Fairtrade-Projekt

17. Januar 2017 14:11; Akt: 17.01.2017 14:11 Print

Gewürze vom Hof gleich um die Ecke – in Indien

von K. Wolfensberger - Ein Start-up verkauft Früchte und andere Produkte von Bauern aus Produktionsländern direkt an Schweizer Konsumenten. Finanziert wird das Ganze mit Crowdfunding.

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Ob Kaffee, Reis oder Gewürze: Lebensmittel kaufen Schweizer gewöhnlich in der nächsten Filiale des Detailhändlers ihres Vertrauens oder auf dem Wochenmarkt. Wem dabei das Wohl der Bauern in den Produktionsländern am Herzen liegt, greift im Regal zu Produkten von Fairtrade-Labels wie Max Havelaar. Sie versprechen, dass die Bauern mehr Geld erhalten als bei konventionellen Produkten.

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Doch woher kommen die Fairtrade-Produkte genau? Welcher Bauer hat sie hergestellt? Das bleibt den Konsumenten meist verborgen. Zu viele Zwischenhändler haben ihre Hände im Spiel. Um für mehr Transparenz zu sorgen, hat eine Gruppe um den Jungunternehmer Tobias Joos daher das Projekt Crowd Container ins Leben gerufen. Die Idee: Konsumenten bestellen direkt bei einem Bauernhof in einem südlichen Land Lebensmittel und Gewürze.

Ein ganzer Schiffscontainer

Bestellt wird jeweils erst, wenn sich genügend Interessenten gefunden haben, damit ein ganzer Schiffscontainer mit Produkten gefüllt werden kann. Gesammelt wird über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit. Aus der Verbindung zwischen Crowdfunding und Schiffscontainer ergab sich schliesslich der Projektname Crowd Container.

Im April 2016 beteiligten sich 533 Personen an einer ersten Bestellung bei einer Kleinbauern-Kooperative im indischen Bundesstaat Kerala. Sie orderten Päckli mit Nüssen, Reis, Gewürzen, Kaffee und Kokosöl im Wert zwischen 150 und 180 Franken.

Im Dezember konnte die Gruppe einen zweiten Container füllen. Diesmal ging die Bestellung aber nicht nach Indien, sondern nach Sizilien. Entsprechend anders ist die Zusammensetzung der Lieferung: Olivenöl, Pasta, Mandeln, Tomaten und italienische Gewürze wie Rosmarin, Thymian und Salbei sind darin enthalten.

Zusammenarbeit mit italienischen Partnern

Ist es überhaupt sinnvoll, italienische Produkte via Crowd Container zu bestellen? Schliesslich handelt es sich dabei um ein entwickeltes Land in Europa, nicht um ein Schwellenland wie Indien.

Ja, meint Mike Weibel, einer der Initianten des Projekts, im Gespräch mit 20 Minuten. Seine Gruppe habe in Italien bei der Auswahl der Bauern-Kooperativen mit der Firma Altromercato zusammengearbeitet, die sich auf den solidarischen Handel innerhalb Italiens spezialisiert hat. Sie betreibt also eine Art Fairtrade für Produkte aus dem armen Süden, die normalerweise im reichen Norden Italiens verkauft werden – und dank Crowd Container nun auch in der Schweiz. Die Initianten wollen in Zukunft regelmässig Container mit Crowd Orderings füllen. Der erste Container aus Italien kommt übrigens am 6. Februar in der Schweiz an.

Andere Firma mit ähnlichem Ansatz

Einen ähnlichen Ansatz wie Crowd Container verfolgt die Firma Gebana aus Zürich. Sie verkauft ebenfalls Fairtrade-Produkte via Direktimport, also ohne Zwischenhändler. Marketing-Chefin Sandra Dütschler erklärt, dass Gebana bei Frischprodukten wie zum Beispiel Bio-Datteln aus Tunesien oder Bio-Orangen aus Griechenland ebenfalls auf dasselbe Prinzip wie Crowd Container setze. «Unser Direktversand und Crowd Container ergänzen sich ideal», sagt Dütschler.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jens am 17.01.2017 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Essen

    Wir haben hier direkte Verkaufsstellen Bauern. Es ist ökologischer Unsinn so eine Lieferung. Habe lange in Afrika gearbeitet. Wie mit dem Kaffee, ist lange nicht alles Fairtrade. Die Bauern haben abnahmegarantie das wars

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  • Rudi Mentär am 17.01.2017 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Produktsicherheit, Gesundheitsfaktor?

    Ich finde die Idee super, aber ich würde noch gerne etwas mehr wissen über die Sicherheit der Produkte. Wer garantiert mir, dass die Waren aus Asien nicht irgendwie belastet sind mit Schwermetallen oder Pestiziden oder anderen Giften? Wenn Gewürze durch einen Händler importiert werden, müssen sie auch erst ins Labor. Leider ist das bei Kleinmengen aber nicht der Fall.... Da kann schon mal der Zimt giftig werden oder die Nüsse belastet sein.

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  • Hermann am 17.01.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Frage

    Und wie wäre es, wenn man stattdessen die Wirtschaft in unserem Land unterstützen würde? Man muss nicht immer exotische Produkte kaufen wenn wir hier eigentlich viele gute und ehrliche Ware hätten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt Müller am 19.01.2017 04:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergammelt

    Das kann unmöglich funktionieren, alles in einem Container, Lebensmittel die trocken gelagert werden müssen, frische feuchte Ware wie im Beispiel Kurkuma! Das eine Produkt gibt Feuchtigkeit ab, das andere nimmt sie auf! Die Kartons saugen die Feuchtigkeit auf, die wa Produkte vergammeln etc.

  • Lilian am 18.01.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ethik

    ein Beispiel zu folgen und eine inspirierende Geschichte! weiter so!

  • boss am 18.01.2017 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm..

    wer kontrolliert z.B. Pestizidrückstände in diesen Produkten? Mikrobiologische Verunreinigungen?? Wie weit muss man fahren um sein Paket abzuholen, macht das noch Sinn? Wiso der Hinweis am Schluss auf die sozialen Projekte?

  • Mike am 18.01.2017 01:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gesund? keinesfalls

    Mikrobiologisch ist das Ganze extrem bedenkbar. Gewürze zählen zu den am stärksten kontaminierten Lebensmitteln!

  • Coffee expert am 17.01.2017 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Best Coffee!!

    Suuuper sache! Ich werde sofort kaufen!