Trotz Pannenserie

25. Juli 2014 20:27; Akt: 25.07.2014 20:27 Print

General Motors zeigt sich unerschütterlich

von Yves Hollenstein - 29 Millionen Autos musste General Motors in den letzten Monaten zurückrufen. Trotzdem: Die GM-Aktien steigen und die Autos verkaufen sich sehr gut. Eine Erklärung.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es sind Zahlen, die einem zu denken geben: 60 Rückrufaktionen hat General Motors seit Anfang dieses Jahres gestartet. Über 29 Millionen Autos mussten wegen teils lebensgefährlicher Defekte zurück in die Werkstatt. Das sind fast siebenmal so viele Autos, wie 2013 in der Schweiz zugelassen waren.

GM rechnet mit mehr als 50 Unfällen aufgrund von fehlerhaften Fahrzeugen. Dabei kamen 13 Menschen ums Leben. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA vermutet hingegen deutlich mehr Opfer. Das Brisante dabei: Manche Mängel sind dem Detroiter Autokonzern schon seit über zehn Jahren bekannt.

«Das ist kriminell», bringt es Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen auf den Punkt. Wenn man bedenke, dass GM rund acht Millionen Autos pro Jahr baut, dann könne man zusammenfassend sagen: «Der Konzern hat vier Jahre Mist produziert.»

Börsenkurs verdoppelt

Als Folge der Pannenserie brach der Gewinn regelrecht ein. Bei den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen vermeldete die Opel-Mutter einen Gewinnrückgang von 84 Prozent auf 190 Millionen Dollar – im Vorjahreszeitraum waren es 1,2 Milliarden Dollar gewesen.

Trotz alledem verkaufen sich die Autos weiterhin blendend und der Börsenwert von GM steigt von Woche zu Woche. Seit der Invsolvenz im Jahre 2010 und der anschliessenden Rückkehr an die Börse hat sich der Kurs zwischenzeitlich von 20 auf 4o Dollar verdoppelt. Momentan notieren die Papier bei 35.70 Dollar, nach einem leichten Taucher aufgrund der negativen Halbjahreszahlen.

Den Experten Dudenhöffer erstaunt das jedoch nicht sonderlich, denn die Rückrufe beträfen hauptsächlich ein abgeschlossenes Kapitel. Die meisten der defekten Autos seien in der Zeit vor der Insolvenz gebaut worden. «Nach 25 Jahren Prügel und Negativschlagzeilen sehen die Anleger jetzt ein Licht am Ende des Tunnels und kaufen deshalb beherzt zu», so der Auto-Professor. Die schlechten Jahreszahlen seien zudem hauptsächlich Rückstellungen für die Entschädigung von Opfern zuzuschreiben.

Preis und Qualität stimmen

Die gleiche Sichtweise nehmen auch die Kunden ein. Dazu seien die GM-Autos laut Dudenhöffer genau auf den amerikanischen Kunden zugeschnitten. Dies ganz im Gegensatz zum Konkurrenten VW. Der ehemalige Musterknabe unter den Autobauern hat Mühe, seine Autos an den Mann zu bringen.

Dazu überzeugen die Fahrzeuge aus Detroit auch in Sachen Preis und Qualität. In dem im US-Markt viel beachteten Qualitätsranking von J.D. Power schwingt GM in acht Kategorien obenaus – vor Toyota und Honda.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alain Wuethrich am 25.07.2014 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Kein wirkliches Problem mit Schluessel

    Ich lebe in den USA fahre selbst einen 2014 Camaro ZL1 und wurde bei meinem letzten Besuch in der Werkstatt auf das Zuendschluessel Problem aufmerksam gemacht. Ich frage mich jedoch wie daemlich man in dem Auto sitzen muss um mit dem Knie den Schluessel zu drehen. Mein Knie ist mindestens 20cm davon entfernt und ich bin nicht gerade klein. Der Fix dafuer waehre, dass der aufklapp Schluessel mit einem normalen Schluessel ausgetauscht wuerde und die Fernbedienung am Schluesselanhaenger ist. Ich behalte meinen klapp Schluessel auf jeden Fall. Manche Leute muessen wirklich daemlich im Auto sitzen

    einklappen einklappen
  • Marcel am 26.07.2014 02:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur GM

    Fahre nur noch Cadillac! Nur weil GM und auch Toyota ehrlich sind werden sie in den Medien immer atakiert. VW, Mercedes und vor allem BMW (hatte 2 Stück 2011 und 2013 Model 3er xi) waren nur in der Garage mit viel grösseren Problemen. Das war angeblich ein Einzelfall.... haha. Heute fahre ich Cadillac 1/3 günstiger dafür 1/3 mehr Austattung und nie Probleme.

    einklappen einklappen
  • keinneider am 26.07.2014 01:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wettbewerb

    Ich gönne es GM das sie wieder auf Erfolgkurs sind. Tut der Wirtschaft und schlussendlich auch dem Wettbewerb gut. Ich arbeite übrigens bei einer Deutschen Automarke;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Snickas am 30.07.2014 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nie mehr ein deutsche Fabrikate!

    Probleme hin oder her, es gibt nichts besseres als ein amerikanisches Auto! Wir fahren einen nagelneuen Cadillac ATS, der erregt Aufmerksamkeit, ist super ausgestattet, komfortabel und das zu einem Preis, bei welchem man in der Mercedes-Mogelpackung vermutlich noch nicht einmal ein Ersatzrad bekommen hätte!

  • Philipp am 28.07.2014 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Chevi

    Fahre einen Chevi Chevelle JG 67 an schönen Tagen, Würde bei GM Biel produziert :)

  • Martial Kohler am 27.07.2014 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ein MB ersetzt gut GM...

    Vor Jahre besitzten wir 3 Buick und 1 Cadillac. Das waren noch Zeiten und diese Fahrzeuge waren problemlos, aber jetzt, nie mehr GM...

    • Zack am 28.07.2014 13:21 Report Diesen Beitrag melden

      Exote

      Dafür ist Buick und Caddy exotischer bei uns als MB.

    einklappen einklappen
  • Peter Amifahrer am 27.07.2014 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaubenssache

    Eigentlich gibt es keine schlechten Autos mehr. Wo sieht man noch eine rostige Kiste oder ein Pannenfahrzeug? Ich fahre seit 40 Jahren Amis, alle direkt importiert. Hatte nie Probleme mit der Garantie. Die Wagen sind viel besser als früher und auch nicht mehr durstiger als andere. Also machen wir doch daraus keine Religion sondern fahren was uns Freude macht.

  • flo am 27.07.2014 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neutral

    zeigt mir einen autohersteller, der ohne probleme ist. gm fahrzeuge haben wenigsten kein südosteuropa image:)