Franzosen drehen Pipeline zu

21. Oktober 2010 10:58; Akt: 21.10.2010 13:05 Print

Genf droht das Kerosin auszugehen

Benzin-Engpass auf dem Genfer Flughafen: Die Treibstoff-Vorräte reichen noch für drei Tage. Im schlimmsten Fall müssen die «Kriegsreserven» angezapft werden.

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Wegen des Streiks in Frankreich sinken die Kerosin-Vorräte am Flughafen Genf. (Bild: Keystone)

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Die Franzosen streiken weiter: Seit dem frühen Morgen versperren Demonstranten den Zugang zum Flughafen von Marseille. Von den Erdöllagern der südfranzösischen Hafenstadt bezieht der Flughafen Genf normalerweise sein Flugbenzin, welches mittels einer Pipeline direkt in die Treibstofflager des mit über zehn Millionen Passagieren zweitgrössten Airports der Schweiz fliesst.

Seit vier Tagen kommt aber wegen des Streiks im Nachbarland kein Nachschub. «Unsere Vorräte reichen derzeit für drei Tage Flugbetrieb», sagt Flughafensprecher Bertrand Stämpfli zur «Tribune de Genève». Die Reserven seien noch voll, alles sei im grünen Bereich. Mittels Eisenbahn- und Lastwagenlieferungen versuche man, das durch die Pipeline-Sperre entstandene Loch zu stopfen.

In Notfall werden «Kriegsreserven» angezapft

Diese Lieferungen auf dem Landweg reichen jedoch nicht ewig aus, den Durst der Flieger zu stillen: «Zu einem Grounding kommt es sicher nicht. Falls nötig, zapfen wir die Kriegsreserven in Vernier an», betont Stämpfli. Diese reichten aus, um den Flugbetrieb während 30 Tagen aufrechtzuerhalten. Laut Ueli Haudenschild vom zuständigen Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) liege der Entscheid über die Freigabe der Pflichtlager bei Bundespräsidentin Doris Leuthard. «Es ist aber noch kein Gesuch eingegangen», so Haudenschild.

Letztmals seien in der Schweiz Pflichtlager wegen eines Versorgungsengpasses während des ersten Golfkriegs 1990/1991 angezapft worden. Zudem sei 2005 im Rahmen einer Solidaritätsaktion wegen des Hurrikans «Katrina» Öl aus den Reserven in das internationale Netz eingespiesen worden.

(am)

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