Betrugsverdacht

18. Juni 2014 18:32; Akt: 18.06.2014 18:32 Print

Gepanschtes Olivenöl taucht in Supermarkt auf

Eine toskanische Firma steht unter dem Verdacht, in grossem Stil Olivenöl zusammengemischt und falsch etikettiert zu haben. Betroffen ist eine deutsche Supermarkt-Kette.

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Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl: Ein Unternehmen in der Toskana steht unter Betrugsverdacht, mittelmässiges Olivenöl zusammengemischt, falsch etikettiert und im grossen Stil verkauft zu haben. (AP Photo/Petros Giannakouris) (Bild: Keystone/AP/Petros Giannakouris)

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Ein Skandal um gepanschtes italienisches Olivenöl zieht weitere Kreise. Neben dem Marktführer für Olivenöl, DeOleo, zu dem Marken wie Bertolli gehören, zählt offenbar auch die deutsche Supermarktkette Rewe zu den Kunden der unter Betrugsverdacht stehenden Lieferanten, wie der «Stern» berichtete.

In Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft sei der Name aufgetaucht. Seit 2012 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Panscherei bei der Olivenöl-Herstellung. Die toskanische Firma AOV steht im Verdacht, in grossem Stil Olivenöl unterschiedlicher Herkunft als italienisches Öl etikettiert und minderwertige Öle zusammengemischt und als Spitzenqualität «extra vergine» verkauft zu haben. In Kürze soll in Siena der Prozess gegen neun Angeklagte beginnen.

Auf den Namen Rewe seien die Ermittler im Frühjahr 2012 bei einer Razzia in den Räumen der verdächtigen Firma gestossen, berichtete der «Stern» weiter. Sie hätten dort Mischanweisungen eines Zwischenhändlers für ein für die deusche Supermarktkette bestimmtes Öl gefunden. Dabei habe es sich um eine Mixtur aus acht verschiedenen Öl-Qualitäten gehandelt, darunter auch Öl, das gar nicht für den Verzehr geeignet sei.

Olivenöl aus Coop unverfänglich

Ob so zusammengepanschtes Öl tatsächlich abgefüllt und verkauft wurde, könne Rewe nicht beantworten. Der Konzern bestätigte laut «Stern» den Vertrag mit dem Zwischenhändler. Ob dieser aber mit der verdächtigen Ölhandelsfirma zusammengearbeitet habe, sei bei Rewe nicht bekannt.


Das Olivenöl Bertolli ist in der Schweiz bei Coop erhältlich. Ist auch die Schweiz von unsauberem Olivenöl betroffen? «Wir beziehen von der AOV weder Olivenöl noch andere Öle», teilt Mediensprecher Ramon Gander auf Anfrage mit. Jedoch sind Öle erhältlich, die uner dem Zusatzvermerk «aus einer europäischen Mischung» verkauft werden. Aber auch diese seien nicht gefährdet. sagt Gander. «Eine europäische Olivenölmischung kommt vor allem bei unserer Hausmarke F. Berio zum Einsatz», so der Mediensprecher. Sie werde auf der Rücketikette klar deklariert. «Die Hauptherkünfte der Olivenöle sind Spanien, Italien und Griechenland. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, zusätzlich aus anderen europäischen Ländern kleinere Mengen einzusetzen, so z. B. aus Frankreich, Portugal und Kroatien, doch deren Olivenöle sind im Vergleich zu Ersteren deutlich teurer», teilt Coop mit.

(cls)

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