaffung des Kindes», sagt Heim.

«Wir können nicht verhindern, dass in vereinzelten Fällen Jugendsparkonten als Sparvehikel der Eltern dienen», erklärt Evelyne Brönnimann von der ZKB. Den Eltern müsse jedoch bewusst sein, dass Guthaben auf Jugendsparkonten Kindesvermögen im Sinne des Zivilgesetzbuch (ZGB) darstellten und nur unter eingeschränkten gesetzlichen Voraussetzungen wieder bezogen werden könnten. Im Falle eines Verdachts werde der Kundenbetreuer der Zürcher Kantonalbank das Gespräch mit den Eltern suchen, um die Sachlage zu klären und allfällige weitere Massnahmen einzuleiten. Auch bei der Postfinance ist man aufmerksam: «Bei für Jugendliche unüblichen Saldobewegungen oder Vermögensständen überprüfen wir das mit den wirtschaftlich Berechtigten», sagt Richard Pfister. Stelle sich heraus, dass das Geld nicht dem Jugendlichen gehöre, würden Massnahmen ergriffen werden.

Grössere Geldeingänge müssen im Rahmen des Geldwäschereigesetzes von der Bank geprüft werden. «Wenn die Gelder nicht dem Kind selber, sondern beispielsweise den Eltern gehören, wird die Bank diese Gelder nicht ohne weiteres auf dem Kinderkonto gutschreiben», sagt Heim. Wenn Eltern auf die Idee kommen, mit einem Kinderkonto Geld zu verdienen, dürften die Banken die Zinsen auf den Kinderkonti sofort senken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jugendliche am 06.03.2015 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geldverdienen

    Na ja, Geldverdienen ist etwas grosszügig ausgedrückt auch bei diesen Zinsen!

  • Freidenker am 06.03.2015 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen lohnt heute nicht mehr

    Genau so wie arbeiten.

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  • stef le chef am 06.03.2015 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Horrorzinsen sind aber ok

    Werden denn auch Gespräche eingeleitet wenn die Bank für ein Minus auf dem Konto einen Monsterzins verlangt oder schweigt man sich dann da still aus wie üblich in der Branche ? Kürzlich auf einem Bankprospekt gesehen "Zinsen Sparheft 0.01 % Zinsen Kleinkredit 9.5%

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nadja Meier am 07.03.2015 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergeld

    Woher haben die Kinder Geld? Kinderarbeit ist doch verboten??

  • Vierziger am 07.03.2015 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Lehrling

    Sie sind allen Ernstes stolz darauf, "etwas Sinnvolles" mit dem Geld zu machen, das Ihre Eltern für Sie gespart haben und kommen sich gross vor, dass Sie es nicht einfach vergeuden? Ist es eigentlich für Ihre Generation Konsum und Materialismus selbstverständlich, dass ein Konto da ist, über das Sie später verfügen können? Meine Generation musste sich das selbst erarbeiten, und das erste Auto haben wir uns selbst erspart, so wie auch das Handy! So haben wir im Gegensatz zu Ihnen, denen finanziell der Weg geebnet ist, den Wert des Materiellen schätzen gelernt.

    • N. Vogel am 07.03.2015 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      Materielles

      Das siehst du zu allgemein. In meiner Familie hat man nach meinem Verständnis ein gutes Verhältnis zu 'Materiellem'. Meine Eltern fahren z.B. ein bald 14-jähriges Auto, das ich übernehmen werde sobald sie sich ein neues kaufen (aktuell habe ich keins, brauche ich nicht unbedingt). Ins Ausland in die Ferien gefahren sind wir vielleicht 1-2 mal in den letzten 20 Jahren. Luxus, Markenklamotten, etc. hatten und wollten wir nie. Trotzdem ist klar, dass wir immer genug Geld haben werden. Vielleicht 5-10 Millionen in Immobilien, Aktien, Konti. Geld macht nicht glücklich, es beruhigt nur die Nerven.

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  • Unbekannt am 06.03.2015 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein zu Kindern

    Die heutigen Kinder müssen iPhones, Gamer, Wunschmusik-CDs und jetzt sogar Konten haben? Wie weit soll das noch gehen?

    • Lehrling am 06.03.2015 20:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Unbekannt

      Was man früher Sparbuch nannte, ist heute ein Konto. Ich habe auch 2 Konten, über die ich erst mit 18 verfügen darf. Vorher nicht. Das sind extra Konten, bei denen geschaut wird wie alt das Kind ist. Ist das seltsam das ich als Lehrling mehr über das weiss als wohl ein Erwachsener? Ich finde schon .... Ich hoffe Sie haben nieeemals Kinder, denn Sie können Ihnen wohl das alles nicht beibringen. Bei der nächsten Steuererklärung will ich dabei sein, wenn meine Mutter die ausfüllt, damit ich schon mal gesehen habe wie das geht. (Bin 16)

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  • Unbekannt am 06.03.2015 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Keines dieser Kinder ist es wert, Geld dafür anzulegen. Sie danken und schätzen es eh nicht.

    • Lehrling am 06.03.2015 20:30 Report Diesen Beitrag melden

      Das wissen Sie ja nicht

      Mit dem Geld auf dem Konto werde ich mir mein erstes Auto kaufen (Ja, für das ist es auch gedacht von meinen Eltern) und den Rest (muss kein teures Auto sein, muss nur von A nach B fahren) bleibt auf der Seite, damit ich etwas habe als Reserve, falls es mal schlechtere Zeiten gibt. Ich mag Menschen nicht die alle in den gleichen Topf werfen. Nur weil ich 16 bin heisst das nicht das ich mich nicht für Politik interessiere oder nicht dafür interessiere wie das mit Krankenkassen aussieht oder mit den Steuern usw.

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  • Pavel Faust am 06.03.2015 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht !!

    Ich habe selber bei der Migrosbank erlebt, dass die Bank sich geweigert hat, mir das Geld auf dem Kinderkonto für die neuwohnunganschaffung auszuzahlen. Ich musste mit Quittungen belegen, dass das Geld für Kinderanschaffungen sind. Also...Vorsicht!!!