Salat statt Burger

28. Dezember 2014 22:54; Akt: 28.12.2014 22:54 Print

Gesundes Fast Food macht es McDonald's schwer

von Kaspar Wolfensberger - Gesundes Essen liegt bei Schweizern im Trend – auch beim Fast Food. Eine ganze Reihe neuer Restaurants und Take-aways rückt Platzhirsch McDonald’s auf die Pelle.

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Burgerbrater McDonald's kämpft mit Problemen. Ausgerechnet im amerikanischen Heimmarkt sind die Umsätze im letzten Quartal um satte 4,6 Prozent eingebrochen. Und Filme wie «Super Size Me» oder die wachsende Beliebtheit vegetarischer und veganer Gerichte lassen auch bei vielen Schweizern den Appetit auf Big Mac und Konsorten schwinden.

Dies heisst umgekehrt nicht, dass die Nachfrage nach Fast Food sinkt. Im Gegenteil: Der Druck am Arbeitsplatz nimmt vielerorts ständig zu und die Mittagspausen werden kürzer. Doch die Kunden möchten gesunde, ökologische Alternativen zu kalorienreichen Burgern. Einer der Ersten, der dies erkannte, ist Roland Wehrle. Der ehemalige Easyjet-Pilot startete im Jahr 2007 in Zürich sein Restaurant-Konzept Not Guilty. Das Angebot in seinen Lokalen besteht aus Salaten, Suppen und Sandwiches aus ökologischer Produktion.

Keine Avocados

Wehrles Motivation zur Gründung von Not Guilty: «Ich war oft mit der Frage konfrontiert: Was essen? Ich hatte wenig Zeit, wollte aber trotzdem geniessen.» Und Genuss bedeute: gesundes Essen aus möglichst unveränderten Zutaten direkt vom Produzenten. «Bei den Crevetten ist das nicht möglich, dafür sind sie Bio», so Wehrle.

Ähnlich klingt es bei Martha’s Salad. Der Salat- und Sandwich-Lieferdienst wurde 2013 von zwei jungen Frauen gegründet, denen Gesundheit und regionale Verankerung wichtig sind. Co-Gründerin Sabrina Zbinden sagt: «Wir verzichten auf Avocados oder Mangos, da es diese bei uns nicht gibt. Nur bei den Gewürzen erlauben wir uns einige Ausnahmen.»

Bei Hitzberger geht es beim Essen nebst der Gesundheit vor allem um Nachhaltigkeit. «Wir verwenden gesunde Bio- und Fairtrade-Produkte sowie kompostierbares Verpackungsmaterial auf Maisbasis», sagt Geschäftsführer Andy Schwarzenbach. Bei den Kunden gelte: «Die Leute möchten schnelle Verpflegung, aber keinen Junk Food.»

«Der Veganismus ist gekommen, um zu bleiben»

Einen Schritt weiter als Wehrle, Zbinden und Schwarzenbach gehen Elif und Sibel Erisik. Die zwei Schwestern sind die Inhaberinnen des Restaurants Elle’n’Belle am Zürcher Limmatplatz. Auch hier gibt es typischen Streetfood. Doch im Gegensatz zu den Konkurrenten sind die Gerichte ausschliesslich vegan. «Der vegane Lebensstil ist gekommen, um zu bleiben», so die Erisiks. Wenig überraschend werde er beim Fast Food nun zur Konkurrenz für die klassischen Burger.

Auch bei Hitzberger spielt veganes Essen eine Rolle. Geschäftsführer Schwarzenbach erklärt, seine Take-aways hätten diverse vegane Gerichte im Angebot. «Die Gästeanfragen nach veganen Speisen häufen sich. Fleischgerichte haben wir auch im Sortiment, womit wir für alle etwas anbieten können.»

Neuorientierung

Doch wie reagiert McDonald's auf die neuen Bedürfnisse? Mediensprecherin Aglaë Strachwitz sagt: «Wir entwickeln uns stetig weiter und setzen auf eine breite Auswahl.» So habe McDonald's Schweiz neue Salate wie zum Beispiel einen Nüsslisalat mit Apfelstücken und Kürbiskernen im Angebot. Ausserdem versucht der Burger-Konzern in der Schweiz in neue Bereiche vorzustossen. «2008 haben wir die McCafés gestartet und in einigen Restaurants bieten wir neu Frühstück an», so Strachwitz. Vor allem die jungen Kunden will McDonald's ab 2015 ausserdem mit der Einführung einer Smartphone-Bestell-App begeistern.

Wieder andere Wege begeht McDonald's in den USA. Dort testet das Unternehmen den «Do-it-yourself-Burger». Dabei handelt es sich um ein Angebot, mit dem sich jeder Kunde seinen Traumburger selbst zusammenstellen kann.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dari0 am 28.12.2014 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    Achja..

    In Zeiten wo ein Grossteil der Leute nichtmal mehr weiss wie ein Brot hergestellt wird bzw. was ca. der Preis ist labert man vom Gesunden Essen lol! Lernt zuerst selber mal kochen und backen bevor man über Gesundes Essen Argumentiert und eine Meinung schreibt...

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  • Kurzpausenesser am 28.12.2014 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu hohe Preise McD

    Bei den Preisen und immer mieserer Qualität im McD fällt es auch nicht schwer nach was Anderem zu suchen !!!

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  • Roger Frei am 28.12.2014 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Schlecht

    Finde ich eine tolle sache einfach sollte es schon fleisch geben vegan ist nicht so mein ding.. :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 62nd am 29.12.2014 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Siehe NY

    Endlich hat es auch die Schweiz kapiert. In NY gibt es dieses Angebot seit Jahren!

    • Soso am 29.12.2014 21:16 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Deswegen sind die keisten NewYorker auch so schlank!!

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  • Ramona H. am 29.12.2014 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschwerden

    mir erzählen immer mehr lete das sie nach dem besuch von McDonalds an magen-/darmbeschwerden leiden. verwundert mich nicht. bei so teuren preisen und kleinem sättigungsvermögen und dann noch unliebsam zusammen gestapelter burger. immer mehr leute wenden sich darum ab.

  • Martial Kohler am 29.12.2014 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    McD ist keine Referenz...

    Sehr gute Idee, man kann immer noch ein feiner Filetsteak dazu essen. Aber bitte kein Burger, das ist defintiv tempi passati...!

  • Der Weise am 29.12.2014 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mc Donald = Dreck

    Jeder der im Mac längere Zeit isst, wird es mit der Zeit bitter bereuen.

  • Ein Informatiker am 29.12.2014 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin Second Hand Vegetarier

    Das Rind isst zuerst den Salat, danach esse ich das Rind ;)

    • Gundi am 29.12.2014 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nachplapperer

      Gratuliere zum Nachplapperer 2014

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