KOF-Analyse

19. November 2019 09:58; Akt: 19.11.2019 10:47 Print

Für Gesundheit geben Schweizer 10'261 Fr. aus

Arztkosten, Medikamente, Pflege: Im laufenden Jahr klettern die Gesundheitskosten pro Person im Schnitt erstmals über 10'000 Franken.

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Die Gesundheitskosten setzen ihren unerfreulichen Wachstumskurs fort: Sie steigen im kommenden Jahr voraussichtlich um 3,3 Prozent, im Jahr darauf sogar um 3,6 Prozent. Dies zeigt eine Prognose der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich, die am Dienstag publiziert wurde.

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Für das laufende Jahr rechnet die KOF mit einem Wachstum von 3,6 Prozent. Die Gründe für das Wachstum sind der wachsende Anteil der älteren Bevölkerung und die leicht steigenden Löhne. Die Ökonomen gehen aber davon aus, dass die politischen Massnahmen die Ausgebenwachstum etwas eindämmen.

Was die neuste Analyse sonst noch zeigt: Erstmals sind die Gesundheitsausgaben pro Kopf und Jahr über 10'000 Franken gestiegen. Laut den Konjunkturforschern liegen die Kosten 2019 bei voraussichtlich 10'261 Franken. Im kommenden Jahr dürften sie sogar auf 10'502 Franken klettern, ein Anstieg um 3,3 Prozent. Und fürs 2021 gehen die Experten sogar von 10'774 Franken pro Person aus, sofern die Entwicklung nicht gebremst werden kann.

Kosten für Langzeitpflege steigen

Insgesamt dürften sich die Kosten in den ambulanten Kategorien in den kommenden Jahren stärker entwickeln als in den stationären Bereichen. Zu den ambulanten Leistungserbringern
zählene auch Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und Spitex. Da die Zahl pflegebedürftiger Menschen weiter steigen wird, ist anzunehmen, dass die Kategorie «Langzeitpflege» auch künftig wächst.

Nicht berücksichtigt haben die KOF-Prognostiker die 10 Milliarden-Warnung des Krankenkassenverbandes Santésuisse. Laut Santésuisse sind hauptsächlich neue, teure Gentherapien wie Kymriah von Novartis (1 Milliarde Franken mehr pro Jahr), der neue Tarif für ambulante Leistungen der Ärzte und Spitäler (2,5 Milliarden Franken mehr) und steigende Pflegekosten für den Kostenschub verantwortlich. Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly weist darauf hin, dass die KOF nur Mehrkosten berücksichtigt, die bereits beschlossen sind.

Zahl der Angestellten steigt und steigt

Laut KOF entwickelt sich der Gesundheitssektor zu einem immer wichtigeren Zweig der Schweizer Wirtschaft. Im Jahr 2017 waren im Gesundheitswesen 281'590 Personen tätig (gerechnet in Vollzeitstellen). Der Anteil der Beschäftigten im Gesundheitswesen an der Gesamtbeschäftigung isnt von 4,8 Prozent im Jahr 1992 auf 7,3 Prozent im Jahr 2017 gestiegen.

(vro/sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lömu am 19.11.2019 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde aber auch Zeit!

    Endlich steigen die Gesundheitskosten. Weiss nicht mehr wohin mit meiner Kohle...

  • Dee Dee am 19.11.2019 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bald nichts mehr auf dem Teller..

    Kann ich mir mit meinen 50.- Lohnerhöhung locker leisten... Auch die KK Prämie sollte nicht ins Gewicht fallen bei 3800.-/M.... Wie soll man das alles noch schaffen? :°(

    einklappen einklappen
  • Renaldo am 19.11.2019 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    wo bleibt eigentlich das Lohnwachstum

    von all denen die diese Kosten bezahlen müssen über ihre Krankenkassenprämien?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Geri am 20.11.2019 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nützt nichts

    Was nützt mir all das Krankenkassenzeug? Meinen Zahnarzt muss ich trotzdem selbst bezahlen und meine Brille und Tinnitusbehandlung ebenfalls.

  • R. M. am 20.11.2019 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht Spass?

    Ich, Rentner mit 3600.- Rente, muss monatlich 440.- KK Prämie bezahlen plus 1500.- Franchise und 10% Selbstbehalt.

  • sam am 20.11.2019 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da staunt der Laie

    Dasselbe bei Elektroautos!! Es kann nicht im Sinne einer Autoreppwerkstatt sein Elektroautos zu fördern, die verursachen kaum noch Reparaturkosten und die Teile schrumpfen auf paar Prozente eines Ottomotors. Wie können Ärzte mit gesunden Menschen ihre Millionen verdienen.??

  • mammi am 20.11.2019 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schweizer

    logisch brauchen nur die schweizer die kk und was ist mit denjenigen wo wir mitfinanzieren?

  • Influenced am 20.11.2019 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft

    Die Schweizer geben im Durchschnitt schon unfreiwillig mindestens 3000 CHF für Gesundheitskosten aus (Krankenkassenprämien). Die Krankenkassen sollten als progressive Steuern abgerechnet werden, dann müssten die Personen mit hohen Gehältern auch diese schon unverschämt teuren Behandlungen bezahlen. Leute ohne Geld müssen die Prämien bezahlen und gehen nicht zum Arzt wegen der Franchise und Leute mit Geld lassen sich Ernährungstipps auf Kosten der Allgemeinheit geben. Komische Welt