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07. Februar 2011 07:16; Akt: 07.02.2011 10:20 Print

Gewinn von Julius Bär rückläufig

Die Bank Julius Bär hat unter dem Strich im vergangenen Jahr 8,8 Milliarden Franken Neugeld entgegengenommen. Der Zustrom von Vermögen kommt vor allem aus Wachstumsmärkten wie Asien und dem Kundengeschäft in Deutschland.

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Die Bank plant dank ihrer satten Finanzpolster ein Aktienrückkaufprogramm. (Bild: Keystone)

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Die verwalteten Vermögen stiegen trotz der Schwäche von Euro und Dollar um 10 Prozent auf 169,7 Mrd. Franken. Der Währungseffekt war stark: Hätten sich die Kurse 2010 nicht verändert, wären Ende Jahr in den Tresoren des Traditionshauses 14 Mrd. Fr. mehr Vermögen vorhanden gewesen.

Zum Teil geht der Zuwachs auf die Übernahme des Schweizer Geschäfts des niederländischen Finanzriesen ING zurück. Auf der anderen Seite steigen die Vermögen auch wegen des Neugeldzuflusses sowie auch auf die guten Erträge aus den Finanzmärkten, wie die Bank am Montag mitteilte.

Die Vermögensverwalterin gab einen Konzerngewinn von 504 Mio. Fr. bekannt, der 6 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres liegt. Den Aktionären kann Julius Bär B”rsenkurs aber nur 353 Mio Fr. zuteilen, 9 Prozent weniger ist als 2009. Der Grund sind Kosten für Umstrukturierungen und Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten.

An der Schweizer Börse notierten die Aktien von Julius Bär am Montag kurz nach der Eröffnung stärker bei 43,95 Franken ( 0,90 Prozent).

Höhere Kosten

Die Bank, die über ihre wichtigsten Zentren in der Schweiz und in Asien weltweit eine wachsende Zahl wohlhabender Kunden betreut, verzeichnete einen um 16 Prozent auf 1,19 Mrd. Fr. gestiegenen Geschäftsaufwand. Einen Teil davon hat die Integration des ING-Geschäfts verursacht.

Die Aktionäre erhalten 60 Rp. pro Aktie, nach 40 Rp. im Vorjahr. Die satten Finanzpolster erlauben der Bank, die sich als führende reine Vermögensverwalterin der Schweiz sieht, den Rückkauf von 5 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals. Das Maximum, das die Bank dafür einsetzen will, sind 500 Mio. Franken.

Schlagzeilen wegen Wikileaks

Die Bank geriet vor kurzem auch wegen ihres früheren Mitarbeiters Rudolf Elmer in die Schlagzeilen. Der Ex-Banker wurde Ende Januar vom einem Gericht in Zürich unter anderem für die Weitergabe von Bankdaten an die Enthüllungsplattform Wikileaks zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt.

Auf den Datenträgern sollen laut Elmer Informationen über mutmassliche Steuersünder aus verschiedenen Ländern sein. Bisher hat Wikileaks noch keine Daten veröffentlicht. Die Bank Julius Bär reagierte bisher aber gelassen auf die Affäre. Elmer arbeitet seit 2002 nicht mehr für Julius Bär.

(sda)